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Kurzgeschichte zum Thema Alles und Nichts...


von Sätzer

Heute geht sie bei ihrem Besuch in Hamburg, wo sie viele Jahre gelebt hat, mit ihrem alten Schulfreund Jochen in den Wallanlagen spazieren. Sie setzt sich mit ihm auf eine Bank mit Blick auf die hohe Mauer des Untersuchungsgefängnisses und dem dahinterliegenden Gebäude mit den vergitterten Fenstern.
Sie schweigen. Es ist beinahe unheimlich, so als wäre er nicht da. Es ist Abwesenheit und sie könnten genauso gut nicht nebeneinander sitzen. Früher hatte sie das beleidigt. Sie fand es als eine Art von Verachtung, so als würde sie nicht existieren. Obwohl eigentlich er es war, der nicht existierte.
Sie erinnert sich an ihre gemeinsame Zeit im Schulchor. Er hatte immer so schrill gesungen, dass sie es als eine Wut empfand, die zwar gegen niemand gerichtet war, aber mit irgendeiner Trauer zusammenhing. Diese ließ sich jedoch nicht benennen. Das war zumindest ihr Eindruck.
Nach dem Abitur hatte er sie damals gefragt, ob sie ihn heiraten würde. Er wollte Architekt werden.
Sie fragt sich jetzt, ob er sie je geliebt hat. Er hatte ihre Beziehung einmal mit einem Haus verglichen, an dem sie zusammen bauen könnten. Etwas, was nicht in dem einen oder anderen ist, sondern was aus einem gemeinsamen Willen entsteht. In dem Haus gebe es viele Räume, hatte er gesagt, ein Wohn-, ein Schlaf-, ein Kinderzimmer und einen Speicher für gemeinsame Erinnerungen.
Sie hatte nur gefragt:
„Und was ist mit dem Keller?“
Er antwortete:
„Da stapeln wir alles, was uns stört.“
Sie fand ein eigenes Haus damals viel zu bürgerlich und hatte Angst vor seiner Wut und davor, sich so früh zu binden.

Vor zwei Jahren war Jochen gestorben, wie sie gestern von ihrem Bruder erfuhr.

 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von Graeculus (69) (10.06.2017)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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Sätzer meinte dazu am 10.06.2017:
Eine shortstory braucht die Überraschung.
Dank für deine Empfehlung und LG Uwe
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EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (10.06.2017)
Man kann ihre damalige Entschedung nachvollziehen. Es bleibt offen, ob sie eine Gelegenheit verpasst hat.
LG
Ekki
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Sätzer antwortete darauf am 10.06.2017:
Schwierig in so jungen Jahren die "richtige" Entscheidung zu treffen. Ich finde jedoch, dass man alle seine Entscheidungen o.K. finden sollte, weil es zum Werdungsprozess gehört. Ein ewiger Hader mit sich selbst blockiert nur..
Dank dir auch für die Empfehlung und LG Uwe
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AZU20
Kommentar von AZU20 (10.06.2017)
Es bleiben die Erinnerungen. LG
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Sätzer schrieb daraufhin am 10.06.2017:
Klar. Dank dir für deine Empfehlung und LG Uwe
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Stelzie
Kommentar von Stelzie (10.06.2017)
Es ist der Ort, der die Erinnerung so lebendig werden lässt und den einen Menschen so nah.

Liebe Grüße
Kerstin
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Sätzer äußerte darauf am 10.06.2017:
Ja, der erste Freund bleibt wohl immer in der Erinnerung und dann die Frage, warum man seine Entscheidung so getroffen hat.
Dank dir auch für deine Empfehlung und LG Uwe
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Dies ist ein Text des mehrteiligen Textes Hamburg vor Ort (Kurzgeschichten).
Veröffentlicht am 10.06.2017, 4 mal überarbeitet (letzte Änderung am 24.01.2019). Textlänge: 275 Wörter; dieser Text wurde bereits 560 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 16.09.2019.
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