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Woher man weiß, dass man Luft hat

Text zum Thema Befreiung


von Iamhere

Es ist Nacht und ich bin wach.
Und da frage ich mich: Habe ich Luft?

Du sagtest das so, so verständlich und selbstverständlich, es liegt noch flüsternd in meinem Ohr, kein Problem sagtest Du leise, ich könne mich ja melden, dann, wenn ich wieder Luft hätte.
Eine neue Spezies nahm neben mir Platz, fernab des Patriarchats. Und Tatsache ist: Damit bietet sich mir die Möglichkeit, selbst zu entscheiden. Kehrseite ist: Seitdem frage ich mich, woran man wohl merken könne, wieder Luft zu haben. Besonders unter dem Aspekt, dass Atmen ja eher etwas Instinktives ist.

Was habe ich heute so getan, nachdem ich noch vor etwa 15 Stunden dachte, wie soll ich diesen Tag nur überstehen?, bitte wie soll ich diesen Tag nur überstehen?, denn diese Nacht, die war bisher der Höhepunkt einer speziellen Unter-Unterkategorie, nämlich, es war so, dass ich eine ganze Nacht lang wach lag, weil ich einfach nichts anderes tat, als mich immer wieder zu fragen: Habe ich schon Luft? Metaphorisch gesehen.

Es war auch nicht so, dass ich für eine halbe Stunde oder auch nur zehn Minuten in eine Art Trance gefallen wäre, nein, so war es nicht. Es war auch nicht so, als wäre mein Kopf hellwach und nur mein Körper so müde gewesen, nein, niemand war müde, nichts war müde.

Eigentlich hatte es ja schon am Abend zuvor angefangen, als ich enthusiastisch und energiegeladen mit dem Fahrrad durch die warme Sommernacht nach Hause fuhr und dabei so viele Umwege nahm, wie ich finden konnte, was eher untypisch für mich ist, denn wenn ich nach Hause will, dann will ich nach Hause, und zwar straight. Verschwitzt und glücklich ging ich zu Bett und um 4.30h dann warf ich kraftlos, aber dennoch mit Schwung die Decke zur Seite, schubste mich selbst aus dem Bett und beschloss bei einem Glas Wasser am Fenster Platz zu nehmen und die Kirchenuhr anzusehen. Ob es wirklich wahr sein konnte, dass ich um 4.30h hier saß?

Nun ja, seitdem habe ich geschwitzt, gekocht, gebrüht, geputzt, gekuschelt, geschlafen (2 Stunden genau ab dem Moment, an dem meine Nachbarn erwacht sind!) gelesen, gegossen, gefangen, gelacht, gehört, geteilt, gedacht und meditiert.

Ich habe gedacht, ich lebe für das, was ist, nicht für das, was soll. Ich bin im Jetzt, nicht im Wollen und auch nicht im Sollen. Ich übe mich im Akzeptieren mehr als im Dirigieren. Was wollt ihr mir eigentlich mit dem Background Eures langweiligen Lebens erzählen?
Ich habe gerade mich selbst geboren. Und statt Müdigkeit nur Glück! Was wollt ihr mir eigentlich mit dem Background Eures langweiligen Lebens erzählen?

 
 

Kommentare zu diesem Text


Graeculus
Kommentar von Graeculus (09.07.2017)
Frisch geboren und das pure Glück. Da schweigt man vom eigenen langweiligen Leben.
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Dieter_Rotmund meinte dazu am 10.07.2017:
Ja, diese Publikumsbeschimpfung des Protagonisten ist höchst unsympathisch. Wer ist er denn, dass er unser Leben für langweilig hält, nur weil er nachts wach ist?

Hier und da schlampig gemacht, z.B. solche Schreibweisen wie "4.30h".
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Iamhere antwortete darauf am 11.07.2017:
Meine Herren, meine Meinung dazu ist so:
Wenn Sie sich tatsächlich dem Kreis, der als langweilig beschrieben und mit "Ihr" angesprochen wird, zugehörig fühlen, dann ist mein erster Gedanke dazu, dass dies mehr nach persönlichem Problem als nach einer Fehleinschätzung dieses Textes klingt. Können Sie ja mal drüber nachdenken, bevor Sie sich das nächste Mal beleidigt fühlen.
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Graeculus schrieb daraufhin am 11.07.2017:
Wer spricht denn von Beleidigtsein? Ich halte mein Leben für recht langweilig. Und da das im Text vorkam, fühlte ich mich - als Leser - angesprochen, ohne daß ich dem Autor, der mich ja gar nicht kennt, unterstellen möchte, mich gemeint zu haben.
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Dieter_Rotmund äußerte darauf am 11.07.2017:
Ich gebe zu, dass ich schon etwas angepisst bin. Ein "persönliches Problem" meinerseits erkenne ich jedoch nicht. Was ist das Problem des Protagonisten?
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