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Ab-Grund

Gleichnis zum Thema Philosophie


von LotharAtzert

Wenn wir vom Grund den ersten Buchstaben wegnehmen, so behalten wir das Wort Rund. Es ist kein Zu-Fall, daß der Grund das Runde in sich birgt: Aufstieg, Erfahrung und Fall ist in fast nie endendem Kreisen. Der Grieche wird mir da zustimmen, daß die frühe Sprachschöpfung aus einem bildhaften Empfinden herrührte, wo Mensch und Tier der Natur im Mythos Tag und Nacht verbunden blieben. Nichts von messenden, vermessenen Wesen der Rechtsverdreher ist aus der Frühzeit der Heldenepen bekannt. Sie, die Grausamen, fürchteten doch immer die Götter über sich.
Das Runde ist abgründig. Immer. Den Abgund nannten die alten Chinesen Kan, das Abgründige - eines der acht Trigramme des I-Gings, den Urbilder des Stetigen und der Wandlung.
Das Abgründige ist das Wasser, das nach Tiefe fallende Element. Wie aber sollte es aus den Wolken fallen, wenn es kein Umrunden gäbe?

Um das Abgründige zu verstehen, muß man das Bild in sich selbst aufsuchen, empfinden, ja empfangen, das heißt: Rund und Grund im Inneren suchen und Verstehen gebären. Weil wie im Großen, so im Kleinen, wie im Sonnensystem, so uni-versal. Und wer sich weigert, dahinein zu schauen, dem muß der Abgrund von Außen begegnen, um es zu neutralisieren. Wobei die Tiefe der Fallmöglichkeit immer der Menge des Verdrängten entspricht. No position no fall.
Wie heißt es dazu im I-Ging zum Hexagramm 29, Kan das Abgründige:

Das Bild
Das Wasser fließt ununterbrochen und kommt ans Ziel:
Das Bild des wiederholten Abgründigen.
So wandelt der Edle in dauernder Tugend
und übt das Geschäft des Lehrens."


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Kommentare zu diesem Text


Kommentar von ZUCKERBROToderPEITSCHE (60) (14.05.2017)
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LotharAtzert meinte dazu am 14.05.2017:
Hier sind die Ausgangskommentare dazu, die mich zum schreiben brachten, aus "Nur Geplätscher" von Bette:
Graeculus: Ja, bei vielen Menschen hat man den Verdacht (wissen kann man es nicht), daß ihnen der Abgrund fehlt.

Bette meinte dazu am 13.05.2017: Er ist immer da, auch wenn man ihn wegkompensiert. Ganke und Gruß von mir

Graeculus antwortete darauf am 13.05.2017: Gewiß. Ich bin mir nur nicht sicher, ob wir denselben Abgrund meinen.

LotharAtzert schrieb daraufhin am 13.05.2017: Ein Luxusproblem. Sobald Du an ihm hängst, sind Vor- und Zuname des Abgrundes egal. korrigieren

Graeculus äußerte darauf am 13.05.2017: In manche Abgründe stürzt man unvermeidlich (Alter, Tod); andere kann man vermeiden (das Scheitern illusionärer Wünsche). Dem entspricht in meinem Verständnis eine unterschiedliche Strategie.

Bette ergänzte dazu am 13.05.2017: Die eigenen Illusionen sind immer am schwierigsten zu lösen, aber am lohnensten.Danke

LotharAtzert meinte dazu am 13.05.2017: ... plätscher plätscher ... korrigieren

Graeculus meinte dazu am 13.05.2017: Auch ein Gesprächsbeitrag.

- es ist also nicht Aristoteles gemeint, sondern unser Graeculus.
Danke
Liebe Grüße
Lothar
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ZUCKERBROToderPEITSCHE (60) antwortete darauf am 14.05.2017:
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Kommentar von Graeculus (69) (14.05.2017)
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LotharAtzert schrieb daraufhin am 15.05.2017:
Ja was soll ich zum Nichtfunktionieren sagen?
Vielleicht das: Solange Du Bette Mittelbergtexte empfiehlst und nicht umgekehrt, wird das wohl auch so bleiben.
Anders gesagt: solange Du den Intellekt vor die innere Betrachtung stellst, wirst Du Dich zu denen mehr hingezogen fühlen, die das auch so handhaben. Ich muß ja jetzt die Namen nicht aufzählen, aber es sind immer dieselben.
Das I-Ging, ja. Sprich doch mal mit Loslosch drüber, vielleicht fällt ihm was Nettes dazu ein.
Nein, ich bin nicht verbittert. Als Steinbock habe ich Zeit, zu warten. Und ab und zu werde ich Dich ein bißchen kitzeln ...
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Kommentar von Bette (70) (15.05.2017)
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Dies ist ein Absatz des mehrteiligen Textes Manjushris Schwert - Vom unzweideutigen Artikulieren.
Veröffentlicht am 14.05.2017, 2 mal überarbeitet (letzte Änderung am 14.05.2017). Textlänge: 254 Wörter; dieser Text wurde bereits 487 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 15.06.2020.
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