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Auf eine Schnake, die spät abends mein Zimmer durchflog

Ode zum Thema Kampf


von Hecatus

Vor Mitternacht, bald wollt ich zu Bette gehn,
ich saß im Zimmer. Lampe und Kerzenschein
    erhellten mir den Raum; es standen
        Fenster und Vorhang nach draußen offen.

Vertieft in Bücher, Schriften und Studien
bemerkt ich, wer im Zimmer besuchen kam
    mich, und mich augenblicklich schreckt’: Es
        raste zum Fenster herein die Schnake.

In Windeseile flog sie herum, und ich
ergriff mit rechts die Flasche Insektengift,
    mit links die treue Fliegenklatsche;
        stand dann in nächtlicher Kampfbereitschaft

der Schnak entgegen, sprühte im Todesrausch
das Gift hinaus aufs schändliche Schnakenvieh,
    das floh in Zimmers letzte Ecke;
        blieb in der Ecke ab dann verborgen.

Mir blieb nun Zeit; ich schaut auf das Etikett
der Flasche mit erlösendem Schnakengift:
    Zunächst erkannt ich, schädlich ist es;
        hatte so lange ich Gift geatmet?

Und weiter las ich, Himmel!, ich hatt zu viel
gesprüht und mir befahl noch ein Warnhinweis:
    »Verlassen Sie das Zimmer, dass es
        zwanzig Minuten die Wirkung tue.«

Nun wars zu spät! Ich wollte doch schlafen gehn,
doch musste lang das Zimmer verlassen ich,
    danach die halbe Stunde lüften,
        lag mir doch schwer auf den Lidern Hypnos.

So ging benebelt, müd, aus dem Zimmer ich
und wartet ab die Zwanzigminutenfrist,
    und kam darauf zurück ins Zimmer,
        löschte die Kerze, begab mich schlafen.

Doch als ich blickte tief in das Kerzenglas
erblickt ich dünne Beinchen, davongestreckt
    von elend totem Schnakenkörper:
        Hatt ich umsonst mir die Luft verpestet.

Anmerkung von Hecatus:

12 V 2017


 
 

Kommentare zu diesem Text


rochusthal
Kommentar von rochusthal (08.11.2017)
bist du ein fan von johann heinrich voss aus penzlin/eutin?
von schnaken und nächtlichem getier bist du freund nicht
dann wird insektozid, aktueller, dir wohlgefallen, jedoch
der tod des lebens ist auch dein tod, ganz ohne gift und voss
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