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Der König unter den Blinden

Kurzprosa zum Thema Erwachen


von Mondsichel

Wie schön ist es doch, wieder zurückgekehrt zu sein, an den Ort wo alles sich verbindet. Wenn nichts mehr da ist, an dem die eigene Kraft entschwindet. Weil niemand mehr nimmt und nimmt und nimmt... von dem umschwebend leichten Kreise des Fließens und werdens der seelischen Macht. Zurück ist das was im Schlafe lag, erwacht das Kinde das die Wahrheit nicht hören wollte und dem psychischen Vampyre die Liebe zollte. Ja, wer nicht hören will, der muss eben fühlen. Im Sumpf versunken und doch den Boden wieder gefunden. Von Stille umgeben, doch nicht im Leid ertrunken. Nun ist die Zeit wieder zu werden, ein Wächter, ein Krieger, auf und doch nicht von dieser Erden.

Es schleicht durch die Nacht das eine Wesen, welches so viel Jahre gekostet vom eigenen Leben. Doch sein Ruf verhallt in weiter Ferne, Dein Blick, er liegt auf dem Tanz der Sterne. Zum zerbersten die Illusion verurteilt, im Aufbegehren der Sinn nach Erneuerung weilt. Deine eigenen Worte, sie haben Dich niedergesteckt. Und Dein wahres Ich in der Verdammnis wiedererweckt. Die Gier die Dich einst nach der Ganzwerdung ließ streben, beginnt erneut in jeder Zelle zu leben. Energie fließt durch den müden Geist und Leib, ja... es war nur eine Frage der Zeit. Schlussendlich ist zurückgekehrt was niemandem gehörte und doch stets ein Teil des Ganzen war. Die Gedanken sind befreit und wieder klar.

Der Weg der Verblendung ist vorbei. Der König unter den Blinden ist wieder frei. Aufgestiegen und seinen Gelüsten erlegen, dem verheißungsvollen Streben nach ewigem Leben. Für einen kurzen Hauch der Ewigkeit vom Wege abgekommen und jetzt den Berg der Erkenntnis rasch genommen. Aufgestiegen und aufgegangen in der Dunkelheit, in der ein Teil des Seins ruhte, fast genommen von der Sterblichkeit. Doch nun dürstend sich an die Oberfläche bewegt, weil der Wille noch immer im Geiste lebt. Alte Gefühle, alte Gedanken, vertraute Dinge die die Seele umranken und sie zur Vollkommenheit erheben wollen. Nicht ohne den Preis der Offenbarung zu zollen. Und wer noch klammert und Dich hindern will, dem wird Deine Stimme auf ewig still.

(c)by Arcana Moon

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