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Erotik einer Tagung

Kurzprosa


von Sätzer

Der erfahrene ältere Herr sagt, dass all das, was es heute auf der Welt gibt, nicht mehr lange anhält, denn die Menschen mögen es nicht, wenn es gut läuft. Sie tun so als wären sie schrecklich zufrieden, demonstrieren es sogar lautstark, aber in Wirklichkeit knirschen sie vor Wut mit den Zähnen. Denn sie wollen ständig, dass es noch besser wird, die Wirtschaft schneller wächst, der Job höher bezahlt wird, weil sie kein Maß kennen. Natürlich taucht dann sofort ein Volksverführer auf und stänkert dagegen, je nach Bedarf.

Ein etwas jüngerer Geschäftspartner meint:
„Schauen Sie sich diesen Saal an. Kann das noch lange so weiter gehen? Viele hübsche Frauen, und keiner will sie vögeln. Jede Menge Cognac, und keiner trinkt ihn. Weiche Sessel, und keiner setzt sich, um den Hintern zu wärmen. Sagen Sie selbst, ist das auf die Dauer möglich?“

„Die Menschen können es nicht ertragen, dass der eine alles hat und der andere gar nichts“, meint der ältere Herr, seinen ersten Gedanken aufgreifend.

Zwei besonders attraktive Männer in mittleren Jahren gehen langsam durch den Saal, in ein leises, längeres Gespräch vertieft. Die Damen schauen auf und seufzen ihnen mit den Augen ein stilles Wohlwollen zu. Bei einigen entstehen geheime Sehnsüchte und Wünsche, wofür sie sich hätten schämen müssen, wenn sie diese Gedanken offen und laut äußern würden, denn das sind etwas seltsame und unheimliche Sehnsüchte. Sie fließen unter ihren Wash-and-go-Frisuren hinunter zum Hals, dann zum Dekolleté, umspülen die Brüste mit einer warmen Welle, kriechen über den Bauch, pressen sich schließlich zwischen die Schenkel, wo sie ein süßes Zittern begrüßt.

 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von Graeculus (69) (21.07.2016)
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Sätzer meinte dazu am 21.07.2016:
Ja Graec, da musst du einfach mal mit verschiedenen Frauen reden - oder sie heimlich beobachten, belauschen. Oder die weibliche Seite deines Rechtshirnes in dir spielen lassen. Du bist ja eher mit deinen Texten und als Philosoph ein Linkshirner. Aber was nicht ist kann ja noch werden
Dank für den Kommi und LG Uwe
(Antwort korrigiert am 21.07.2016)
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Graeculus (69) antwortete darauf am 21.07.2016:
Diese Kommentarantwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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Sätzer schrieb daraufhin am 21.07.2016:
Schau mal hier rein:
 
(Antwort korrigiert am 21.07.2016)
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Dies ist ein Text des mehrteiligen Textes Politik - Gesellschaft (Kurze Prosa).
Veröffentlicht am 21.07.2016, 4 mal überarbeitet (letzte Änderung am 19.08.2018). Textlänge: 263 Wörter; dieser Text wurde bereits 627 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 11.12.2019.
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