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Szene zum Thema Denken und Handeln


von Sätzer

Sie saßen am Sonntagabend in der Küche. Er strengte sich an, die Enttäuschung, die sein Gehirn zu überfluten drohte, herunterzuschlucken. Leise schlurfende Geräusche seiner Frau zerrten an der Stille, während sie verzweifelt mit dem Saum ihrer Hausschürze spielte.
Er strich sich mit einer Hand über die schwarzen Haare, die bis jetzt noch nicht vom Grau der Zeit belagert wurden, und beschloss, sich seinem Dieselauto in der Tiefgarage noch einmal zu widmen. Gestern Abend klammerten sich seine Worte hilflos an die feuchte unterirdische Luft beim ersterbenden Pochen des Motors. Er war auf das Fahrzeug angewiesen, denn seine Arbeitsstätte lag weit weg in der fernen Stadt. Der alte Diesel war umweltpolitisch nicht mehr angesagt. Doch ihm fehlte das Geld für ein Neufahrzeug, trotz Umtauschprämie. Was konnte er schon unter solchen Umständen machen? Es akzeptieren und irgendwie weiterleben, noch früher aufstehen und eine lange tägliche Anfahrt mit dreimaligem Umsteigen in Kauf nehmen?
Seine Frau durchbrach die Stille und meinte:
„Bitte denke doch daran, dass das Geheimnis des Überlebens darin besteht, Wandel und Veränderung anzunehmen und sich anzupassen. Alle Dinge fallen und werden neu erbaut, und jene, die sie erbauen, sind optimistisch.“
Er hasste diese neunmalklugen Sprüche, denn sie musste nicht jeden Morgen noch früher aufstehen, denn er brachte die Kohle nachhause. Aber er sagte dann einlenkend:
„Du hast ja Recht. Unsere Kinder und Enkelkinder brauchen saubere Luft zum Atmen. Klaus hat ja jetzt schon Probleme mit seinem Asthma.“

 
 

Kommentare zu diesem Text


Stelzie
Kommentar von Stelzie (10.09.2017)
Irgendwie kommt mir diese Szene sehr unwirklich vor. Unterhält man sich aufgrund eines kaputten Autos über das Geheimnis des Überlebens? Bespricht man nicht eher gemeinsam, wie es jetzt weitergeht? Wie wir irgendwie an das Geld für ein "neues" Auto kommen? Es gibt sicher sehr wenige Menschen, die das Autofahren aufgeben, weil das Kind Asthma hat.
Ich muss da wohl etwas länger drüber nachdenken.
Liebe Grüße
Kerstin
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Dieter_Rotmund meinte dazu am 10.09.2017:
Schließe mich Stelzie an. Kann mit dem Inhaltlichen an sich zwar noch gut leben, aber wieso ist das stellenweise so gedrechselt formuliert?
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Sätzer antwortete darauf am 11.09.2017:
@ beide
Vermutlich ist die Ehefrau schon auf einem ökologisch bewussteren oder gar spirtuellem Weg als ihr Mann. Das solls ja geben. Eine Frage wäre dann, ob das in der Beziehung auf Dauer gut geht.
LG Uwe

@ Dieter
Ich liebe manchmal die Drechselei (hab ich in meiner Lehrzeit genossen). Es wird dann alles so schön rund (an der Dreh- oder Drechselbank), so wie sich die Ehefrau das wünscht
(Antwort korrigiert am 11.09.2017)
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AZU20
Kommentar von AZU20 (13.09.2017)
Es trifft eben immer die Kleinen. Man hätte diesen Schrott längst überwinden können, hätte man es gewollt. Und wer soll es jetzt wirklich richten? LG
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Sätzer schrieb daraufhin am 13.09.2017:
Na ja, die E-Automobile u.ä. werden kommen und der öffentliche Nahverkehr wird ausgebaut. Ganz andere Modelle des internetgesteuerten Mitfahrens bzw. Benutzens kurzfristig ausgeliehener Fahrzeuge nehmen zu, ohne dass man ein eigenes Auto oder Zweirad selbst besitzen muss. Die Chinesen sind da schon weiter, weil dort die Luftverschmutzung in den Städten stärker pressiert.
Dank dir für die Empfehlung und LG Uwe
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Dies ist ein Text des mehrteiligen Textes Politik - Gesellschaft (Kurze Prosa).
Veröffentlicht am 10.09.2017, 2 mal überarbeitet (letzte Änderung am 21.09.2017). Textlänge: 235 Wörter; dieser Text wurde bereits 433 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 11.12.2019.
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