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Blond aus dem Serail

Kurzgeschichte zum Thema Versuchung


von RainerMScholz

Der Sultan war sehr erregt. Nie zuvor hatte er eine blonde Sklavin aus den nordischen Landen besessen. Sein Haushofmeister hatte sie günstig auf dem Markt von einem dickbäuchigen bärtigen Wikinger erstanden, einem tumben Barbaren, wie er sich auszudrücken pflegte. Ihre Formungen waren durchaus angenehm anzuschauen, wie der Sultan von weitem bereits festgestellt hatte, melonenhaft saftig und gut zu greifen, wie er befand, gebärfreudiges Becken, üppige Rückenpartie. Er schnalzte mit der Zunge und rieb sich die Hände. Bald würde es dunkeln und die Zofen die Lichter entzünden, um das Serail in sanftes rotes Licht zu tauchen und ihrem Herrn zu signalisieren, dass alles bereit sei. Der Sultan ging, sich im Hamam frisch machen zu lassen.
Als die Stunde gekommen war, schritt der Sultan wohlriechend und frisch gestärkt zu dem geheimen Einlass des Serail. Der diensthabende Eunuch ließ ihn ein, und er begab sich in das Gemach, das für seine neue Sklavin hergerichtet worden war. Ein blonde Sklavin. Und Jungfrau, wie ihm versichert worden war. Er schlug die Augen nieder und strich sich den Bart. Hoffentlich würde er der Herausforderung gewachsen sein. Er entdeckte sie vor dem Spiegel des Frisiertisches. Sie schien insgeheim sein Spiegelbild betrachtet zu haben, wandte aber jetzt den Blick. Der Sultan näherte sich ihr. Sie sprachen kein Wort, kein Laut war zu hören, nur ihr angestrengtes Atmen und in der Ferne Töne von einer Flöte. Ihr Haar schimmerte im Mondlicht, das durch das Oberfenster herabfiel, dieses blonde Haar, das der Sultan so sehr begehrte zu berühren. Er streckte endlich seine Hand aus, doch die Sklavin wich vor ihm zurück. Er lächelte ob ihrer Schamhaftigkeit. Dann griff er nach ihrem Haar, streichelte, liebkoste es verzückt, fuhr zärtlich mit den Fingern hindurch – und hatte eine lose Strähne zwischen den Fingern. Er versuchte es zu ignorieren, doch weitere Strähnen lösten sich und eine klebrige Masse schien von dem Haar abzuperlen, weißlich, schmierig, wie geölter Kalk. Der Sultan wischte sich die Hände am Kaftan ab und sah die Frau entsetzt an, als sie sich zu ihm wandte. Ihr eingefallener zahnloser Mund lächelte scheinbar, die Haare lagen wie Weizenhalme zu ihren großen Füßen und die Schminke in ihrem Gesicht lief in den mit faltigen leeren Brüsten gefüllten Ausschnitt ihres Negligés. Entsetzen in den Augen wich der Sultan mehrere Schritte zurück. Die Frau formte ihre rissigen Lippen zu einem Kussmund und ihre knotigen Finger streckten sich ihm entgegen. Laut schrie der Sultan auf und flüchtete kopflos aus dem Serail. Der Eunuch schloss konsterniert die Tür hinter ihm, wissend, dass sein Gebot das Schweigen ist.
Am nächsten Morgen, der Sultan saß gerade beim Frühstück, wurde der Haushofmeister hinter dem Palast sang- und klanglos geköpft. Der Sultan wusste nun, und er trank einen Tee dabei, dass diesen Leuten aus dem Norden nicht zu trauen ist. Und blond? Was bedeutete schon blond.


© Rainer M. Scholz


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Kommentare zu diesem Text


EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (24.03.2017)
Versteckte Satire auf Rassismus. Unterhaltsam und amüsant.
LG
Ekki
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Sätzer meinte dazu am 24.03.2017:
Ja, das finnich auch LG Uwe
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RainerMScholz antwortete darauf am 27.03.2017:
Ich hab´ auch gelacht.
Gruß + Dank,
R.
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RainerMScholz
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Veröffentlicht am 24.03.2017. Textlänge: 469 Wörter; dieser Text wurde bereits 300 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 23.10.2019.
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