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dilemma

Sozialdrama zum Thema Leben/Tod


von rochusthal

der kroatische dichter sagt
mich kannst du mit lamm jagen
nein sage ich das dilemma ist
du musst die lämmer jagen

essen oder gegessen sein
leben aber vergessen sein
alles ist versteckt im turm
keiner dankt dem regenwurm


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Kommentare zu diesem Text


Irma
Kommentar von Irma (27.04.2017)
„Eckstein, Eckstein, alles muss versteckt sein!“ steckt im Kopf des Lesers. Das Versteckspiel ist ein bekanntes Kinderspiel. Es hat sich, genau wie jener  Ohrwurm, tief in unseren Kopf gefressen. Mit V.7 wird es sofort ausgegraben. Das Verborgene betrachten und durch Worte zu Tage fördern. Assoziationen im Leser hervorrufen. Das ist Dichtkunst.

Was zählt es schon, ob ein Dichter ‚lammfromm‘ ist oder nicht. Viel wichtiger ist, dass er die Kunst beherrscht (und das ist das „dilemma“), als Wolf im Schafspelz daherzukommen und selbst das kleinste Zicklein im Uhrenkasten zu finden. Somit scheint „die lämmer jagen (V.8) kein Kinderspiel zu sein. Es ist ein raffiniertes Wortspiel. Erjagt und versteckt vom Dichter, um mit dem Leser das Versteckspiel zu spielen und wiederum ihm ein Erjagen der Beute zu ermöglichen. Fressen und gefressen werden, „essen oder gegessen sein“. Es lohnt sich zu erkennen, dass selbst im Vergessen (V.6) ein „essen“ steckt. Leichte Worte schmecken gut, sind aber manchmal schwer verdaulich.

Der Regenwurm ist einer der Hauptakteure in diesem Sozialdrama. Er lebt in der untersten (Erd-)Schicht und erledigt die Drecksarbeit. Indem er allen Mist verdaut, erschafft er nährstoffreichen Boden für das Leben. Vielleicht dient er auch selbst als Fressen für irgendeinen Vogel oder Igel. Doch da er versteckt lebt, findet sein Wirken kaum Beachtung. Er ist nichts als das unterste Glied in einem Kreislauf. Die vielen Wiederholungen „sagt“ (V.1) - „“sage ich“ (V.3.); „jagen“ (am Versende von V.2 und von V.4); dreimaliges „sein“ an den Versenden von V.5, V.6 und V.7 verdeutlichen als Stilmittel gut die immer gleiche Wiederholung des Lebenskreislaufes.

Als Dichter lebst du irgendwie unterirdisch. Dein Schaffen im Verborgenen findet kaum Beachtung. Ob du lebst oder stirbst, interessiert kaum jemanden. Doch du bist naturgemäß gezwungen, „die lämmer" zu jagen. Das ist das wahre „dilemma“. Du fühlst sich als Hauptdarsteller in diesem Theaterstück, das sich Leben nennt. Und doch bist du nichts weiter als ein kleiner Regenwurm.

Komm raus und versteck dich nicht weiter im Boden, du Wurm, auch auf die Gefahr hin, gefressen zu werden. Erschaffe fleißig weiter Humus - guten Mutterboden als Lebensgrundlage für die anderen. Denn das ist deine Bestimmung!

Interessanter Text! Gerne - nein, nicht von der kleinen "-emma" -, sondern von der großen Irma gelesen. :-)
(Kommentar korrigiert am 27.04.2017)
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rochusthal meinte dazu am 28.04.2017:
endlich gibt es hier wieder interpretationen, analysen und literarische kommentare. denn nichts ist schlimmer, als wenn in einem literaturforum jeder lyrische gedanke in der wirklichkeit überprüft wird, zum beispiel des pudels kern. du dagegen machst dir die mühe und uns die freude, tief in ein schlichtes kleines gedicht hineinzusteigen und allen verästelungen möglicher interpreationen nachzugehen. es ist so schön, wenn ein eigener text von jemandem so kompetent und vielschichtig ausgedeutet wird. vielen dank dafür!
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rochusthal
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Veröffentlicht am 27.04.2017, 1 mal überarbeitet (letzte Änderung am 09.12.2017). Dieser Text wurde bereits 257 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 18.10.2018.
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