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Asphalt und Atem

Groteske zum Thema Arbeit und Beruf


von Sekundärstille

Sein Puls. Beschleunigt. Atemfrequenz auch. Die Hände ballen sich um das Lenkrad, Ledergeruch in der Nase.
Er tritt das Gaspedal durch, die Reifen quietschen, Schotter wirbelt auf.
In seiner Nase: Geruch von verbranntem Gummi. Der Wagen schießt los, lässt alles hinter sich, Konturen verschwimmen, nur noch das Wummern des Motors, der Asphalt, direkt unter ihm.
Kurze Fahrt durch Straßen der Stadt, ruhig, weil früh am morgen. Er hält den Wagen, wieder Schotter, der unter den Reifen knirscht.
Wie er es geschafft hat? Wie immer. Auf Risiko. Schnelle Schritte, klackende Absätze auf dem Asphalt.
Aktentasche, Rindsleder, sehr griffig. Morgensonne, stört, deswegen Sonnenbrille.
Halle, Boden aus Marmor, typischer Geschäftsbau, kurzer Gruß an Kollegen, die langsam eintreffen.
Angst, dass kein Aufzug frei ist. Aufzug doch frei, nach oben, Puls beschleunigt, eins, zwei, drei, bis zwanzig, dann Türe auf.
Wieder Grüße, wie er es hasst, dann Büro, Zweckmäßig, Ausblick auf: grauen Beton. Zigarette an: verboten aber egal. Erster Kaffee, schwarz, bei einem wird es nicht bleiben.
Arbeit: keine Lust. Trotzdem Akten gewälzt und Mails verschickt.
Sonst: vor flimmerndem PC heimlich Videos gesehen.
Mittag: Aufzug. Zigarette. Kantine. Schnelles Essen, verschluckt, Cola Light zum Nachspülen. Dann Meetings in: stickiger Luft und harten Stühlen.
18:00. Hastig runter und: Auto. Gaspedal. Rote Ampeln, durchhalten, grün: durchtreten. Zuhause: Reihenhaus, stadtnah. Allein. Mikrowelle auf und Tütensuppe: wird kalt, weil Whiskey besser schmeckt. Ein Glas. Sollte es werden.
Dann billiges Fernsehen bis: Mitternacht. Schlaf. Leicht. Unterbrochen. Bis: Wecker vergessen, aufwachen, weil Licht. Scheiße. Deswegen: Schnell ins Bad, Anzug wechseln, Bartstoppeln, egal.
Sein Puls. Beschleunigt. Atemfrequenz auch.
Die Hände ballen sich um das Lenkrad, Ledergeruch in der Nase.
Er tritt das Gaspedal durch, die Reifen quietschen, Schotter wirbelt auf.
In seiner Nase: Geruch von verbranntem Gummi.
Der Wagen schießt los, lässt alles hinter sich, Konturen verschwimmen, nur noch das Wummern des Motors, der Asphalt, direkt unter ihm.
Wie er es geschafft hat? Diesmal nicht.

Anmerkung von Sekundärstille:

Dieser Texte ist schon älter und lag jetzt ein Jahr "auf der Festplatte", heute habe ich ihn wiederentdeckt. Was meint Ihr?


 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von Skala (27.11.2015)
Hallo Jan,

Schön, dass mal wieder ein Text von dir zu lesen ist! Leider hab ich aber auch einiges herumzukritteln.

Zunächst fange ich aber mit dem Positiven an: Mir gefällt der grundsätzliche Aufbau des Texts, das Szenische und die Geschlossenheit, der identische Anfang und Schluss. Das ist in sich rund und nachvollziehbar.

Was den Text aber, für mich, fast unlesbar macht, ist der Stil, den du hier verwendest. Ich mag gelegentliche abgehackte Sätze, Aufzählungen und Fragmente, allerdings nur in Maßen und zur Auflockerung. Hier empfinde ich das Kurzangebundene eher als sehr, sehr gewollt, fast schon gezwungen. Nein, nicht nur fast schon. Der Text ist mir auch zu lang für diesen abgehackten Rhythmus. Ich würde der besseren Lesbarkeit willen an einigen Stellen die Sätze mit Füllwörtern, Artikeln, Konjunktionen und was du da sonst so ausgespart hast, anreichern.

Ein Beispiel:

Halle, Boden aus Marmor, typischer Geschäftsbau, kurzer Gruß an Kollegen, die langsam eintreffen.
Angst, dass kein Aufzug frei ist. Aufzug doch frei, nach oben, Puls beschleunigt, eins, zwei, drei, bis zwanzig, dann Türe auf.
Wieder Grüße, wie er es hasst, dann Büro, Zweckmäßig, Ausblick auf: grauen Beton. Zigarette an: verboten aber egal. Erster Kaffee, schwarz, bei einem wird es nicht bleiben.


würde ich folgendermaßen wesentlich lesbarer finden:

Das Foyer mit seinen Boden aus Marmor - ein typischer Geschäftsbau. Die Kollegen treffen nach und nach ein, er grüßt nach allen Seiten. [Frage: wenn er durch die Halle läuft, wie kann er die Kollegen grüßen, die langsam eintreffen?]
Es ist noch Platz im Aufzug, alle Besorgnis umsonst. Es geht nach oben, der Puls beschleunigt, erster Stock, zweiter, bis zwanzig, dann öffnet sich die Tür.
Wieder dieses Grüßen, wie er es hasst, den ganzen Weg bis zu seinem Büro. Innen ist alles zweckmäßig, mit Ausblick auf grauen Beton. Rauchen verboten. Egal. Er kocht sich seinen ersten Kaffee, schwarz. Bei einem wird es nicht bleiben.

Ich denke, dass du durch die Aufzählungen und das Abgehackte die Hektik, den Gemütszustand des Protagonisten beschreiben willst, aber meinem Empfinden nach braucht es dafür nicht derart kurz und knapp formuliert zu sein.

Das ist meine Meinung zu dem Text, vielmehr zu dem Stil, und ich bin neugierig, wie andere Leser das empfinden mögen. Ist natürlich alles Geschmackssache.

Liebe Grüße,
Skala
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Sekundärstille meinte dazu am 27.11.2015:
Hi Alina,
danke für Dein ausführliches Kommentar und Deine Ideen zum Text!
Irgendwie habe ich zzT so einen Kreativ-Nullpunkt, hoffentlich geht das rum und es kommt mal wieder mehr von mir...
Dieser Text ist, wie gesagt, schon älter.
Ich wollte da bewusst etwas ausprobieren, sozusagen diese Hektik, Getriebenheit und auch das zugrundeliegende Unglück irgendwie schildern und dazu passten mir diese Art von Sätzen, das abgehackte, hektische, atemlose.
Ich bin gespannt, ob es noch andere Kommentare dazu geben wird, vielleicht habe ichs ja tatsächlich etwas übertrieben.
Liebe Grüsse

Edit: schonmal überlegt, Jurorin beim Bachmannpreis zu werden? Das würde zu Dir passen ;)
(Antwort korrigiert am 27.11.2015)
(Antwort korrigiert am 27.11.2015)
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Skala antwortete darauf am 27.11.2015:
Kreativ-Nullpunkte kommen vor, die sind übel... (bei mir sind die immer arbeitsgebunden, die Mistkerle! )
Und ja, ich bin auch neugierig, wie andere das empfinden mögen. Das war meine erste Überlegung und Empfindung beim Lesen.
(Mit dem Bachmannpreis stapeln wir jetzt aber ein bisschen hoch, nich'? Da gibt's hier auf KV noch einige, die sich da besser anbieten würden... (vorerst reicht Meckertante im Antho-Team, und da gibt's ja auch stramme Mitbewerber ))
(Antwort korrigiert am 27.11.2015)
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Vessel schrieb daraufhin am 28.11.2015:
ist es nicht eher die kupplung, die man riecht und nicht die reifen?

sonst stimme ich skala zu, würde es aber etwas weniger durch die blume formulieren wollen und hinzufügen: der text ist leblos und uninspiriert, es fehlt das besondere, etwas, das ich nicht erwartet habe.
ich schreibe das, weil du expiziet nach anderen meinungen fragst, und hoffe, es ist okay für dich.
durch tiefs hilft (mir) nur: sie aushalten bis wieder das bedürfnis da ist, was zu sagen.

meckertante skala? ach komm, du bist doch handzahm! :p

viele grüße!
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Sekundärstille äußerte darauf am 29.11.2015:
Danke für Dein Kommentar, natürlich ist das absolut ok, Deine Meinung unverblümt zu schreiben!
Wegen der Reifen: da kann es schon nach verbranntem Gummi riechen, oder? Ich weiss es selbst nicht genau ;)
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Skala ergänzte dazu am 30.11.2015:
Zur Technik: Ich hab keinen Plan, was man riecht. Stinkt auf jeden Fall. (Frauenerklärung. Muss reichen.)

Zum Meckern: Den Herrn Vessel würde ich ja auch als Top-Anwärter auf den Posten bezeichnen!
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Kommentar von rochusthal (71) (28.11.2015)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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Sekundärstille meinte dazu am 29.11.2015:
Danke für die Empfehlung
Und danke für Dein Feedback!
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Sekundärstille
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Veröffentlicht am 27.11.2015, 1 mal überarbeitet (letzte Änderung am 27.11.2015). Textlänge: 313 Wörter; dieser Text wurde bereits 570 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 04.06.2021.
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