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Sommergedanken

Tagebuch zum Thema Kinder/ Kindheit


von Stelzie

Jedes Jahr, wenn die Tage länger werden, die Sonne am höchsten steht und die Partys im Freien stattfinden, gehen meine Gedanken zurück in einen ganz besonderen Sommer meiner längst vergangenen Kindheit.

Der Garten meiner Großeltern war eine kleine Oase für uns Kinder. Der alte, knorrige Pfirsichbaum lud zum Klettern ein, das große Erdbeerbeet und die Johannisbeersträucher zum Naschen und der Kampf gegen die Spatzen im Kirschbaum ließ meinem Opa wohl die ersten grauen Haare wachsen.
Natürlich schauten wir Kinder auch gern über den Zaun in die fremde Welt der Nachbargärten.
Unmittelbar neben meinen Großeltern gab es ein sehr kleines Gärtchen mit einer alten Laube und einer Holzbank davor. Jeden Tag um die gleiche Zeit kam ein alter Mann. Viel älter noch als meine Großeltern zur damaligen Zeit.
Irgendwann saß ein kleines fünfjähriges Mädchen auf der Holzbank vor der alten Laube. Dieses Mädchen war ich. Neben mir der alte Mann, jeden Tag zur gleichen Zeit. Ich erzählte, der alte Mann hörte zu. Erzählte dem alten Mann das Märchen von Rotkäppchen und dem bösen Wolf. Jeden Tag, mit exakt dem gleichen Wortlaut. Niemals unterbrach er mich in meinem Redefluss. Niemals kam mir der Gedanke, ich könnte den alten Mann langweilen. Er freute sich wohl jeden Tag auf das Märchen, so wie ich mich freute, zu erzählen.

Der alte Mann redete wenig. Einmal fragte ich ihn nach seiner Frau. In meiner kindlichen Naivität gehörte zu jeden Mann eine Frau.
"Sie muss zu Hause essen kochen." bekam ich zur Antwort. Das war für mich einleuchtend und so fragte ich nicht weiter. Ich verabschiedete mich immer mit den Worten "Tschüss, bis morgen." Irgendwann gab es kein morgen mehr. Der Garten verwilderte und wurde schließlich verkauft.

Ich hatte als kleines fünfjähriges Mädchen einen alten Mann zum Freund. Es war wohl der einzige Erwachsene, der mich beim Reden niemals unterbrach, der bereit war in meine Kinderwelt einzutauchen und der mich so wie ich war, mochte.

 
 

Kommentare zu diesem Text


EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (13.05.2017)
Vielleicht hast du dem alten Mann noch mehr geholfen als er dir durch sein geduldiges Zuhören, Kerstin. Eine anrührende Erzählung.
LG
Ekki
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Stelzie meinte dazu am 13.05.2017:
Seltsamerweise kam mir dieser Gedanke noch nie.
Ich konnte mich nie bei ihm bedanken, für seine Zeit und Aufmerksamkeit. Aber wenn du Recht hast, war es wohl eine gegenseitige Bereicherung und das ist ein sehr beruhigender Gedanke.

Danke und liebe Grüße in das Wochenende.
Kerstin
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Graeculus (69) antwortete darauf am 13.05.2017:
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Stelzie schrieb daraufhin am 13.05.2017:
Ja, danke auch dir, lieber Graeculus. Diese Zeit war sicher für uns beide etwas Besonderes.

Liebe Grüße
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Sätzer
Kommentar von Sätzer (13.05.2017)
Da haben sich zwei Menschen alt und jung gegenseitig erfreut. Sehr anrührend deine Geschichte aus der Kindheit.
Komisch ich bin auch heute in die Kindheit mit meinem Text "Hinter dem Horizont" gegangen. Scheint angesagt zu sein.
LG Uwe
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Stelzie äußerte darauf am 13.05.2017:
Je älter ich werde, umso wertvoller erscheint mir diese Zeit. Ich denke, dir geht es ähnlich. Es gibt Momente in unserer Kindheit, ohne die wären wir nicht die, die wir sind.

Danke und einen lieben Gruß in diesen schönen sonnigen Tag.
Kerstin
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Kommentar von ZUCKERBROToderPEITSCHE (60) (13.05.2017)
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Stelzie ergänzte dazu am 13.05.2017:
Danke, ich hab’s geändert und so gibt es jetzt auch keine Distanz mehr zwischen mir und dem kleinen Mädchen von damals ;)
Das ist ganz gut so, denke ich.

Einen lieben Gruß ins Wochenende.
Kerstin
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ZUCKERBROToderPEITSCHE (60) meinte dazu am 13.05.2017:
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Kommentar von Bette (70) (13.05.2017)
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Stelzie meinte dazu am 13.05.2017:
Meine Kindheit verbrachte ich überwiegend damit, Rücksicht auf die Erwachsenen zu nehmen und ja nicht unnötig zu nerven. Du hast völlig Recht, es war etwas Besonderes.

Danke für deinen Kommentar und die Empfehlung

Liebe Grüße
Kerstin
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Kommentar von Festil (59) (13.05.2017)
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Stelzie meinte dazu am 13.05.2017:
Vielleicht können wir diese wertvolle Erfahrung irgendwann weitergeben und einem Kind so wichtige Dinge wie Zeit schenken.

Dankeschön auch für die Empfehlung.
Liebe Grüße
Kerstin
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TassoTuwas
Kommentar von TassoTuwas (14.05.2017)
Es gibt so etwas wie Seelenverwandtschaft.
Die Wissenschaft kann es nicht beweisen aber die Herzen können es erleben.
Eine zeitlose Geschichte von Unschuld und Vertrautheit!
Liebe Grüße
TT
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Stelzie meinte dazu am 14.05.2017:
Im Laufe des Lebens trifft man auf so viele Menschen. Die meisten vergessen wir irgendwann. Die uns in Erinnerung bleiben, sind dann sicher unsere Seelenverwandten (ein sehr schönes Wort).

Danke auch für deine Empfehlung und liebe Grüße in den Sonntag.
Kerstin
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Hilde
Kommentar von Hilde (14.05.2017)
Atmosphärisch so gut beschrieben, Stelzie.
Wenn es einen Menschen gibt, der einfach da ist, und der
bereit ist, in eine Kinderseele zu tauchen, ist kein Kind verloren.
Ich glaube, dass die Anwesenheit eines solchen Menschen
einem Kind Stärke auf immer mitgibt, weil er be-achtete.
Liebe Sonntagsgrüße
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Stelzie meinte dazu am 14.05.2017:
Die Bedeutung dieses Mannes wurde mir erst sehr viel später bewusst.

Ich danke dir auch fürs Empfehlen und schicke einen lieben Gruß
Kerstin
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Kommentar von Teichhüpfer (56) (20.05.2017)
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Stelzie meinte dazu am 21.05.2017:
Menschen, die zuhören können, sind sehr wichtig. Eltern haben selten die Zeit dazu. Ist deine Schwester jünger oder älter als du?
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Teichhüpfer (56) meinte dazu am 21.05.2017:
Diese Kommentarantwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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Veröffentlicht am 13.05.2017, 2 mal überarbeitet (letzte Änderung am 13.05.2017). Textlänge: 318 Wörter; dieser Text wurde bereits 331 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 30.03.2020.
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