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Was bleibt von Weihnachten?

Kurzprosa


von tulpenrot

Weihnachten ist längst vorüber, der Stall nun menschenleer.
Kalter Regen, feuchte Abenddämmerung in Bethlehem.
Das Vieh schreit nach Futter, der Bauer mistet aus.

Engelscharen loben immer noch Gott. Im Himmel, seltener auf der Erde.
Der Stern ist erloschen oder vielleicht nur verborgen hinter Wolken - wer weiß das schon?

Auf den Feldern hüten Hirten ihre Schafe, melken sie, scheren sie. Das Fell und den Käse tragen sie zum Markt. Sie wollen leben.

Die Weisen bezahlen ihre Karawanen-Führer, ihr Reisevorrat ist verbraucht.
Sie beugen sich wieder über ihre Bücher. Im Morgenland

Jesus und seine Eltern auf der Flucht, als Fremde in Ägypten. Nach ihrer Rückkehr abgelehnt und verachtet im eigenen Land . Bis zum Tod.

Und die Menschen buchstabieren seine Worte vom Leben, von der Erlösung, vom Frieden und Gottes Reich. Sie konjugieren: ich liebe - du liebst - er sie es liebt - wir lieben - ihr liebt - sie lieben.
Wen oder was?

Anmerkung von tulpenrot:

Auf der Suche nach einem neuen Text fand ich diesen, der noch unfertig in der Schublade lag. Er passt nicht unbedingt zur Jahreszeit und eigentlich wollte ich gerade keine theologisch gefärbten Texte veröffentlichen - aber....


tulpenrot
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Veröffentlicht am 29.05.2016, 4 mal überarbeitet (letzte Änderung am 14.12.2018). Textlänge: 148 Wörter; dieser Text wurde bereits 384 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 15.07.2019.
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