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Die Rätselbox

Groteske zum Thema Selbstbild/Selbstbetrachtung


von pondo

Die Rätselbox


Meist habe ich meinen Hass und meine Unzufriedenheit in mich gekehrt, ich habe verdrängt und weitergemacht. Oh Boy, das ging so lange gut, wie ich nur mir alleine Rechenschaft schuldete. Doch seitdem dieses Girl bei mir ist, dieser Lockenschopf mit Prachtarsch und klarem, ausdrucksstarkem Charakter, seitdem bin ich gezwungen, allen Dingen ins Gesicht zu sehen und ihr Naturell zu ergründen. Wie jeder weiß, kann das sehr unangenehm sein. Ich bin mir bis heute nicht sicher, ob man immer wissen sollte, woher die ständige Trauer rührt, wieso man Sehnsüchte verspürt. Wieso man so ist, wie man verdammt nochmal ist.

Nun. Ich habe meine Rätselbox geöffnet. Was die Rätselbox, fragst du? Oh Boy. Am Schlüssel zu ihr war ich über Jahre hinweg nicht interessiert, aber dann setzte mir das Girl irgendwann die Pistole auf die Brust und sagte: »Boy, du kannst dich entscheiden, nimm diesen Schlüssel oder vergiss mich auf ewig.« Sie lächelte, während das Mondlicht auf ihrem Antlitz tanzte. Von rotem Samt nahm ich den Schlüssel, und ich öffnete meine persönliche Rätselbox.
Das Prinzip dabei ist simpel. Hast du die Möglichkeit, deine Box zu öffnen, und hast du dir ein Herz gefasst, so hältst du gespannt den Atem an - bist du allzeit aufrecht und ehrlich gewesen, ja hast du dir deines Lebens nichts vorzuwerfen, so wirst du darin nichts finden. Es wird eine leere Schachtel sein, derer du dich abwenden wirst und dein gutes Leben weiterlebst. Doch hast du betrogen, gestohlen und deine Liebsten belogen, so wird die Größe des aufpoppenden Ungetüms der Summe all deiner Sünden entsprechen. Dein Karma vergisst nichts.
Und so stand ich da...

Ein irrwitziger Aberglaube!, schoss es mir durch den Kopf. Trotzdem konnte ich den Blick nicht abwenden. Ich drehte den Schlüssel. Es öffnete sich die Klappe.
Und
!! BOO MOTHERFUCKER !!
sprang ein clownsgesichtiger Schädel aus der Box, der mich mit milchig weißen Augen und schiefen schwarzen Zähnen angrinste. Auf einer Sprungfeder aufgesteckt sprang er vor meinen Augen hin und her, leise meinen Namen wispernd.
Ich erschrak. Dann griff ich langsam nach dem Kopf im Gedanken, meinem Schrecken Herr zu werden. Sein Mund schnappte nach mir, der Kopf schüttelte sich, doch ich hielt ihn fest. Seine Haut fühlte sich schleimig an. Als ich ihn an den Ohren zu packen suchte, barst er plötzlich und tausend Funken stoben aus ihm heraus. Zurück blieben einige Stücke von etwas Pergamentartigen. Stumm nahm ich einen nach dem anderen in die Hand. Von Stück zu Stück musste ich mich stärker überwinden, weiterzulesen. Auf jedem Fetzen Pergament stand ein anderer Dämon, der gegen mich intrigierte, jedes Gesicht erkannte ich sofort wieder. Da waren sie: Der Prokrastinierer, der Lügenbaron, der Selbstgefällige. Der Maßlose, der Manipulierende. Der Hässliche, der Egoist, der Neidhammel und nicht zuletzt der Faule Sack. Jedes Detail wurde geschildert, jede Wirkungsweise dargelegt, wie jeder einzelne von ihnen mein Leben infiltrierte, wie jeder seinen unheimlichen Einfluss auf mich ausbaute.

Seitdem, seitdem gebe ich mich dem Kampfe hin, sie zu erschlagen. Doch sie sind stark, und fast jede Nacht sehe ich sie. Ich trete an das Fenster in den mondlosen Nächten, während mein Girl längst schläft, und ich sehe sie vor meinem Haus vor der Tür, auf dem gegenüberliegenden Dach und in schlechten Nächten unter meinem Bett und in der Küche sitzen. Zigarre rauchend und um Teile von mir feilschend. Die Bastarde, die beschissnen Hurensöhne. Doch kann ich nichts tun, ich weiß, sie sind ein Teil von mir. Mir bleibt nur der Kampf oder aber die Akzeptanz und Teilnahme in dieser niederträchtigen Gesellschaft.

Es quält mich.
Wahrscheinlich bis zu meinem Tod.

Anmerkung von pondo:

Erkennt jemand die Inspiration?


 
 

Kommentare zu diesem Text


Dieter_Rotmund
Kommentar von Dieter_Rotmund (03.12.2019)
Eine kurze Geschichte über einen widerlichen Unsympath, aus dessen Perspektive, der seine Unsympathischkeit (kann man das sagen?) ansatzweise erkennt, aber dann doch wieder in alte Muster zurückfällt.
Leider etwas arg verplappert und zu viele Metaphern und zu wenig Handlung.

Kommentar geändert am 03.12.2019 um 13:13 Uhr
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pondo
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Veröffentlicht am 12.07.2015. Textlänge: 589 Wörter; dieser Text wurde bereits 553 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 03.12.2019.
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