Ich sterb´ für dich

Gedicht zum Thema Lebenszeiten

von  RainerMScholz

Die Bäume zanken
und Männer wanken,
es ist Trinkzeit.

Frauen kreischen,
die Fische laichen,
es ist Fickzeit.

Die Korken knallen,
die Väter lallen,
es ist Wurfzeit.

Die Kinder laufen
zu Knäueln in Haufen,
es ist Spielzeit.

Die Alten lachen,
Ehen krachen,
es ist Bauzeit.

Vererbte Lehen
und Zeiten gehen,
es ist Sterbzeit.

Aus dem Haus
in Saus und Braus,
es ist Flüggezeit.

Die Knechte knechten
und Mägde verzichten,
es ist Arbeitszeit.

Wenn die Stürme wehen
und die Sterne vergehen,
dann ist Auszeit.

Und dann kommt das große
Lose ziehen und die letzte
Kirmesnacht verraucht;
dann ist das Ende
auch bald da,
und Spaß und Spiel erlischen
in den heiteren Lebensnischen.




© Rainer M. Scholz

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Kommentare zu diesem Text


 princess (17.03.17)
Gedanken finden
sie zu Worten verbinden
es ist Schreibzeit.

Der Rhythmus ist ansteckend. Ich musste es augenblicklich auch gleich mal probieren.

Das
erlischen
am Ende ist entweder falsch konjugiert oder voll innovativ.

Liebe Grüße
princess

 RainerMScholz meinte dazu am 17.03.17:
Das ist ein guter Kommentar. Wegen des Erlischens muss ich noch näher in Herrn Dudens Nachschlagewerk einsteigen und mir einig werden, ob ich damit warm werden will.
Grüße,
R.
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