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Reichsgletscherspalte, Incel-Massenmörder und ein gefälschtes Oscar Wilde Zitat

Erzählung zum Thema Verfremdung


von toltec-head

"Everything in the world is about sex except sex. Sex is about power." Ein mittlerweile schon berühmtes Zitat von Oscar Wilde, das aber gar nicht von Oscar Wilde stammt. Sondern: von niemandem so richtig. Anonym zuerst wohl als T-Shirt Slogan erfunden, machte es Webkarriere und ist mittlerweile genauso ein Stück Oscar wie eine virale, postmortale Knochenwucherung, die aus dem Grab ins Freie reicht. "Sex" ist als medizinischer Ausdruck post-Wildeianisch und der Macht am Ende des Zitats fehlt es an der Eleganz seines Namengebers, weil sie eben anders als Joy/Freude - man denke etwa an die Macht von Politikern oder Richtern - als Selbstzweck gerade nicht so Recht zu überzeugen vermag. Vulgärer Freud, vulgärer Nietzsche, vulgären Ursprungs hat das Zitat in seiner Machart als Fälschung aber trotzdem etwas sehr Wildeianisches. Von derartigen Lügen, die Schule machen, könnte eine ganze Renaissance der Literatur ausgehen. Der "Tod des Autor" war doch bloß so eine typische Autoren-Idee einiger jetzt schon im Bücherregal gammelnder Autoren, deren mittlerweile die Institutionen bevölkernden Adepten sich doch fragen müssen, weswegen sie allesamt nicht anonym im Weg bloggen. Warum aber jemanden töten, wenn es doch so viel mehr Spaß macht, ihn im Stil eines namenlosen mittelalterlichen Kathedralenerbauers Zwecks Kreation eines coolen T-Shirts einfach nur auszuschlachten? So wie ja auch Sex nur interessant ist, solange man bei ihm das Gefühl hat, etwas ungerechtfertigter Weise zu bekommen. Als Kuhhandel zwischen Geschlechtsorganen degeneriert er doch nur sehr schnell in Langeweile. Die Literatur ist wie das Leben überhaupt nur in einem Zustand "glücklichen Räubertums" gerechtfertigt.

***

Die Tage in der FAZ Hinweis auf einen neuen Bildband des Fotographen George Rodger, von dem das Schwarzweißfoto des in seinem Triumph auf den Schultern getragenen Nuba-Kämpfers stammt, bei welchem dem Anschein nach ein weiterer Kopf sprießt, wo vorher nur ein Geschlechtsteil war. Es war dieses Foto, das Leni Riefenstahl sah, weswegen sie sich selbst zu den Nubas aufmachte, um dann in tausenden Farbfotos auch nichts annähernd vergleichbares mit Nachhause zu bringen. Zuvor hatte sie Rodger ganz gentlemanlike 1.000 Dollar geboten, wenn er sie bei den Nubas einführen würde. Seine Antwort: "In Kenntnis Ihres Hintergrunds und des meinigen haben wir uns - denke ich - nichts zu sagen." Bevor er zu den Nuba aufbrach, hatte Rodgers als einer der ersten Kriegsfotografen das KZ Bergen-Belsen betreten und dort gearbeitet, bis ihm klar wurde, dass er so nicht mehr weiter machen konnte. Der neue Bildband enthält erstmals auch Farbfotos von Rodgers, die seltsamer Weise alle etwas retrohaft-schimmelig nach Riefenstahl aussehen und von denen keines die Power dieses einen Schwarzweißfotos hat.

Rodgers hatte einen Sohn, den vollkommen uninteressanten Hollywood-Regisseur Peter Rodgers, der seinerseits jedoch wiederum Vater des berühmten Isla Vista Amokläufers Elliot Rodgers gewesen ist, der 22-jährig in Santa Monica sechs Menschen tötete und dreizehn andere verletzte, bevor er sich mit einem Schuss in den Kopf selbst tötete.

Rodger verfasste ein 141 Seiten umfassendes „Manifest“ mit dem Titel My Twisted World: The Story of Elliot Rodger. Dieses schickte er im Vorfeld des Amoklaufs an mehrere Personen, u.a. auch an seinen Therapeuten, seine Eltern und seine früheren Schullehrer und Freunde.

Darin beschrieb er seinen Plan, den er in drei Phasen unterteilte. „Am Tag vor dem Tag der Vergeltung werde ich die erste Phase meiner Rache beginnen: Lautlos so viele Menschen wie möglich in der Umgebung von Isla Vista töten, indem ich sie unter irgendeinem Vorwand in meine Wohnung locke.“ Die zweite Phase stellte sich Rodger als einen „Krieg gegen Frauen“ vor, als Rache dafür, dass Frauen ihm Sex vorenthalten hätten: „Die zweite Phase wird am Tag der Vergeltung stattfinden, kurz vor dem kulminierenden Höhepunkt. ... Mein Krieg gegen Frauen. ... Ich werde alle Frauen dafür bestrafen, dass sie mir Sex entzogen haben... Ich kann nicht jede einzelne Frau auf der Welt töten, aber... Ich werde eben die Mädchen angreifen, die alles vertreten, was ich am weiblichen Geschlecht hasse: Die heißeste Schwesternschaft der UCSB.“ In der dritten Phase, die er als „ultimativen Showdown auf den Straßen von Isla Vista“ bezeichnete, wollte er mit dem Auto durch die Stadt fahren und so viele Menschen anfahren wie möglich.

In seinem Manifest legte er auch dar, dass er in seiner perfekten Welt alle Frauen in Konzentrationslagern unter Quarantäne stellen würde. „In diesen Lagern wird die überwiegende Mehrheit der weiblichen Bevölkerung bewusst zu Tode gehungert werden. Das wäre eine effiziente und passende Weise, sie alle zu töten ... Ich würde einen riesigen Turm nur für mich errichten lassen ... und sie alle genüsslich beim Sterben beobachten.“

Rodger erstellte außerdem mehrere YouTube-Videos, im letzten Video vor dem Amoklauf beschwerte er sich über seine Zurückweisung durch Frauen und stellte Details seines geplanten Angriffs sowie seine Motivation dar.

Seine abschließenden Worte sind: „Am Ende werdet ihr sehen, dass ich der Überlegene bin, der wahre Alpha-Mann... Nachdem ich jedes einzelne Mädchen des Verbindungshauses vernichtet habe, werde ich auf den Straßen von Isla Vista jeden Menschen abschlachten, den ich sehe.“ 

Aus: Wikipedia


Die Videos sind zum Teil derzeit gerade mal wieder Online, vermutlich weil Youtube mit dem Löschen nicht hinterher kommt.

Da sein Vater eine Malaysierin geheiratet hatte, war Elliot ein Asiancel und, da er außerdem kleiner als 1,75 m war, zudem auch noch ein Shortcel. Seine Videos und Fotos haben im Net genau wie bei Andreas Lubitz zu dem Gerücht Anlass gegeben, er sei in Wirklichkeit ein Schwuler gewesen, der mit seiner eigenen Homosexualität nicht klar kam. Klar ist aber nur, dass seine Morde etwas mit Sex zu tun hatten, einer Art von Sexualität jedoch, von der am Ende nichts als ein paar Sekunden in der Hektik nicht einmal richtig genießbaren Machtgefühls übrig blieb.

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toltec-head
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Dies ist ein Text des mehrteiligen Textes Foren-Träumereien eines einsamen Literatur-Touristen.
Veröffentlicht am 12.07.2017, 13 mal überarbeitet (letzte Änderung am 14.07.2017). Textlänge: 927 Wörter; dieser Text wurde bereits 334 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 21.11.2019.
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