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Fremd, ausgewogen, zerstört

Text zum Thema Gesundheit


von Rudolf

Nun ist es so, dass um mich herum oft beklagt wird, wie sehr sich die Menschen untereinander, von ihrer Umwelt, von Gott und was immer gut erscheint, entfremden. Auf merkwürdige Weise leben wir Jahrzehnte an demselben Ort und fühlen uns doch fremd. Zu allem Überfluss kommen auch noch Fremde in unser Land und wir fühlen uns nicht nur fremd sondern überfremdet. Das ist sehr traurig.

Zum Glück gibt es die Nahrungsmittelindustrie, die sich unermüdlich um unser Wohl sorgt. Es wird untersucht, geforscht und immer kommen nur die besten Inhaltsstoffe ausgewogen auf unsere Teller. Ausgewogen ist dabei wörtlich zu nehmen, denn bei Nestlé, Coca Cola, Unilever und Dr. Oetker wird viel gewogen, bis die Mischung stimmt. Um an das Beste zu kommen, muss dann auch schon einmal zerkleiner, erhitzt, gekalkt und zentrifugiert werden, wie beim Fabrikzucker. Und wenn es gar nicht anders geht, wird das Beste auch mit Benzin herausgelöst, wie die Fette für die Margarineherstellung.

Erstaunlich ist, dass Menschen Jahrtausende ohne die ausgewogenen Nahrungsmittel der Industrie überleben konnten. Der religiöse Mensch mag an ein Wunder denken.

Misstrauisch beäugen wir den Apfel. Er ist uns fremd. Vielleicht schicken wir in besser in eine Saftfabrik und nehmen ihn anschließend als ausgewogenes Trinktütchen zu uns. Trinktütchen hört sich auch viel besser an. Es klingt nach der Mutter, die uns eines zur Belohnung oder zum Trost kaufte. Apfel? Das klingt nach Würmern, Bakterien und Pflanzenschutzgiften.

„Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das seine Nahrung zerstört, bevor es sie isst“, schreibt Werner Georg Kollath; ein weiteres Alleinstellungsmerkmal der Krone der Schöpfung. Wir sollten allerdings „zerstört“ durch „auswiegt“ ersetzen. Zerstörte Nahrung wäre uns fremd.


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Kommentare zu diesem Text


Graeculus
Kommentar von Graeculus (04.08.2017)
Aber nur mit Zucker!
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Dieter_Rotmund
Kommentar von Dieter_Rotmund (04.08.2017)
Was uns Rudolf vorenthält: Werner Georg Kollath war ein nationalsozialistischer Rassenhygeniker, der sich für die "Ausschaltung Minderwertiger", also Tötung von geistig Behinderten einsetzte.
Wenn man den unbedingt einen Pionier der Vollwerternährung nennen möchte, dann vielleicht nicht unbedingt Kollath ohne über dessen tiefe Verstrickung in nationalsozialistisches Gedankengut. Ohne Zweifel war und ist sein frühes Vollwerternährungs-Konzept anerkennenswert, aber diese Arbeit hat er quasi selbst zunichte gemacht, indem er sie in diesen menschenverachteten Kontext setzte.
Anderes Beispiel: Leni Riefenstahl hat revolutionäres im Bereiche der dokumentarisch-reportagehaften Filmtechnik geleistet, aber diese Fähigkeiten mißbraucht. Insofern muss man sowohl bei Kollath wie bei Riefenstahl Idee und Ideologie immer nennen und trennen. Finde ich.
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Rudolf meinte dazu am 05.08.2017:
Jep, das ist wohl so. Der von ihm geprägte Begriff Vollwerternährung hat es bis in die Gegenwart geschafft - das schöne Wort Lügenpresse zur Beschreibung staatlich geförderter und kontrollierter Berichterstattung nicht. Martin Luther war ein Antisemit der übelsten Sorte und nun feiern wir ihn.

Wir könnten uns auf Max Bircher-Benner einigen, wobei ich die Kollath-Tabelle in dieser Form bisher nirgends gefunden habe. Sie ist m.E. der Ernährungspyramide vorzuziehen.
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Dieter_Rotmund antwortete darauf am 05.08.2017:
Ja, auch die Nazis haben den Begriff "Lügenpresse" verwendet, um ihr Gegner zu diffamieren - insofern überrascht es überhaupt nicht, dass Pegida & Co. den Begriff für sich und ihre widerliche Propaganda wiederentdeckt haben. So gesehen , hat es "Lügenpresse" doch geschafft - zum Nachteil der Demokratie.
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TrekanBelluvitsh
Kommentar von TrekanBelluvitsh (04.08.2017)
Erstaunlich ist, dass Menschen Jahrtausende ohne die ausgewogenen Nahrungsmittel der Industrie überleben konnten. Der religiöse Mensch mag an ein Wunder denken.
Jahrtausendelang hat der Großteil der Menschheit Subsitenzwirtschaft betrieben. Aber das hat auch Vorteile: Wenn anderswo Menschen verhungern, braucht uns das nicht zu kümmern, weil wir ja selbst genug damit zu tun haben unseren Bauch vollzubekommen.
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LotharAtzert schrieb daraufhin am 04.08.2017:
Subsistenzwirtschaft heißt das. Warum nicht auf Deutsch?
"Wenn anderswo Menschen verhungern, braucht uns das nicht zu kümmern,..." - am Beispiel Afrika wissen wir, daß es lange vom Kolonialherrentum ausgesaugt wurde, den Vorläufern der Industrie. Mit dem einfachen Bauer, der sein Feld bestellte, um die Seinen durchzufüttern hat das nichts zu tun. Keine Hungersnot ging je von einfachen Bauern aus.
Selbst die Kartoffelpest in Irland kam nur durch Verordnungen von oben zustande.
Lothar Atzert, ehem. Naturkostladeninhaber
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TrekanBelluvitsh äußerte darauf am 04.08.2017:
Autokorrekturfehler.
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Rudolf ergänzte dazu am 05.08.2017:
Danke ihr beiden, wieder was gelernt :)
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