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Erzählung zum Thema Abenteuer


von toltec-head

Gefühl, dass mir jeden Tag nur eine sehr begrenzte Anzahl an Wörtern zur Verfügung steht, dass es mir Spaß macht, diese begrenzte Anzahl - aber auch nur sie! - zu posten, und dass ich danach etwas anderes machen möchte, ficken, Bilder schauen, Fahrrad fahren, ein bisschen arbeiten, wie der Italiener sagt, ein bisschen spielen, ein bisschen lieben. Oder mit Karl Marx: Die Gesellschaft regelt die allgemein Produktion und ermöglicht mit heute dies, morgen jenes zu tun, morgens zu jagen, nachmittags zu fischen, abends Viehzucht zu treiben, nach dem Essen zu kritisieren, wie ich gerade Lust habe, ohne je Jäger, Fischer, Hirt oder Kritiker zu werden.

Einwand: Auf diese Weise verkommst du noch zu deinen besten Mannesjahren zu einem Sätzer oder harzgebirgler; es kommt bei diesem morgens jagen, nachmittags fischen wirklich nicht mehr heraus, als Prosa à la Sätzer oder Gedichte à la harzgebirgler; und stell dir vor, wie schrecklich es wäre, wenn auch die Wirtschaft, die Wissenschaft, ja selbst die dich gar nicht interessierende Religion nach dem Prinzip Sätzer oder harzgebirgler strukturiert wären. LitForen-Müll geht ja noch, was aber, wenn auch in den Supermärkten und Drogerien nur noch Müll offeriert würde? Die großen Werke, von denen Daniel Kehlmann sagt, sie bebten ewig in seinem Herzen nach - oder so ähnlich, hab keine Lust, den Schwachsinn jetzt zu googlen - glaubst du wirklich, dass je eines  von ihnen auf diese Weise, so linkerhand zustande gekommen sind?  Willst du wirklich mit diesem Nudelsalat fortfahren? Noch hättest du vielleicht Zeit und Kraft, so etwas wie ein Werk zu schaffen, versuch es doch!

Antwort: Ein Werk zu schaffen, einen Roman oder auch nur eine halbwegs zusammenhängende Abhandlung zu schreiben, kommt mir ebenso wahnsinnig vor, wie morgens zur Arbeit zu gehen, und den einen Wahnsinn mit dem anderen auszutreiben noch viel wahnsinniger. Ich möchte weder Sätzer, noch harzgebirgler, noch Kehlmann lesen, aber das, was mir ein kurdischer, sogenannter Flüchtling kürzlich nach dem Ficken erzählte, das machte mir schon ein wenig Spaß. Schon in Frankreich, Italien und Holland ist er gewesen, und vor Hannover in Bad Bodenteich, wo ich immer schon mal hin wollte, die letzten 3 Jahre nur von Camp zu Camp gereist ("Lyon was nicest", die französische Sprache habe den gleich Tonfall wie die kurdische, er intoniert zur Demonstration die eine und macht die andere etwas nach, Deutsch möge er nicht so, was ich gut verstehen kann, Italien was also nice, aber kein money dort, zum Glück bekäme er Geld von seinen Eltern, als Asylgrund gäbe er überall Homosexualität an). Nach Schweden, das ihn an sich auch noch interessierte, will er nicht, weil da zu viele Tanten und Onkel von ihm seien ("I am not outed"). Spanien, ja Spanien, dort würde er schon noch gerne hin, Barcelona oder auch Portugal. Ich sitze ihm gegenüber und komme mir genauso blöd vor wie die alte BRD oder Daniel Kehlmann.

Nachdem wir ein 2 X gefickt haben, fragt er mich, ob ich ihn heiraten möchte, was ich aber sofort verneine. Dafür versuche ich ihm beim Rausgehen etwas Geld zuzustecken, was er aber empört zurückweist. Der kommt nicht wieder! Zwei Tage später ist er aber schon wieder da.  Er erzählt mir nach dem Ficken, dass er als Flüchtling nur zu schnipsen brauche und schon stände morgen für ihn ein Flugzeug nach Kurdistan bereit. Ob ich das denn etwa so wolle? Ich weiche seiner Frage aus und erkundige mich stattdessen nach meinen Chancen, als Flüchtling in Kurdistan aufgenommen zu werden, auch wolle ich Kurdisch lernen, weil es so schön sei. Er lacht. Es ist spät. Ich schmeiße ihn raus, er will wieder kein Geld. Ich muss morgen zur Arbeit.

LitForen-Autor: Flüchtling für Faule.

 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von parkfüralteprofs (57) (01.05.2016)
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toltec-head meinte dazu am 01.05.2016:
Langsam findest du zu deiner alten Form zurück.

Musste beim Lesen an „Der Cthulhu-Mythos“ von Bolaño denken, einer Bestandsaufnahme der zeitgenössischen Lateinamerikanischen Literatur, wo - ich weiß, nach R. müsste es "in der" heißen - wo B. statt nachzuweisen, warum Isabel Allende wirklich so schlecht ist, wie er behauptet, einfach nur sagt, sie esse Trockenfrüchte. Beim googlen übrigens festgestellt, dass es eine Besprechung von Kehlmann gibt:

„Der Cthulhu-Mythos“ genannt, ist nicht weniger als ein höhnisches Vermächtnis: Bolaño, der zu Lebzeiten verkannte Dichter, der genau wusste, dass seine Zeit kommen würde, formuliert mit leichter Geste seine Absage an die Verständlichkeit und ans Entgegenkommen gegenüber dem Publikum: „Die Schriftsteller heute sind … keine feinen jungen Herren mehr, die auf gesellschaftliches Ansehen pfeifen, und schon gar kein Haufen von Unangepassten, sondern Leute aus der Mittelschicht und dem Proletariat, die entschlossen sind, den Mount Everest der Anerkennung zu erklimmen, die nach Anerkennung gieren… Auf dem Weg dorthin kommen sie tüchtig ins Schwitzen. Bücher signieren, lächeln, in die Fremde reisen, lächeln, sich in den Klatsch-und-Tratsch-Sendungen zum Narren machen, lächeln und nochmals lächeln, niemals in die Hand beißen, die einen füttert, Buchmessen besuchen, gut gelaunt die fiesesten Fragen beantworten, in den übelsten Situationen lächeln, ein kluges Gesicht machen, das Bevölkerungswachstum regulieren, immer brav Danke sagen.“ So verspottete Roberto Bolaño uns alle, die wir weder sein Genie noch seine Kompromisslosigkeit haben, und ließ uns beschämt, aber in Gesellschaft seiner großen und rätselhaften Bücher zurück.


http://www.cicero.de/salon/kehlmann-liest-roberto-bola%C3%B1o/38284

Betulicher hätten ich oder Th. Mann es im letzten Satz auch nicht sagen können, aber vielleicht noch nach einem dritten Adjektiv für große, rätselhafte Bücher gefischt.

Sätzer kann ja mal eines der legendären Schreibseminare des großen, rätselhaften Bodo Kirchhoff besuchen, sieht ihm ja sogar ähnlich und schreibt doch auch gar nicht so viel schlechter, so dass er sich von ihm, wie vom Teufel, von dort abholen lassen kann, wo er ist.
(Antwort korrigiert am 01.05.2016)
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parkfüralteprofs (57) antwortete darauf am 01.05.2016:
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Dies ist ein Text des mehrteiligen Textes Foren-Träumereien eines einsamen Literatur-Touristen.
Veröffentlicht am 01.05.2016, 5 mal überarbeitet (letzte Änderung am 30.05.2016). Textlänge: 602 Wörter; dieser Text wurde bereits 763 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 10.07.2020.
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