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Negative by PrEP, der Herr der Erde nach Goethe

Gedicht zum Thema Reinkarnation


von toltec-head

Argument: Ich habe auf PrEP und noch einigen anderen Pillen ein Sexdate mit einem auf GRINDR aufgegabelten 17jähigen in Höxter, der in den 80ern als ganz junger Mann an AIDS starb und jetzt hier als Vampir bei seiner Mutter haust. Um zu prüfen, ob er meiner würdig ist, sage ich ihm, dass ich positiv sei, ihn aber nur ficke, wenn er sich von mir auch besamen lässt. Er willigt begeistert ein. Während ich ihn ficke, beginnt er mein Blut auszusaugen. Bevor ich ganz ausgesaugt bin, ficke ich ihn aber derart hart ab, dass er wieder lebendig wird.

Negative by PrEP, der Herr der Erde,
Hier in Höxter das aller erste Mal,
Dass ich wieder 17 werde,
Mit zu fühlen Pickel, Freud und Qual.
Eine Nacht bei ihm zu wohnen,
Der laut Chat alles, wirklich alles lässt mit sich geschehn,
Erst ihn derbstens zu bestrafen, sodann zu schonen,
Mag er einen Gott und keinen Menschen in mir sehn.
Und hab ich Stadt und Jüngling als Wandrer betrachtet,
Großes an beiden belauert, Kleines geachtet,
Schmeiß ich morgens GRINDR an, um weiter zu gehn.

Als ich nun dahin gegangen,
Wo hier so die sozialen Platten-Fickzellen sind,
Kommt er mit der sexiesten Akne auf den Wangen,
Ein verlornes schönes Kind.
Bist wirklich noch Jungfrau? Er schwörts. Aufzug im Haus.
Leise Beats von seinem Handy neben dem Bette zum Tanze schlagen,
Er weiß sich so lieblich beim Ausziehen im Kreise zu tragen,
Er neigt sich und biegt sich. Los, saug aus!

Da schlägt die dumpfe Geisterstunde,
Und nun schien es ihm erst so richtig wohl zu sein,
Gierig schlürft er, mit blassen Munde,
Meinen Menschenwein.
Doch von meinem Menschenbrot,
Das ich ihm freundlich bot,
Nahm er nicht den kleinsten Bissen ein.

Unterdessen schleichet auf dem Gange,
Häuslich, spät die aufgewachte Mutter vorbei.
Horchet an der Tür, und horchet lange,
Welch ein sonderbarer Ton es sei.
Klang- und Wonnelaut
- Hat sich wohl Jahre lang da was bei ihm aufgestaut! -
Und des Liebestammelns Raserei.

Liebe schließet fester uns zusammen,
Tränen mischen sich in unserer Lust;
Gierig saugt er meines Mundes Flammen,
Eins ist nur im andern sich bewußt.
Meine Liebeswut
Wärmt sein starres Blut.
Und bald schon schlägt ein Herz in seiner Brust!

("Sag mal, warum hörst du denn Relax don´t do it von Franky goes to Hollywood, das ist doch uralt?" Er hört mit dem Saugen auf.)

Länger hält die Mutter nicht das Zürnen,
Öffnet das bekannte Schloss geschwind -
Gibt es hier im Hause etwa Dirnen
Die einem Fremden gleich zu willen sind?
So zur Tür hinein
Bei der Lampe Schein
Sieht sie - Gott! sie sieht ihr eigen Kind.

Doch der Götter-Jüngling hebet
Sich aus dem Ikea-Bett empor,
Und aus seinen Armen schwebet
Mein Ich als sein böser Dämon hervor.
Es freut sich die Gottheit der reuigen Sünder;
Unsterbliche heben verlorene Kinder
Mit feurigen Armen zum Himmel empor.

Anmerkung von toltec-head:

 Nagual Mahadöh Josef Kainz,


 
 

Kommentare zu diesem Text


Livia
Kommentar von Livia (14.08.2017)
"Doch der Götter-Jüngling hebet
Sich aus dem Ikea-Bett empor,"

Beste Stelle!
diesen Kommentar melden
toltec-head meinte dazu am 14.08.2017:
Liegst da noch gerade oder wie?
diese Antwort melden
Livia antwortete darauf am 14.08.2017:
Ne, den Walk of Shame habe ich schon hinter mich gebracht.
diese Antwort melden
toltec-head schrieb daraufhin am 14.08.2017:
lol
diese Antwort melden

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Dies ist ein Text des mehrteiligen Textes Foren-Träumereien eines einsamen Literatur-Touristen.
Veröffentlicht am 14.08.2017, 18 mal überarbeitet (letzte Änderung am 22.03.2018). Textlänge: 475 Wörter; dieser Text wurde bereits 354 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 06.06.2020.
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