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Hyperventilation

Erzählung zum Thema Spaziergang


von toltec-head

Ich mache keine Literatur, ich hyperventiliere sie nur. Warum Autor sein, sich wie Balzac und tutti quanti tot arbeiten, wenn man alle Autoren, die es je gegeben hat, für umsonst spielen kann, so wie sich beinah jeder Porno auf den entsprechenden Seiten für umsonst streamen lässt? Ich bin wie ein höheres Fräulein in Rom, immer anfänglichen Enthusiasmus voll und doch auch schon wieder leicht genervt von all den Jahrhunderten. Mit seinem Reiseführer (der besseren Sorte) weiß es nicht so Recht, wo es anfangen soll, es fängt dann irgendwo an und hat ständig das Gefühl, falsch angefangen zu haben. Schon hat es keine Lust mehr weiter zu machen. Aber irgendein Programm muss ja sein und die Zeit ist kurz, 1 Jahr wäre zu kurz für Rom, aber wir Fräulein haben ja immer nur 1 Woche. Einen Roman, schon eine kleine, richtige Erzählung zu schreiben, käme mir so falsch wie eine organisierte Gruppenreise mit Studiosus vor, mit lauter allerhässlichsten Leuten, die wissen wo´s lang geht. Ein Gedicht zu schreiben käme mir so lächerlich wie ein Individualreisender vor, der sich darauf kapriziert in Rom, im 21. Jahrhundert als Einheimischer unter Einheimischen behandelt zu werden, und dessen Lyrisches Ich sofort einschnappt, wenn der Hotelier ihm auf seine beinah akzentfreie Nachfrage plump auf Deutsch antwortet.

***

Talkrunde mit Houellebecq und Catherine Millet, die als zwei Gegensätze vorgestellt werden, die Autorin der Libertinage und der Autor der Contre-Libertinage. Wenn man die 45 einmal überschritten hat, sollte man, finde ich, die eigene Fickbarkeit nicht mehr kultivieren, fiele mir selbst als Pariserin wahrscheinlich aber auch sehr schwer. Gute Idee von Michel stattdessen die eigene, beinah schon wieder sublim wirkende Hässlichkeit zum Kult zu erheben. Bin gleichwohl geschockt: wenn die Kamera ihn von der Seite zeigt, sieht er nicht nur maßlos hässlich, sondern regelrecht dumm aus. Außerdem weiß man das ja auch schon aus anderen Interviews mit ihm: der größte lebende Schriftsteller der Welt kann praktisch nicht sprechen, antwortet auf Fragen wie ein schlecht präparierter Schüler im Examen und sagt die allermeiste Zeit nur absolut belangloses Zeugs. Sind nicht auch seine Romane, wie Kritiker zumal in Deutschland nicht müde zu betonen werden, gemessen am psychologischen, handlungstheoretischen und gesellschaftskritischen Tiefgang großer Gesellschaftsromane, wie sie zumal in Deutschland Meterware sind, einfach nur platt? Und seine Gedichte derart dilettantisch, dass sie genauso gut aus einem Literatur-Hobbyforum stammen könnten? Trotzdem ist er beinahe der einzige lebende Autor, der noch lesbare Romane und Gedichte schreibt. Die Beredsamkeit hat er den Politikern überlassen, Kultiviertheit und gepflegtes Äußeres den Moderator_innen, das Kritischsein den von der Gesellschaft hierfür angestellten Kritikern (Professor_innen), gut zu schreiben den entsprechend für welchen Zweck auch immer Dressierten. So wie Osho - den er hasst, weil seine Mutter mal glaub ich bei ihm war -  die Religiosität von der Religion befreit hat, so hat Houellebecq das Schreiben von der Literatur befreit (es ist längst nachgewiesen, dass er sich auch schon mal gern im Copy&Paste Verfahren bei Wikipedia bedient). Nach ihm sind eigentlich Romane und Gedichte gar nicht mehr denkbar, sondern nur noch viele kleine Ichlinge, die auf Internetforen Bio-Blogging betreiben.

Schaue mir die Diskussion bis zu der Stelle an, wo Catherine Millet ganz Ansagesprecherinnen like ihre frisch rasierten Beinen aneinander reibt und sich in Fragen der Genrezuordnung verheddert.

Millet: Eigentlich hat Chateaubriand keinen Roman geschrieben, seine Landschaftsbeschreibungen sind keine Prosa, sondern ein Gedicht.

Houllebecq (nüchtern): Dafür ist Chateaubriand zu lang.

Millet: Aber es gibt doch auch sehr lange Gedichte, Epen.

Houellebecq (äußerst nüchtern, hat soeben seine gut versteckte elektrische Zigarette kurz mal rausgekramt): Ja, aber keine Epen über Landschaftsbeschreibung.

Bin dann zu müde und geh ins Bett.

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Dies ist ein Text des mehrteiligen Textes Foren-Träumereien eines einsamen Literatur-Touristen.
Veröffentlicht am 05.03.2017, 4 mal überarbeitet (letzte Änderung am 12.04.2018). Textlänge: 597 Wörter; dieser Text wurde bereits 413 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 16.10.2019.
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