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Idyll mit AchtzehnjährigenInhaltsverzeichnisDer deutsche Arzt ist moralisch nicht gefestigt genug

Die sexuellen Ambitionen Minderjähriger in der deutschen Hochliteratur der 1970er Jahrgänge

Novelle zum Thema Literatur


von Zwibelrohr

1
Ich wollte schon so lange, wollte ich erzählen, meinen Satz mit den Auerhähnen veröffentlichen.
Vanessa war da. Es gab Spaghetti mit gebuttertem Broccoli und darauf geschmolzenem geriebenen Parmesan. "Danke für das Essen", sagte Vanessa und freute sich, etwas Selbstgekochtes und Gesundes zum Essen bekommen zu haben.

2
Ich wollte Vanessa dann etwas vorlesen: "Setz Dich, ich les Dir etwas vor."

(...) Ich las vor (...).

Vanessa lachte. "Nur die Sexualszenen oder was?" behauptete sie. "So ungefähr", behauptete ich.
Ich las weiter.

(...) Ich las vor. Ich weiß gerade nicht, ob ich das, was ich angeblich vorlese, abtippen und veröffentlichen dürfte-wollte. Ich bin traurig. Es ist mir egal. (...).

Vanessa lachte empört.
Ich las weiter.

(...) Ich las vor (...)..:
"Ein herrlicher Professor, dem Canaris wie ein Bernhardiner zuhört, er spricht von Freudscher Psychoanalyse, meine Finger durch dieses Beglücktsein fiebrig und zittrig, von griechischen Dramen, Euripides, der Hochzeitsreise nach Spanien, von Griechenland, dann wieder von Psychoanalyse, eine Ewigkeit von Psychoanalyse(, ...)"
Vanessa lachte erfreut (Psychoanalyse!).
"1995, von Vanessa Maier", (Name geändert) behauptete ich.
"Wie, die heißt auch Vanessa?" fragte Vanessa eifersüchtig. „Naja. Ich arbeite in der Forschung und Entwicklung von Knurr Motoren", (Name geändert) fuhr sie fort, "so eine Literatin ist sowieso keine Konkurrenz für mich."
Ein scheußlicher Schmutzfleck ist der mehrfache "Heidegger" in diesem Mädchenroman, Heidegger neben unter anderem Freud, das geht nicht, konnte sie aber nicht wissen, die andere Vanessa, das junge Ding.

3
"Noch eins" behauptete ich, nahm ein anderes Buch und las vor:

(...) Ich las vor (...).

Ich blätterte etwas, las dann weiter.

(...) Ich las vor (...).
Wir guckten ernst und besorgt; traurig.
"Eine minderjährige Türkischstämmige ist natürlich auch nicht schlecht", sagte Vanessa sachlich-hart.
"Das wird bestimmt nie Schullektüre", behauptete ich, "und verfilmen lässt es sich auch nicht."
"Doch, in Frankreich lässt es sich verfilmen", behauptete Vanessa.
"Dann muss es sich auch hier verfilmen lassen", behauptete ich, "nein, hier zeigt es irgendein aggressiver durchgetickter politkrimineller Katholik aus Aversion als Kinderpornografie an, und es will deswegen niemand verfilmen."
"Es lässt sich sogar hervorragend verfilmen!", lachte Vanessa, "die Szene unterlegt mit "Venceremos" von den Toten Hosen, meint, Deutschland ist ja so ein großes Land."
("Im Morgengraun,
Vor einer Salsabar,
Nach einer überdrehten und durchtanzten Nacht,
Mitten in Havanna
Direkt am Meer
Zwanzig Punks auf einer Mauer
Beim letzten Bier. (...)")

"Türkisches Schamhaar", behauptete ich. "Damit muss man vorsichtig sein. Damit kann der bürgerliche deutsche Politiker nicht unbedingt umgehen. Türkisch-fundamentalistisches Schamhaar, endlich mal was anderes als türkische Kopftücher. Immer diese türkischen Kopftücher seitens der Sarrazin-Debattöre, Debattotoren id Zeitung."

So ein Scheiß-Land.

4
Man solle, ich weiß, die sexuellen Ambitionen Minderjähriger nicht thematisieren. Damit bringt man das Volk auf dumme Gedanken. Die moralische Verfasstheit des deutschen Volkes, ja auch des deutschen Beamten ist nicht derart gefestigt, dass eine Thematisierung der sexuellen Ambitionen Minderjähriger ohne Gewissensbisse möglich ist.
Man sollte doch als Erwachsener aber nicht so einfach in so eine Entwicklung eingreifen wollen.

Wie viele deutsche NachwuchsgymnasiallehrerInnen, wenn sie von sexuellen Ambitionen Minderjähriger läsen, würden sich für etwas so Hervorragendes und Besonderes halten, dass sie sich herausnähmen, sich eine Schülerin gefügig zu machen und auch noch etwas von "Liebe" faseln wollten?
Achtzig? Zweihundert? Zweihundert.
Meine literarische Sexualszenentechnik, wollte ich erzählen, fußt im Wesentlichen im ARD-Tierfilm der 80er Jahre. Balzende Auerhähne und so. Das ist mir auch völlig ausreichend, ich sehe keinerlei Grund, das zu bearbeiten.

"Die sexuellen Bedürfnisse Minderjähriger sind Realität, sind wahr", sagte Vanessa, "ich habe jede Menge sexuelle Bedürfnisse Minderjähriger, besonders in meiner Jugend, beobachten können."
"Ich auch" sagte ich, "auch ziemlich ambitionierte und extravagante."
"Du hattest doch auch mit 15 Sex", sagte ich. "Ich doch nicht", sagte-log Vanessa, "die Susanne aus meiner Klasse hatte viel Sex mit 15, ich doch nicht“, sagte Vanessa.
"Ob man besser einen Fußballer oder einen Rockmusiker nehmen sollte" diskutierten wir damals. "Und?" "Ich riet ihr zum Fußballer." "Und Du nahmst dann den Rockmusiker", behauptete ich. "Also gut", sagte Vanessa.

5
Dass bei Dietmar Dath in "die Abschaffung der Arten" auf Seite so und so Hund und Katze, genauer gesagt, technologisiert-modernisierte Versionen von Hund und Katze, sich sexuell miteinander vergnügten, ist nicht primär eines Sexualszene, sondern eine Kritikerfalle: Hoch und tief rezensierbar. Als ambitionierteste wie als lächerlichste Sexualszene, die diese Generation bisher hervorgebracht habe, seriös beschreibbar. Bloß machte der Kritiker sich damit jedesmal selbst etwas lächerlich. Den Dath lese ich auch nicht mehr, sehr lange nie wieder.
Ich lese überhaupt nur noch sehr wenige AutorInnen meiner Generation. Ich hatte sie alle mal untersucht, werkmäßig. Keinen Kehlmann lese ich mehr, keinen Kracht (Karl May!) mehr. Andere sind so nichtswürdig in meinen Augen, dass ich sie gar nicht erst nennen darf.

6 Die vom sächsischen Ministerpräsidenten Tillich normierte Sexualszene
„Am Ende gibt es da auch noch ein Urteil in die NJW geschrieben, so dass nur diese Juristen, NJW-Abonnenten, wissen, wie eine rechtssprechungskonforme Sexualszene aussehen soll“, parodierte ich, "die beherrschen nur ganz wenige AutorInnen in Deutschland", blödelte ich, "die Soll-Sexualszene."
(Ja, das ist alles so komisch in Deutschland, so leid es mir tut).
"Eine durchgedrehte psychisch Kranke, Sexualgewaltsopfer vielleicht irgendwann gewesen, lebte ihre hysterische aggressive Übertragungsneurotik gegen Halberwachsenenliteratur aus und hat Recht bekommen", parodierte ich.

"Den Studenten vom Literaturinstitut Leipzig", höhnte ich, "gehörten zwei zusätzliche Semesterwochenstunden verordnet. In denen sie Sexualszenen, die Soll-Sexualszene, üben müssen. Die sind eh illegal. Ich meine, die Einrichtung ist illegal, also auch die genormten, unfähigen, unnützen zukünftigen Diplom-LiteratInnen. Eine repressiv-autoritäre Einrichtung seitens der deutschen Politiker ist das, mit der sie die Medienkonzerne mit unbrauchbaren Diplom-LiteratInnen tyrannisieren. Dann, wenn meine Forderung“, Vanessa lachte, „umgesetzt worden ist, hat der sächsische Ministerpräsident Tillich die Sexualszene normiert, mittels eines seiner Hochschullehrers-dem-Namen-nach", lachte ich. Vanessa lachte immer noch.

Später bedankte sich Vanessa für den unterhaltenden Abend und ging wieder.

7
Nachwort:
Vanessa bekam vorgelesen:
1. "M." von Vanessa Maier (Name geändert) - nachdem der Titel nicht mehr verfügbar ist, weiß ich nicht, ob die Autorin genannt werden will, sowie
2. "Ein schnelles Leben" von Zoe Jenny.

Durch das ausschnittsweise Wiederlesen von Zoe Jennys "Ein schnelles Leben", wollte ich erzählen, habe ich die Interpunktion bei direkter Rede neu lernen müssen-dürfen, bei häppchenweise sich abschaltender cerebralblockierender, auch und speziell das Sprachzentrum und die Erinnerung blockierender, brutaler Hypnosewaffengewalt. Zu meinem zusätzlichen Entsetzen.

(Zur Feier des Tages - ich sage aber nicht, was ich feiere).

Anmerkung von Zwibelrohr:

Vanessa-55

(Zur Feier des Tages - ich sage aber nicht, was ich feiere)

edit: Eigentlich in wesentlichen Teilen ungefähr Vanessa-15, aber lange zurückgehalten.

20150908 Übb.: Wortschatz.


 
 

Kommentare zu diesem Text


TrekanBelluvitsh
Kommentar von TrekanBelluvitsh (04.09.2015)
Man fragt sich, was das soll. Vorwurfszenareien Marke RAF und eine ziemlich armselige Syntax machen eben keine Novelle. Wer bissiges zum Thema Heute lesen will, sollte auf jeden Fall zum KV-Autor  michaelkoehn greifen. Oft kopiert, nie erreicht, das gilt leider auch für dieses verhackstückte Verschwörungstheorie-Hinterwäldler-in-der-Pubertät-stehen-geblieben-Machwerk. Eben ein armseliges Ärgernis. Die Zeit, die ich zu seinem lesen gebraucht habe, gibt mir niemand mehr zurück.
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Zwibelrohr meinte dazu am 05.09.2015:
"Verschwörungstheorien" und "Marke RAF" (ich weiß zwar nicht was das ist, aber RAF) möcht ich nicht unwidersprochen auf mir sitzen lassen. Ich schreibe bloß Witze.

Die Kommentarfunktion wird gesperrt.

Nachtrag: Ich habe den User vor einigen Stunden via PN zu einer öffentlichen Entschuldigung aufgefordert, bezüglich mindestens "Verschwörungstheorien" und "RAF".
(Antwort korrigiert am 05.09.2015)
(Antwort korrigiert am 05.09.2015)
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Idyll mit AchtzehnjährigenInhaltsverzeichnisDer deutsche Arzt ist moralisch nicht gefestigt genug
Zwibelrohr
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Dies ist ein Text des mehrteiligen Textes Vanessas Novellen.
Veröffentlicht am 04.09.2015, 3 mal überarbeitet (letzte Änderung am 19.09.2015). Dieser Text wurde bereits 836 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 17.10.2018.
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