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Angst und Narzissmus in demokratisch organisierten Systemen

Erörterung zum Thema Gesellschaftskritik


von Sätzer

Demokratische Systeme verlangen Toleranz gegenüber Minderheiten. Sieht eine Mehrheit allerdings Werte gefährdet, erscheinen ihren Anhängern die Kosten der Selbstbegrenzung, die Toleranz mit sich bringt, zu hoch. Sie neigen dann dazu, ihren Respekt zu versagen. Die Bereitschaft zu differenzieren bleibt auf der Strecke und Vorurteile werden dominanter. Es besteht die Gefahr, dass sich dann eine Politik der Angst entwickelt.
Schon der Einzelne, der sich aggressiv gegen andere abgrenzt, empfindet bloßes Anderssein als Gefahr für die eigene Identität. Er fühlt sich unfähig, Zwiespältiges und Widersprüchliches in sich selbst und in der Gesellschaft zu ertragen. Toleranz gegenüber anderen Menschen erfordert jedoch, dass diese in Anerkennung unantastbarer Würde leben können. Doch mit zunehmenden Erschütterungen und Gefährdungen steigt die Intoleranz bis hin zum Hass, sowohl individuell als auch gesellschaftlich.
Politik muss dem Zerbröseln der Übereinstimmung in demokratisch organisierten Nationen entgegenwirken, mehr soziale Gerechtigkeit herbeiführen. Dazu gehört es, den individuellen Narzissmus mit der Sicht auf das eigene Ich und - kollektiv betrachtet - die eigenen Partei- oder sonstigen Gruppenzugehörigkeiten transparent zu machen und hintanzustellen.
Nichtstun und Inkonsequenz im politischen und gesellschaftlichen Handeln sind nicht nur ein intellektuelles Versagen, sondern vor allem ein moralisches gegenüber der Anerkennung der gleichwertigen Wirklichkeit des Anderen, wie es das Grundgesetz der BRD impliziert.

 
 

Kommentare zu diesem Text


Augustus
Kommentar von Augustus (31.05.2017)
Salve,

...die Toleranz mit sich bringt, zu hoch. Sie neigen dann dazu, ihren Respekt zu versagen.


Wenn ich das schon lese, wenn [Toleranz] und [Respekt] gleichstellt werden, dann können wir davon ausgehen, dass der Autor den [Löwenzahn] und die [Zwiebel] auch für dasselbe hält.

Schon der Einzelne, der sich aggressiv gegen andere abgrenzt, empfindet bloßes Anderssein als Gefahr für die eigene Identität. Er fühlt sich unfähig, Zwiespältiges und Widersprüchliches in sich selbst und in der Gesellschaft zu ertragen.

Meint der Autor hier sich selbt oder woher nimmt er die Freiheit [ohne Belege] irgendeine Behauptung aufzustellen?

Doch mit zunehmenden Erschütterungen und Gefährdungen steigt die Intoleranz bis hin zum Hass

Wenn die Ausübung der Selbstgerechtigkeit durch das Empfinden ungerecht behandelt zu sein, wichtiger wird als die Gesetztesgrundlagen eines Staates, dann spricht man nicht von Intoleranz und Hass, sondern von einer [vermeintlichen] ungleichen Behandlung.
Die Staatsquote in Deutschland beträgt um die 45%, was liberale Ökonomen für zu hoch halten, daraus könnten wir folgern, dass der Staat, [obs richtig ist oder nicht, ist eine andere Frage], dass der Staat die Sorgen seiner Bürger und nicht die Sorgen des Staates wahrzunehmen hat.

Ave
(Kommentar korrigiert am 31.05.2017)
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Sätzer meinte dazu am 31.05.2017:
"Wenn ich das schon lese, wenn [Toleranz] und [Respekt] gleichstellt werden, dann können wir davon ausgehen, dass der Autor den [Löwenzahn] und die [Zwiebel] auch für dasselbe hält."
Wo ist da eine GLEICHSETZUNG in meinem Text? Da musst du schon genauer lesen!
Ansonsten sind Erkenntnisse der Psychologie und der Philosophie immer etwas umstritten, aber diskutierbar.
Salve
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Sätzer
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Dies ist ein Text des mehrteiligen Textes Politik - Gesellschaft (Kurze Prosa).
Veröffentlicht am 31.05.2017, 3 mal überarbeitet (letzte Änderung am 29.09.2018). Textlänge: 200 Wörter; dieser Text wurde bereits 742 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 09.07.2020.
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