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Von Schneeleopardinnen, dem guten freien oder freien guten Ton aufgeweckter älterer Damen und Kritik am Bio-Bloggen

Erzählung zum Thema Zirkus


von toltec-head

Bio-Blogging in einem Landhaus. Dorothea war nicht nur an diesem Abend, sondern über die ganze Festzeit aufgeräumt und von lieblichster Laune, besonders seit jenem Tage, wo zum ersten Male seit ich in diesem Forum angemeldet bin eine größere, echte Gesellschaft, wenn man so sagen darf, sich zu einem Festmahle einfand. Nicht nur der Kaplan, sondern auch der Pfarrherr, der Arzt, ein Oberamtmann und einige Edelleute, Jugendgenossen des Grafen, welche trotz seiner verpönten Gesinnungen ihm zugetan blieben, waren da. Selbst ein paar aufgeweckte ältere Damen hatten sich schließlich angemeldet und verbreiteten sogleich den guten freien oder den freien guten Ton, der in gewissen Zeiten oft nur noch in der Gewalt der alten Frauen steht, die andere Tage gesehen haben und für sich nichts mehr fürchten noch hoffen.

Dass die sogenannte sexuelle Revolution eine Lüge war, sieht man daran, dass es diese aufgeweckten älteren Damen heute in Wirklichkeit überhaupt nicht mehr gibt. Nur Schneeleopardinnen um die 60 mit 100 % Grauabdeckung und unten rum rasiert, die immer noch alles fürchten und hoffen, auf der ständigen Flucht vor ihrem Spiegelbild schreiben und dadurch den schlechten unfreien oder unfreien schlechten Ton in jegliches Forum bringen. Schneeleoparden bepissen ihr Revier, gehen auf Jagd, töten oder werden getötet. Vermutlich ist verseelte Ich-Lyrik mit dick aufgetragenen Pastellfarben auch in späteren Jahren nicht so ihr Ding.

***

Blog. Ein Sprachklump aus Tagebuch, Poesiealbum, Selbstbiographie, Dissertation und Tageszeitung, der einen davon dispensiert, sich für eine dieser Formen die notwendige Zeit zu nehmen. Ein Blog bezieht in der Regel vom Tagebuch die authentizitätsgesättigte Nabelschau, vom Poesiealbum die Neigung zum automatisierten Aphorismus, von der Selbstbiographie die Logorrhöetendenz, von der Dissertation das obskurantistische Expertentum und von der Tageszeitung die zusammenhanglose Wiedergabe irrelevanter und bedeutungsvoller Informationen. Die meisten Blogs tendieren zum Block, sowohl im Sinne von Notizblock wie von Blockwart. Gute Blogs könnten auch Bücher sein. (Magnus Klaue, konkret, 10/2013)


Da ist er wieder, der Einwand von kojote oder auch parkfüralteprofs. Wer Kunst in Leben aufheben möchte, unterschreitet sie möglicherweise beide. Leben tut sich in Unbefangenheit, Kunst kommt von Können und zielt auf ein Werk. Im Prinzip die gleiche Kritik, die Klaue sehr scharfzüngig unter linken Vorzeichen an Merkels Politik der offenen Grenzen formuliert hat: Wer den Nationalstaat in einem supranationalen Gebilde ohne funktionierende Grenzsicherung aufgehen lässt, überwindet nicht den Nationalstaat, sondern fällt hinter dessen Errungenschaften zurück. Der Blogger landet im zwischenmenschlichen Gespräch und nicht in der Literatur. Alles richtig. Doch muss man auch die Perspektive eines nicht hinreichend dressierten Flüchtlings sowie von Leuten annehmen können, die aus welchen Gründen auch immer gerne schreiben, aber für das Literatursystem schlicht nicht anschlussfähig sind. Mein Verhältnis zum Nationalstaat und zu den echten Kunstwerken kann nur ein parasitäres sein. Wie der Kapitalismus ohne zivilisatorischen Rückschritt auf der höchsten Ebene seiner Errungenschaften heute aufgehoben werden soll, vermag ich ebensowenig wie das Entstehen eines echten Romans einzusehen, der nicht diesen grässlich-onkligen Martin Walser Erzähl-Ton haben soll. Sicher ist: In the long run we are all dead. Die Existenz als parasitärer Blogger oder Flüchtling bis zum Erscheinen des nächsten Ulysses oder der nächsten kommenden großen Revolte zwischenzeitlich daher definitiv vorzuziehen.

 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von toltten_plag (42) (23.04.2017)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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toltec-head meinte dazu am 23.04.2017:
Auch heute beglückwünscht eine Delegation jüngerer kV-Autorinnen toltec zu seinem Kurztext des Tages.
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toltec-head
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Dies ist ein Text des mehrteiligen Textes Foren-Träumereien eines einsamen Literatur-Touristen.
Veröffentlicht am 23.04.2017, 13 mal überarbeitet (letzte Änderung am 23.04.2017). Textlänge: 514 Wörter; dieser Text wurde bereits 399 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 01.06.2020.
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