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Das Leben ist kein guter Vorgesetzter

Grotesk-Zeitkritisches Drama zum Thema Absurdes


von unangepasste

Ob ich einsam bin, fragst du, als ich am geöffneten Fenster den Regen betrachte. Im Fallen liegt eine Ruhe, eine Selbstverständlichkeit, der ich mich nicht entziehen kann. In der Scheibe verschmelze ich mit einer Tanne, zwei Formen, ineinander und doch getrennt. Wir zeichnen uns stets mit unseren Grenzen von der Welt ab; vielleicht ist es der Preis einer dritten Dimension, dass es kein Ineinander und Zugleich gibt, wie es das Bild im Fenster vorgaukelt, sondern nur ein Nebeneinander, und jede Annäherung lässt uns anstoßen, anecken – das Wesen unserer Körper, das Wesen der Menschen an sich. Jede Umarmung ist nichts als ein Versuch, aus diesem vorgegebenen Konzept auszubrechen, und doch zerfällt die Illusion.

„Weißt du“, sagst du, „das Leben ist ein Fallen.“ Und ich entgegne: „Ich habe dich nur ausgedacht. Du hast kein Gesicht, weil meiner Geschichte die Worte fehlen. Dir mangelt es an allem. So kann ich dich nicht ernst nehmen.“ Im Stillen stimme ich dir zu.

Manchmal gehe ich durch die Straßen und beobachte die Menschen. Die Häuser liegen so dicht aneinander, dass eine Wand zwei Gebäuden gehört. Ob sie glauben, durch diese Mauer die eigene Einsamkeit zu überwinden? Welch lächerlicher Versuch. Wir werden in etwas hineingeworfen, was wir Leben nennen, ohne den Grund dafür zu kennen. Es behandelt uns wie unmündige Kinder, erklärt uns weder Sinn noch Zweck. Wir bleiben im Unwissen darüber, wie viel Zeit uns zur Verfügung steht. Ein tyrannischer Vorgesetzter, der sich nicht mit den Belangen Untergebener befasst. Als ich am Laternenpfahl ein Netz sehe, so fein und einzeln in die Welt gebaut, muss ich an all die Füße denken, die das Pflaster treten, und ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass wir auch über Fäden balancieren, ohne Beute kein Ziel.

 
 

Kommentare zu diesem Text


Sätzer
Kommentar von Sätzer (28.08.2015)
Ein genialer und kreativer Text, der es lohnt, ihn mehrmals zu lesen. Chapeau.
LG Uwe
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unangepasste meinte dazu am 28.08.2015:
Vielen Dank, freut mich, dass er dich anspricht. War mir bei diesem Text nicht sicher, ob er überhaupt ein Publikum findet, da er ja durchaus etwas speziell ist.
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Dieter Wal
Kommentar von Dieter Wal (28.08.2015)
"Wir werden in etwas hineingeworfen, was sich Leben nennt, ohne den Grund dafür zu kennen. Es behandelt uns wie unmündige Kinder, erklärt uns weder Sinn noch Zweck. Wir bleiben im Unwissen darüber, wie viel Zeit uns zur Verfügung steht. Ein tyrannischer Vorgesetzter, der sich nicht mit den Belangen Untergebener befasst."

Sehr gut!

Sophokles: Geworfen bin ich in die Zeit.
Ein Windhauch kann mich fällen.
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unangepasste antwortete darauf am 28.08.2015:
Habe Sophokles nicht gelesen, aber anhand deines Zitates erscheint er mir interessant.
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BellisParennis schrieb daraufhin am 28.08.2015:
Schön abgeschrieben.
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Dieter Wal äußerte darauf am 28.08.2015:
Niedlich, Blümchenpöbelbingo.
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BellisParennis ergänzte dazu am 28.08.2015:
Gell, Rumpelstilzchen?
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Dieter Wal meinte dazu am 30.08.2015:
Sprachlich finde ich's hervorragend. Es ist wortgewaltig und glasklar formuliert. Das mag ich. Inhaltlich ist's mir persönlich zu nilistisch. Wo Nietzsches Übermenschen-Geschwafel noch wenigstens ein Bildungsziel bei allem Gekrampfe mit seinem quersitzenden Christentum enthält, würde ein Mensch, der wie im Text denkt, in meinen Augen überhaupt keine Hoffnung haben. Sozialdarwinismus schimmert durch. Die Depression wartet hinter der nächsten Tür.
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unangepasste meinte dazu am 30.08.2015:
Es ist vielleicht ein bisschen zu "einerseits" ohne "andererseits". Natürlich gibt es kleine Momente, in denen es anders scheint. Aber letztlich endet alles, und am Ende ist jeder allein.
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Dieter Wal meinte dazu am 31.08.2015:
Wären Momente keine Momente, sondern endlos, ergäbe es vielleicht zB einen endlos langen dissonanten Krach, aber bestimmt keine (schönen) Momente.

Wer weiß wirklich, was am Ende sein wird?
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BellisParennis meinte dazu am 31.08.2015:
Endlosen Krach hat man manchmal mit diversen Menschen. Ich kenn auch so welche.
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Dieter Wal meinte dazu am 01.09.2015:
Hat hier eben ein Mäuslein gehustet?
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BellisParennis meinte dazu am 01.09.2015:
Psst!
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Dieter Wal meinte dazu am 01.09.2015:
So eine süße!
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BellisParennis meinte dazu am 01.09.2015:
Das stimmt sogar. Aber Sie können das ja gar nicht beurteilen. Schade, was?
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Dieter Wal meinte dazu am 01.09.2015:
Ich seh doch ihre grauen Buchstabenspuren. Allerliebst! ;)
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BellisParennis meinte dazu am 01.09.2015:
So eine süße Buchstabenspuren-Malerin? Oder wie?
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Kommentar von Pepin (28.08.2015)
Ja; trifft den Nagel auf den Kopf. Vor allem der letzte Abschnitt!
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unangepasste meinte dazu am 28.08.2015:
Vielen Dank. Ja, vielleicht ist es das, das Leben.
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TassoTuwas
Kommentar von TassoTuwas (29.08.2015)
"Dir mangelt es an allem", eine so einfache, wie wunderbare Erkenntnis, die dieser Welt Hoffnung geben würden.
Liebe Grüße
TT
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unangepasste meinte dazu am 30.08.2015:
Danke. Ja, machmal eine nötige Erkenntnis.
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HerrSonnenschein
Kommentar von HerrSonnenschein (05.09.2015)
Ein Text den ich mir ausdrucken werde. Weil ich ihn auf Papier lesen möchte.
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unangepasste meinte dazu am 06.09.2015:
Danke, wow, das freut mich.
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unangepasste
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Veröffentlicht am 28.08.2015, 2 mal überarbeitet (letzte Änderung am 23.03.2019). Textlänge: 287 Wörter; dieser Text wurde bereits 840 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 18.05.2019.
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