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ein Monolog

Monolog


von Zeder

Ich konnte nicht mehr einschlafen heute Nacht. Ich bin aufgewacht, mitten in ihr, du warst nicht da. Ich bin hinaus gegangen um dich zu suchen, an der Haltestelle und an dem Haus bei der Brücke, das, mit dem tiefen Eingang und dem engen, gläsernen Treppenhaus, da, wo wir manchmal zu schauen, wie die Leute sich zu nicken und grotesk aneinander vorbei drängeln müssen. Ich habe da gestanden und gewartet, bis das Licht angeht, gegen fünf kam jemand runter, ein alter Mann in Sportanzug, er lief langsam die Straße hinab und rieb sich die Arme dabei, bis sie brennen mussten. Er hat mich kaum beachtet, steckte sich Kopfhörer in seine Ohren und ich fragte mich, was er wohl hört, wenn er so joggt und ob er allein wohnt und überhaupt, wie sein Leben so aussieht.
Dann habe vor dem Café gestanden, in dem du morgens Kaffee holst, aber die Tür war verschlossen. Drinnen brannte Licht und ein junges Mädchen wischte die Theke ab und stellte Bleche voll Kuchen in die Auslage, band sich die Haare frisch zurück und summte vor sich hin. Vielleicht spitzte sie auch die Lippen.
Ich stand eine Weile am Rande des Parks und beobachtete, wie die Lichter durch die Bäume brachen und die knorrigen Äste mit den Knospen wie ein Drahtgewirr in den Himmel steckten, wie die Vögel aufscheuchten bei dem angehenden Straßenlärm, wie die Mülleimer überquollen und ein paar alte Zeitungsblätter lose im Wind wirbelten, wie in einem kleinen Wirbelsturm. Eine endlose Stille in geräumiger Grünfläche, ein Vakuum im Großstadtsumpf. Dann kam der erste Spaziergänger mit seinem Hund und ließ dem Tier nicht weiter als einen Meter Freiraum, drängte ihn auf den grauen Rasen zu und schlurfte den Schotter entlang als gäbe es nichts mehr.
Ich habe dich gesucht, an der Schranke, an der du manchmal stehst um den Zügen zu zusehen, dann zählst du die Sekunden, die ein Zug braucht um durch dein Blickfeld zu fahren und bewegst dich nicht dabei. Dann kritzelst du etwas in dein Notizbuch und dehnst dabei den Buchrücken ungesund  und schaffst es irgendwie die Seiten umzuknicken und einzureißen, der Kuli färbt deine Finger meist blau.
Die Strecke zum Tunnel lief ich an, die LKWs standen noch aufgereiht, ein Fahrer putzte sich die Zähne und spuckte an seine Reifen, starrte mich an, als er mich bemerkte und zog sich die Jacke zu. Ein LKW drängte sich aus der Reihe, schweifte unnötig aus, schob sich aufdringlich an den anderen Wägen vorbei und drängte seine Kollegen an die Seite, kurz sah ich sein verbissenes Gesicht und drehte mich zum anderen Fahrer um, der lachte leicht und schüttelte den Kopf. Ich lachte mit und fühlte mich kurz verbunden.
Auf der Reling von den Hausbooten saßen nur Krähen, dich sah ich dort nicht. Nur Krähen, die durcheinander flogen, Plätze wechselten und sich aufplusterten und mich ankrächzten, ich krächzte zurück.
Plötzlich überzog mich eine Müdigkeit, als hätte sich mein Körper nach langer Anspannung endlich losgelassen. Ich hätte mich am liebsten fallen lassen in die harten Arme des Asphalts, hätte am liebsten nachgegeben und wäre am Boden zur Ruhe gekommen, in das Bild gefallen, das in meinem Kopf liegt, hätte meine Glieder gebogen und wäre mit den Steinen verschmolzen. Ich hätte vielleicht gerne den Duft von Blumen in der Nase gehabt, aber wirklich wichtig wäre das nicht. Ich hätte durch die Hände Wurzeln geschlagen.
Einmal las ich dieses Buch, da lag eine Frau den ganzen Sommer über in ihrem Hain im Garten und mit jeden Tag wuchs ein bisschen mehr Efeu über ihre Glieder, ihr Herz schlug langsamer, ihr Kleid löste sich auf in wirre Fäden und sie verweste langsam im Hochsommer in ihrem Garten, hörte vage wie im Haus Mann und Kinder ihres Lebens gingen, aber rührte sich nicht, bis sie aufgelöst war. Fühlst du dich so?

 
 

Kommentare zu diesem Text


poena
Kommentar von poena (09.02.2016)
ja. manchmal.
wieder öfters.

und warum kann ich hier nur einmal einen fave markieren?
drei mindestens würd ich dir geben.
lg p
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Zeder meinte dazu am 09.02.2016:
wie schön dich mal wieder hier bei mir zu finden und zu lesen! danke dir
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Inlines
Kommentar von Inlines (09.02.2016)
Hi Zeder,

vor allem der erste (bis aussieht) und der letzte Absatz gefallen mir hier gut. Das dazwischen ist auch nett, aber eben nicht ganz so ausdrucksstark und einprägsam. Kann aber verstehen, dass du es beibehalten möchtest.

Kleiner Hinweis:

in das Bild gefallen, das(s) in meinem Kopf liegt

LG El B.
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Dieter_Rotmund
Kommentar von Dieter_Rotmund (10.02.2016)
"Einmal las ich dieses Buch, da lag eine Frau den ganzen Sommer über in ihrem Hain im Garten und mit jeden Tag wuchs ein bisschen mehr Efeu über ihre Glieder, ihr Herz schlug langsamer, ihr Kleid löste sich auf in wirre Fäden und sie verweste langsam im Hochsommer in ihrem Garten..."

Gibt's das wirklich? Falls ja, wie heißt es?
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Zeder antwortete darauf am 10.02.2016:
ne, das müssen wir erst schreiben.
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SophieLeuchtschatten
Kommentar von SophieLeuchtschatten (09.03.2016)
Deine Texte sind oft wie Reisen durch eigene Erinnerungen. Dieser hier nimmt viele Momente mit,in denen ich in den Straßen unserer Stadt gesucht habe. War beim sehnsuchtsvollen Lesen aus der Ferne wieder Zuhause.
Danke!
(Kommentar korrigiert am 09.03.2016)
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Veröffentlicht am 09.02.2016, 5 mal überarbeitet (letzte Änderung am 09.02.2016). Textlänge: 631 Wörter; dieser Text wurde bereits 485 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 17.08.2019.
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