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Die Jungfrauengeburt, aus einem chinesischem Handbuch für die PraxisInhaltsverzeichnisDer heilige Abend des LitForen-Autors

Literatur und Sperma, der heilige Franziskus

Erzählung zum Thema Tränen


von toltec-head

Die Stellen, in denen in der westlichen Literatur die für die chinesischen Taoisten und die tatrinischen Yoginis in Indien und Tibet so wichtige Praxis des Zurückhaltens des Spermas vorkommt, sind schnell aufgezählt.

Nietzsche spricht irgendwo davon, Sperma müsse erst in Blut übergehen, bevor man etwas von Wert schreiben könne. Das ist ziemlich vage und lässt die Frage nach der Technik - bei den Taoisten war etwa die begleitende Embryonal-Atmung wichtig - vollkommen offen. Immerhin eröffnet sich so eine ziemlich originelle Sichtweise auf das, was Literatur meist nicht ist; man gehe die der letzten 60 Jahre, zumal wenn sie von Frauen stammt, unter diesem Gesichtspunkt nur einmal durch. 

Die andere Stelle wird von dem auf der Toilette der Divinity School in Chicago entweder von okkulten Kreisen oder dem rumänischen Geheimdienst erschossenen Ioan P. Culianu in seinem Buch "Eros und Magie in der Renaissance" erwähnt. Auch bei Culianu deutet sich ein Zusammenhang zwischen Literatur und Sperma an, wenn er davon schreibt, dass in der Medizin der Renaissance Stimme und Sperma eng miteinander in Verbindung gebracht worden seien, da diese die einzigen Wege darstellten, auf denen der Geist wahrnehmbar aus dem Leib heraustrete. Es verstehe sich daher von selbst, dass ein allzu großer Spermaverlust nicht nur die Stimme, sondern auch alle anderen geistigen Tätigkeiten in Mitleidenschaft ziehe und dass umgekehrt viel Reden dieselbe Wirkung zeitige. Das Gegenteil von Pneumatorrhö sei die Ansammlung von Pneuma, die sich unter anderen durch das Bunkern von Sperma erlangen lasse.

Giordano Bruno, der in seiner Abhandlung  Über die Fesseln auch von dem heremita masturbans spricht, bei dem sich zwanglos an Zubaráns in einer Wüste vor einem Totenschädel platzierte sexy bärtige junge Männer denken lässt, verrät den Trick: Iactu seminis vincula relaxantur, retentione vero intenduntur. Durch den Ausstoß des Samens werden die Fesseln gelockert, durch die Zurückhaltung gestrafft. Vinculum fit ex prolifico semine quod ad actum suum rapitur, nititur atque rapit. Die Fessel entsteht aus dem fruchtbaren Samen, der zu seinem Akt hingerissen wird, zu ihm strebt und ihn fortreißt. Culianu: "In seinem De vinculis preist Bruno die Enthaltsamkeit wegen ihrer Fähigkeit vincula, magische Fesseln zu erzeugen. Einzigartig ist, dass es sich nur um eine physische Enthaltsamkeit handelt, denn auf der seelischen Ebene empfiehlt Bruno im Gegenteil, dass man wollüstige Phantasmen hervorbringen solle." Wichsen oder Ficken bis kurz vorm Abspritzen halt - ob das aber ohne Embryonal-Atmung viel bringt?

Fest steht jedenfalls, dass die Leute die in Pärchen oder Gruppen die Bilder abschreiten, hier nichts verloren haben. Regelmäßig beim Betreten eines Museumssaals das Gefühl, erst einmal zur Austreibung schreiten zu müssen. Und reden vor Zubaráns schweigenden, vor lauter Sperma platzenden Mönchen geht schon mal gar nicht. Schon klar, eine andere Art abzuspritzen hat eine Frau ja nun einmal nicht (und viele der hier herumlungernden männlichen gut situierten Rentner ja auch nicht). 

- Entschuldigen Sie mal Fräulein, würden Sie bitte versuchen ihre Pneumatorrhö in den Griff zu kriegen, ich versuche vor diesem Bild gerade zu meditieren.

Hat die mich aber blöd von hinter ihren Brillengläsern angeschaut. Die Kuhäugige, von der Gegenreformation Schwatzende.

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Dies ist ein Text des mehrteiligen Textes Mönch und Extase - Sentimentale Reise nach Düsseldorf im Herbst 2015.
Veröffentlicht am 23.12.2015, 5 mal überarbeitet (letzte Änderung am 23.12.2015). Textlänge: 500 Wörter; dieser Text wurde bereits 716 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 08.06.2020.
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