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Dichtung und Lösung - Irrfahrten und Erfahrung I-II

Essay zum Thema Leben/Tod


von LotharAtzert

In Tibet wachsen die Kinder schon damit auf, Leben und Sterben wie Einatmung und Ausatmung zu betrachten. Beim Tod, so lernen sie, löst sich Erde (alle festen Bezugspunkte) in Wasser auf, Wasser (alles Gefühl) verzischt im Feuer, Feuer (die Kraft der Sinne) stirbt in Wind und Wind (- des angesammelten Karmas) verflüchtigt in Raum-Bewußtsein, was manchmal als ähnlich mit dem Zustand des Tiefschlafs beschrieben wird.
Beim Werdeprozess ist es logischerweise entgegengesetzt: aus Raumbewußtsein steigt Wind (-die Karma-Bewegung), aus dem Feuer züngelt der Trieb nach Dasein usw, bis das Wesen, je nach Verursachung, aus einer Menschtier-Mutter, dem Uterus, Ei oder was auch immer hervor geht. Auf daß Wesentliches w-erde, auf, unter und über der Erde, durch die Fahrt, die Gefahr und ihre Erfahrung.
Das Wesentliche ist die Erfahrung. Aus ihr strahlt das Licht des Ursprungs allen Seins.
Geburtshelferin ist immer die Gefahr, weil sie schlafende Fähigkeiten im ansonsten trägen Geist wach ruft. Nur sie, die nie schläft, schärft die Sinne, die tief im Äther verwurzeln können. Gefahr ist die Braut des Kriegers, wie es unter denselben heißt.

Erfahrung, da braucht der auf Unis gezüchtete Kultur-Germane nicht lange herumrätseln, ist immer mit Gefahr verbunden. Ein Erfahrener ist Meister der von der Gefährtin bereiteten Gefahren geworden. Sein Meisterbrief ist sozusagen, daß er zum einen am Leben geblieben ist und zum andern die Lektion gelernt hat, sich rein wie ein Lotus aus dem Schmutzwasser der Welt zu erheben.
Das Pendant hierzu ist der über alles informierte Verhinderer von Gefahr. Er kennt alles Kennbare, bedenkt alles Denkbare, nennt sich Athe-, Nihil-, oder sonst einen  -isten und erfährt beim Sterbevorgang nicht einmal, daß er nichts, außer Verweigerung, erfahren hat.

II
Die Weitergabe von Dharma vollzieht sich in übertragender Weise. Der Gefahrerprobte überträgt von seiner Bewußtseinskraft das an den Schüler, für was sich dieser öffnen kann. Das ist auch zwischen Blüten und Bienen nicht anders, oder  zwischen Worten und Buchstaben. Der Fluß weist immer auf die Quelle, oder auf den Ozean, je wie herum man kreist. Und Stauungen, ob organisch oder mental, zeigen, daß man sich nicht entscheiden kann. Die Scheide ... nun gut, ich war damals ein namhafter Staudammarchitekt. Wir stauten Nilpferdestuten auf eine Länge von 10 000 Kilometer.
Dann kam Heraklit vorbei und sagte: "Der Weg hin und zurück ist derselbe."
Wir erstarrten erst, dann ging einigen ein Licht auf, wir sanken auf die Knie, wurden Schüler des Meisters und sind es bis heute geblieben.

Der Weg hin und zurück, vom Leben zum Sterben, vom Tod zur Geburt - wo ein Meer ist, ist eine Quelle. Oder zeitgemäßer: der Kreislauf. All das übertrug uns der Einsiedler, ohne daß wir uns dessen bewußt wurden. Erst heute dämmert es mir allmählich: die verdammte Staumauer steht immer noch.
Die Juden nennen ihren Lymphstau Klagemauer und klagen die ganze Zeit dagegen. Ich finde das ist sehr aufschlußreich für ihr Verhalten: Sie beklagen eine Mauer stellvertretend für die eigenen Hände, die sie gebaut haben.
Nein, solche Rückbindung durch falsche Übertragung führte zu Infektionen. Es ist mehr das Vertrauen zu einem Lichteren, als ich es selbst bin, was den Geist klärt. An den Buddha zu denken ist vollkommen genug, um seinen Segen zu empfangen. Doch es entbindet niemanden vom Praktizieren von Weisheit und Mitgefühl.
Wenn ein Wesen nicht empfänglich ist für "das Prinzip" oder wie immer man es nennen will, empfängt es nur sich selbst und vereinsamt. Man entwickelt dann eine Art intellektuelle Tarnsprache.
 Old Stone Ruins
.


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Kommentare zu diesem Text


Kommentar von toltten_plag (42) (11.08.2017)
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Isensee
Kommentar von Isensee (11.08.2017)
Genau Lothar, in Tibet wachsen die Kinder vor allem unter dem Schutz der chinesischen Regierung auf, wenn man überhaupt eins gebären darf.
Es ist es dann übrigens äußert einfach die Kinder, das Kind in diesem von dir heroisch zelebrierten Weltbild zu erziehen.
Religionsfreiheit gibt es leider nicht mehr und wenn sie in der Bude ein Bild vom Dalai Lama finden, gibts auf die Fresse oder einen Schuss in den Kopf. Großartig, da lernen die Kinder natürlich früh das Leben und Sterben wie Einatmung und Ausatmung zu betrachten. Ich mein, was sollen die auch machen, kann da drüben echt schnell vorbei sein, so ein Leben.
Falls es dich mal nach Tibet treiben sollte und du dich aus dem Flughafen traust, rate ich dir aus Gesundheitlichen Gründen wieder umzudrehen, oder deine eigenartig romantischen Vorstellung von diesem Land an den Nagel zu hängen.
Da ist nur noch Elend, keine Feuer züngeln den Trieb nach Dasein, du wirst dort auch keine Erfahrungen machen, aus denen das Licht strahlt.
Du drehst nach 30 Minuten um und hoffst, dass du wieder in das seelisch erkaltete Europa kannst, während du dich unter der Flughafentreppe versteckst, weil dir die Kinder dort alles rauben was an dir ist oder du siehst wie jemand von den Bullen dort verprügelt wird und keiner was macht, alle einfach weiter gehen und du bemerkst wie du dich schon nach 10 Minuten an diese Gewalt gewöhnst.

Herzlichen Glückwunsch Lothar, Texte wie diese sind daran Schuld, dass hier immer noch Leute rumlaufen, die denken da drüben ist alles so geil wie du es beschreibst.
Und jetzt ab zum Yogi, der soll dich mal wieder einrichten.
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toltec-head meinte dazu am 11.08.2017:
Als wenn der verkackte Selbstmord von Adalbert Stifter was gegen seine Landschaftsbeschreibungen aussagte!
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mountains (36) antwortete darauf am 11.08.2017:
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Kommentar von Graeculus (69) (11.08.2017)
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LotharAtzert schrieb daraufhin am 11.08.2017:
Aber Graeci, über Vertreter hab ich nun weißgott genug gesagt. Guxt Du  hier
(Antwort korrigiert am 11.08.2017)
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toltec-head
Kommentar von toltec-head (11.08.2017)
Tatsächlich singt Milarepa in seiner Qual ohne Scheu:

Krankheiten...
Aber neigen dazu, mich sehr zu verschönern...
Gabe gebrauche ich, um die Zeichen meiner Vollkommenheit zu schmücken...
Diese Krankheit, die mir so gut bekommt...
Ich könnte sie weitergeben...
Aber es besteht keine Notwendigkeit...
Es zu tun...

(Quelle: W. Y. Evans-Wentz, Tibet´s Great Yogi Milarepa, S. 265)
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LotharAtzert äußerte darauf am 11.08.2017:
In der deutschen Ausgabe (Otto Wilhelm Barth Verlag) steht auf derselben Seite:

Das Bitten aus des Wesens tiefsten Tiefen,
Läßt aus der Gnade guter Wünsche Grenzenloses wachsen,
Wenn auch der Dharmakaya ungeboren bleibt.
Und jeder wird an Hinterlassenschaft empfangen,
So wie ein jeder es verdient.


In diesem Sinne ...
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toltec-head ergänzte dazu am 11.08.2017:
Da sieht man mal, was dabei rauskommt, wenn ein Übersetzer in seiner Jugend zu viel Hermann Hesse gelesen hat.
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LotharAtzert meinte dazu am 11.08.2017:
Vielleicht
"Die wahre Sichtweise liegt darin, keine Position einzunehmen"
Garab Dorje
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Dies ist ein Absatz des mehrteiligen Textes Manjushris Schwert - Vom unzweideutigen Artikulieren.
Veröffentlicht am 11.08.2017. Textlänge: 568 Wörter; dieser Text wurde bereits 386 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 04.12.2019.
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