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die welt als friedhof

Sonett zum Thema Allzu Menschliches


von rochusthal

in einer bruchstückhaften alten welt
lebst du als splitter in dem blinden auge
und trübst den blick mit stinkend müder lauge
im üblen steinbruch der dir nicht gefällt

der neid wirft seine überlangen schatten
wo angst als wütender diktator brüllt
die herzen sind mit unrat überfüllt
darüber weinen schmutzverliebte ratten

da stehst du kopf an kopf mit dem verderben
der letzte spaten fällt dir aus der hand
du gräbst dir noch kein loch und willst nicht sterben

zum schluss bleibt dir nur wühlen in den scherben
es ruft dein überforderter verstand
du sollst die welt verändern und beerben


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Kommentare zu diesem Text


TrekanBelluvitsh
Kommentar von TrekanBelluvitsh (19.04.2017)
Aufrichtig aufrüttelnd und kritisch. Sehr gelungen.
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rochusthal meinte dazu am 19.04.2017:
vielen dank!
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Irma
Kommentar von Irma (20.04.2017)
Das ist aber wirklich eine üüüüüble Brüüüüühe in den Quartetten! Hier liegt mit dem üüübermäßigen ü-Gebrauch alles Übel der Welt ausgebreitet. LyrDu scheint ziemlich hilflos vor diesem Trümmerhaufen der Erde zu stehen. Und damit ist die Menschheit allgemein angesprochen. Was können wir als Einzelner schon ausrichten? Wir sind ja selber nichts als das kleinste Bruckstück des Zerbrochenen - ein winziger Splitter.

Wenn dieser Splitter in einem blinden Auge (Z.2) steckt, dann mag das vielleicht ein wenig schmerzen. Große Wirkung hat es nicht, denn die Sehkraft ist längst verloren gegangen. Trotzdem ist der verunreinigende Eiter mit Schuld an der Verwundung und dem Nicht-mehr-heil-Werden. Mit unserem Leben verunreinigen wir die Erde. Darüber können wir lamentieren oder verzweifeln. Wir können uns gleich unser eigenes Grab schaufeln oder versuchen, gegen Windmühlen zu kämpfen. Denn unser Selbsterhaltungstrieb hält uns am Leben. Letztendlich bleibt nur das „wühlen in den scherben“ (Z.12) übrig. - Sehr schön übrigens, wie hier im zweiten Terzett mit dem „ü“ das Übel noch einmal buchstäblich auf- und in die Hand genommen wird!

Auch schön das Bild mit dem Fallenlassen des letzten Spatens, welcher einerseits Kampfwaffe sein könnte, andererseits ja für den eigenen Untergang dienen sollte. Ist es Resignation oder Überlebenswille, weshalb der Spaten fällt? Vermutlich beides. So wie das Ausstechen des Grabes ambivalent ist: Mit dem Stich in die Erde verletzen wir diese ganz augenscheinlich! Damit wird die Ausweglosigkeit gut herausgekehrt. Wir sind überfordert (Z.13) damit, die alte Welt (Z.1) zu retten, weil wir als Teil von ihr auch Teil ihres Übels sind. Wir schaufeln uns unser Grab auf dem diesem Erden-Friedhof, ganz gleich, was wir tun. Erde zu Erde, Müll zu Müll.

Du hast in den Quartetten vermutlich nicht ohne Grund den umarmenden Reim gewählt. (Vielleicht mit dem Gedanken an zwei Hände, die versuchen, diese kaputte Welt zusammenzuhalten?) Gerade durch den „Friedhof“ im Titel wäre in meinen Augen aber durchaus auch der Kreuzreim denkbar. (Die Umstellung ginge recht problemlos ohne inhaltliche Veränderungen und klingt für meine Ohren noch etwas gefälliger.) Nur so als kleine Anregung!

"in einer bruchstückhaften alten welt
lebst du als splitter in dem blinden auge
im üblen steinbruch der dir nicht gefällt
und trübst den blick mit stinkend müder lauge

der neid wirft seine überlangen schatten
wo angst als wütender diktator brüllt
darüber weinen schmutzverliebte ratten
die herzen sind mit unrat überfüllt"

Fein gearbeitetes Sonett, über das ich sehr gerne nachgesonnen habe! LG Irma
(Kommentar korrigiert am 20.04.2017)
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rochusthal antwortete darauf am 20.04.2017:
und ich freue mich über deine aufmerksamkeit und deinen höchst kompetenten und sympathischen kommentar. die reimform ist in allen drei sonetten dieses kleinen zyklus gleich, daher lässt sich das hier nicht ändern.
vielen dank auch für die aufnahme in deine favoritenliste!
beste grüße
rst
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Irma schrieb daraufhin am 21.04.2017:
Oh, wo finde ich denn die anderen beiden Sonette aus dem Zyklus? LG Irma
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rochusthal
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Veröffentlicht am 18.04.2017. Textlänge: 98 Wörter; dieser Text wurde bereits 294 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 18.05.2019.
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