Login für registrierte Nutzer
Benutzer: Passwort:

Noch nicht bei KV registriert?
Jetzt registrieren!
KV ist kostenlos und werbefrei!

Neu bei uns:
Hannah (19.12.), SunWukong (17.12.), Desi (17.12.), mira (14.12.), Oreste (13.12.), ElviraS (12.12.), aMaZe (12.12.), BluesmanBGM (11.12.), Manfredmax (10.12.), Landregen (01.12.), HaraldWerdowski (01.12.), MartinaKroess (27.11.)...
Übersicht aller neuen Autoren und Leser
Wen suchst Du?

(mindestens drei Buchstaben)

Zur Zeit online:
KeinVerlag.de ist die Heimat von 755 Autoren und 128 Lesern. Was es sonst noch an Neuem gibt, steht hier.
NEUE KEINSERATE

BIETE Einen Stapel alter Marbacher Magazine
BIETE Breton-Sammlung
BIETE grillparzer+storm bücher
zum KeinAnzeigen-Markt

Genre des Tages, 19.12.2018:
Kurzprosa
Kurzprosa ist kein eigenes Genre, hat sich aber in der zeitgenössischen Literatur wie auch das Kurzgedicht beliebt... weiterlesen
... und was wir daraus machen:

Ziemlich neu:  Perplex von Moja (18.12.18)
Recht lang:  Miniaturwunderwelt von Lala (3186 Worte)
Wenig kommentiert:  Alles im grünen Bereich. von franky (noch gar keine Kommentare)
Selten gelesen:  Ohne Titel 34 [Noch war das was sich gebildet hatte...] von fritz (nur 11 Aufrufe)
alle Kurzprosatexte
Lest doch mal ...einen Zufallstext!
Unser Buchtipp:

An Tagen wie diesen
von IngeWrobel
Projekte

keineRezension.de
KV woanders

keinVerlag.de auf Facebook
Eine Meinung: "Ich bin bei keinVerlag.de willkommen, weil ich mich gemäß den AGB verhalte" (Goat_Boy)
Die sexuellen Ambitionen Minderjähriger in der deutschen Hochliteratur der 1970er JahrgängeInhaltsverzeichnisDas CSU-Tunnel-Gemetzel

Der deutsche Arzt ist moralisch nicht gefestigt genug

Novelle zum Thema Achtung/Missachtung


von Zwibelrohr

Kartoffelpüree. Ich hatte Lust bekommen, einmal wieder Kartoffelpüree zu kochen. Ich habe fast nie Milch zu Hause, Milch, das Meiste an Milchprodukten kann man den Kindern vorbehalten, aber ich hatte total Lust bekommen, nach langer Zeit mal wieder Kartoffelpüree zu kochen. Für Vanessa irgendetwas mit Soße, so dass man im Kartoffelpüree, so wie damals in der Kindheit einen See konstruieren konnte, in den man die Soße füllte. Ein Sauerbraten!
Vanessa war da. Wie jedes Mal freute sie sich, etwas aus frischen Zutaten selbst Gekochtes zu Essen zu bekommen. Eine Portion Sauerbraten, Kartoffelpüree und etwas mit dem Braten mitgeschmortes Gemüse.

1
(...)
Später:
"Darf ich mit Dir über sexuelles Lernen im Zuge der Pubertät diskutieren?" fragte ich.
"Du?" lachte Vanessa, "klar."
"Ich kam darauf, weil es für mich ein Allgemeinplatz und eine Selbstverständlichkeit gewesen war, dass man als junger Erwachsener, mit Anfang zwanzig oder so, das, was man als Heranwachsender mal und anfänglich alles über Sexualität erfahren und vielleicht geglaubt hat, an Behauptungen und Werten, aus den seltsamsten und unmöglichsten Quellen erfahren und geglaubt hat, dass man also das alles noch einmal überdenken und vielleicht revidieren sollte. Unmögliche Quellen, also Pop, Frauenzeitschriften, Männerzeitschriften, Gleichaltrige, die noch andere Quellen und so weiter.
Dann aber kam ich darauf, dass gerade auch eine Homosexualität in eben jenen Lebensjahren unbewusst erlernt sein sollte, zumindest kann, und hier das gleiche gilt, also ein unbewusstes Lernen, etwas mehr als 'Prägung', und diese Entscheidung neu gefällt werden kann, in späteren Lebensjahren. Genauso wie die Einstellung, die es wahrscheinlich genauso oft gibt, nur puppenhafte Blondinen sexuell attraktiv zu finden."

"Ich habe vor kurzem aber wieder einen Zeitungsartikel gelesen", fing ich an, mich zu ärgern, "in dem ein Psychiater wieder gejammert hatte, so wenig von all dem zu wissen. Und habe mich wahnsinnig darüber geärgert. Er weiß darüber so wenig, weil er so wenig Klassiker gelesen hat und sich so wenig selbst erforscht hat", beschloss ich, erzählte ich weiter, "hätte ich ihm gerne hingehauen."
Ich machte eine kurze Pause, Vanessa verstand schweigend. (Klassiker im weiteren Sinn).
"Ärgerlich schrieb ich einen Satz, dass dieses Arschloch, in diesem Satz hieß er anders als Arschloch natürlich, sich eine Minute oder eine Woche darauf konzentrieren solle, nur acht bis zehnjährige Buben sexuell attraktiv zu finden, dann würde er schon verstehen lernen, was da ungefähr im Gehirn passiert ist. Implizit war natürlich bei meiner Idee, dass ich den deutschen Arzt für moralisch gefestigt und gebildet genug gehalten hatte, dass er die Transferleistung anschließend an diesen kurzen Selbstversuch, nämlich wieder vernünftig umzulernen, selbstverständlich vollziehen würde."
Vanessa lachte empört.
Ich war etwas verstört:
"Dann wurde ich unsicher, ob das so sei, oder nicht, und ob und überhaupt, und was man sagen dürfe. Der deutsche Arzt ist nämlich moralisch nicht gefestigt genug. Schließlich steht alle paar Monate ein Gynäkologe in der Zeitung, der Patientinnen zum Zweck der Vergewaltigung betäubt hat, einer, der eine riesengroße Mösenfotosammlung",
Vanessa lachte etwas bitter bei dem Wort "Möse". "Möse" ist nicht meine Perspektive, äh Perspektive,
"heimlich angefertigt hat, oder ein Gerichtspsychiater, der eine medikamentensüchtige Prädikatsexamensvolljuristin um sexuelle Gefälligkeiten erpresst", fuhr ich fort, "auch wegen Sex, oder ein Organtransplantateur, der im großen Stil Untreue mit Spenderorganen betrieben hatte.
Also dachte ich mir, 'Sonst fangen die am Ende damit auch noch an', und ließ es deprimiert."
So was gibts auch nur in Bayern, wollte ich erzählen, medikamentensüchtige PrädikatsexamensvolljuristInnen - andererseits völlig logisch, dass es so etwas in Bayern gibt, bei den Studienkonditionen. Ein deutscher Psychiater wiederum stellt sich dumm wie obig beschrieben, bekommt dafür Forschungsgelder, findet nichts, und schiebt dann alles auf die Gene. Und bekommt noch mehr Forschungsgelder, für die Gene

2
"Wenn man behauptet", "'schwul' sei unbewusst erlernt", erklärte mir Vanessa, "dann hat das jede Menge unerwünschte Nebeneffekte, so dass man es öffentlich gar nicht behaupten dürfte, so wie da dann rumerpresst werden wird.
Da stehen sofort ein paar Lobbys da, die etwas für sich herausschlagen wollen. Konservative, Teile der Therapeutenlandschaft, gestörte unselbständige Halbwüchsige, die sich psychologisch betreuen lassen wollen, die sich als Opfer definieren wollen. Beamtenanwärter, die neue avantgardistische Opfertypen erfinden, wobei für die Beschäftigung mit diesen Opfertypen natürlich ein sattes Beamtengehalt fällig wird.
Das gibt Schuldübertragung auf die Freiheit im großen Stil. Ein mittelhohes Beamtengehalt ist da hunderttausendfach, bei hunderttausenden rechtskorrupten deutschen Schmalspurakademikern Motiv genug um mit tragischer Hysterie den Staat zu erpressen.
Staatsknetenambitionen, Regulierungsambitionen, therapeutische Staatsknetenambitionen, Opferdefinitionsambitionen", fasste Vanessa ihre Kritik zusammen. "Glaubst Du", fragte sie mich, "an einen direkten Zusammenhang zwischen Homosexualität und theoretischem Analysebedürfnis?"
"Nein" sagte ich, erschrocken, so eine kritische Frage hatte mir Vanessa noch nie oder lange nicht mehr gestellt.
"Das 'für sich herausschlagen wollen, an Staatsknete' kann man am Deutschen als ausgesprochen hässliches Verhaltensmuster beobachten, wenn in seiner Nähe eine Flüchtlingsunterkunft geplant wird", warf ich ein, um dann
"Das Analysebedürfnis entsteht durch eine ziellose Suche in einem Selbst", zu erläutern. "durch eine ziellose Suche in der eigenen Erinnerung, im eigenen Unbewussten, durch einen unerklärlichen Aufklärungswillen das eigene Verdrängte betreffend, zurückgehend auf ein vorherrschendes blödes Gefühl. Die Psychoanalyse bietet dafür, für so eine Aufklärung, vernünftige Kategorien an, einen Rahmen durch die damalige Erarbeitung vernünftiger Kategorien."
"Okay", absolutierte mich Vanessa.
"Völker, die meinen, die adoleszente Sexualitätserforschung staatlich regulieren zu wollen, zu 'müssen'", fiel mir ein, "gehören als Primitive bezeichnet. Es ist ein Merkmal primitiver Stämme, Initiationsriten und so weiter. In Deutschland gibt es aber solche Regulierungstendenzen. ‚‘Besorgte Eltern‘, und so weiter. Wir entwickeln uns zurück."
"Alles ist Zufall", überlegte ich, "erst wenn der Staat anfängt regulieren zu wollen, wird es kriminell. Verirrungen, Obsessionen, Traumatisierungen, Zufall. Alles ist Zufall, außer die strafrechtlichen Kategorien griffen."

"Der schwule Ballettchef", erklärte mir Vanessa, "als Paradigma und Abstraktum. Es sei eine vernünftige Entscheidung, in der Position, bei dem, was sich da alles an Gören zur Primaballerina hochschlafen will, homosexuell zu werden. Andererseits, es sei eine vernünftige Entscheidung für so eine Position einen Homosexuellen zu bevorzugen, bei dem, was sich da alles an Gören zur Primaballerina hochschlafen will."
Ich lachte.

"Ich mag halt die psychoanalytischen Kategorien", sagte ich ratlos.
Ich mag halt die psychoanalytischen Kategorien.

3
(...)
„Ich hab vor kurzem mit einer Vierzehnjährigen geschlafen, mich sexuell mit ihr getröstet, sie hat mich sexuell getröstet", behauptete ich.
"Ach", behauptete Vanessa.
"War ein Witz, eine Erfindung gewesen", behauptete ich.
"Aber“, behauptete ich, „sie hat mich auf der Straße angesprochen, ich sähe so traurig aus, eine bessere Vierzehnjährige sozusagen, ein besorgtes, mitfühlendes und verantwortungsbewusstes Mädchen, keine Vollproletin, Frau, nicht Mädchen, dann habe ich wieder, ja ich sei traurig, ich habe einen vernünftigen Grund traurig sein zu sollen, angefangen, meine bescheuerte Lebensgeschichte zu erzählen, es sprechen mich auf der Straße immer nur Minderjährige an, zwölf bis siebzehn, ..."

("In fünf Jahren wird sie ihre Meinung geändert haben, und mich anzeigen.")
....

Irgendwann, später, ging Vanessa, angeregt, dann wieder.

Anmerkung von Zwibelrohr:

Vanessa-58


Die sexuellen Ambitionen Minderjähriger in der deutschen Hochliteratur der 1970er JahrgängeInhaltsverzeichnisDas CSU-Tunnel-Gemetzel
Zwibelrohr
Zur Autorenseite
Zum Aktivitäts-Index
Dies ist ein Text des mehrteiligen Textes Vanessas Novellen.
Veröffentlicht am 19.09.2015, 1 mal überarbeitet (letzte Änderung am 26.09.2015). Dieser Text wurde bereits 557 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 13.12.2018.
Was meinst Du?
Diesen Text kommentieren
Mehr über Zwibelrohr
Mehr von Zwibelrohr
Mail an Zwibelrohr
Blättern:
voriger Text
nächster Text
Weitere 10 neue Novellen von Zwibelrohr:
Klippen der Unvernunft (erste Fassung) Das achte Kapitel von --Jenseits des Lustprinzips-- Der Wüstenplanet Ein kinderfreundliches Land Das CSU-Tunnel-Gemetzel Idyll mit Achtzehnjährigen Psychopharmaka-Absetzen mit, nein ohne, aber mit der niedlichen deutschen Persönlichkeitsrechtsjustiz (gekürzte Fassung) Wieso kommt niemand zu meiner Pommesparty? Hundeschulen-Witz Für immer Punk (Die drei scheußlichsten Erlebnisse mit dem späteren langjährigen Münchner Juso-Vorsitzenden Josef Süppl) (gekürzte Fassung)
Was schreiben andere zum Thema "Achtung/ Missachtung"?
Bedenklich. (franky) manch blümchen an der mauer (harzgebirgler) Der Raser. (franky) Ein Drang im Sturm, ein Klassenzimmer (Tatzen) Mein Freund ist schüchtern (Xenia) Das Hotel war ein billiges (WortGewaltig) Blühende Blume (Julia-Frauke) Über die Wenigkeit, der es bedarf jemanden glücklich zu machen (franklivani) Inspiration - ein Versuch (Maya_Gähler) Von Liebe und so (Omnahmashivaya) und 330 weitere Texte.
Dieser Text ist höchstwahrscheinlich urheberrechtlich geschützt. mehr Infos dazu
diesen Text melden
© 2002-2018 keinVerlag.de   Impressum   Nutzungsbedingungen 
KV ist kein Verlag. Kapiert?
© 2002-2018 keinVerlag.de