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JamaikaNeuest

Erzählung zum Thema Religion


von pentz

Sie saßen nebeneinander vor ihrem Zelt, um gemeinsam dieses fantastische Schauspiel zu genießen.
Der Sonnenball tauchte glutrot in das kalte Blau des erhitzten und flimmernden, frischen Meeres. Es duftete stark nach Jasminblüten und Marihuana und das Rascheln der Palmblätter im Wind trug eine Melodie in den Himmel empor: alles ist gut – so hörte er es.
Behutsam legte er eine Hand auf eine ihrer nackten Axeln.
Wellen, woran die aufgekräuselten Blasen sprudelten, weiße Schaumkronen, rollten aus der Dunkelheit und Schwärze in das Licht der Insel, das auf den titan-weißen Strand fiel. Die dunkle Farbe, die über dem Meer stand, verschwand nur, wenn der feiste Mond darüber prangte und seine säumigen Sprühstrahlen das All um sich herum und die flache Scheibe des weiten Meeres unter sich erhellte.
„Schön, nicht!“
Ihr versonnenes Gesicht gähnte, während sich ihr ein hartes „Ja!“ entfuhr.
„Ding, dong, ding-ding, dong“, der monotone, einlullende, sanfte Raggaerhytmus machte sie noch schläfriger. Sie wippte, Beine übereinandergelegt mit den Fußspitzen den Takt. „No woman, no cry!“, sang Bob Marley. Nicht Frau, weine nicht!
Das Auf und Ab ihrer Brüste wie ein Pendelschlag verfolgte er.
Die Erde schlief, die Wellen waren der Wimpernschlag des REM [Rapid Eyes Movement=Rapide-Augen-Bewegung], bei dem der Mensch besonders eindrückliche Träume haben soll, den Schlaf der Natur auf dieser Hemisphäre.
„In this great future, You can forget the past!“ Angesichts dieser großen Zukunft, kannst du die Vergangenheit vergessen!
Sich ihre Nippel durch das weiße T-Shirt abzeichnen sah er. Er streichelte ihr Haut mit dem weichen Handballen.
Sträucherblätter flüsterten gleich menschlichen Stimmen in einem fort: trenne Dich, lebe keusch, Sex vor der Ehe – pfui! – so empfand sie es. Und sie verspürte auch einen Impuls, dem sie sofort nachgab: sie schlug ihm die Hand von der nackten Schulter, die dort auf ihr geruht hatte.
Ihre Tonlage hatte jetzt einen härteren Klang.
„Nein, nicht mehr. Ich will keinen sexuellen Akt mehr vor der Ehe.“
Er drehte den Kopf perplex und erschrocken zu ihr hin: woher kam dieser Sinneswandel, jetzt, plötzlich, nach dem sie schon Hunderte Male miteinander geschlafen hatten? Wie merkwürdig sie sich doch ausdrückte mittlerweile?
„Äh, ich meine natürlich, nicht mehr vor der Ehe will ich mit dir schlafen!“
Ihr schweißgetränktes Bettlaken hinter ihnen im Zelt wurde von einem sanften Wind bewegt, der an ihnen vorbei und durch das Zelt blies. Die Gummi-Isolier-Matte war vom ausgetrockneten Schweiß des ruhelosem Hinundherwerfen des Nachts zerknittert.
Sie hatte also plötzlich einen religiösen Paranoiaschub bekommen, als sie in Urlaub hier in Jamaika waren. Mit Schüben kannte sie sich aus. Solche waren schon öfter in ihrem Leben aufgetreten.
Musste sich ihr ausgerechnet nun im Urlaub so etwas bemächtigen?
„Laß uns zu der Beach-Party dort am weißen Strand unter der großen Palme gehen!“ Bewegung, Unterhaltung, Zerstreuung war die beste Medizin, dachte er.
„Nein, Drogen sind Sünde. Und Miteinanderschlafen dürfen wir auch nicht mehr vor der Ehe.“
Er kriegt Stieraugen. Keinen Spaß mit anderen, mit Kiffen, Joints und sonstigen Drogen, kein Geschlechtsverkehr zudem – was war das für ein Urlaub, mitten auf Jamaika, wo die geilsten Feste an weiter, sandiger Küste in der lauesten Sommernacht mit den tropischten Temperaturen, sprich heiß, aber kein Schwitzen, windig, aber kein Frösteln unter der wärmsten Sonneneinstrahlung, aber unter der verschwommensten Wolkendecke, stattfanden?
Sie war befriedigt, nicht erfüllt.
Jetzt war die Zeit nach ihrer Schwangerschaft, als sie bei den sogenannten Charismatikern, einer freikirchlichen Gemeinschaft und Sekte gewesen war, die sie exorzieren wollten, bereits Anstalten und Vorbereitungen getroffen hatten, weil sie in Sünde lebte, als Nichtverheiratete Sexualverkehr trieb und eine der furchtbaresten Todsünden begangen hatte, da sie schwanger geworden war. Nur befand sich die obskure Gemeinde selbst in einer Zwickmühle: kann man einer Frau den Teufel aus dem Leib treiben, ohne dass die Seele des unschuldigen Kindes darin Schaden erlitte? Dies verwirrte, entzweite und verzweifelte die Sekte, was die Besessenen nur noch mehr gegen sie aufbrachte und aufstieß, kurzerhand wollte man sie ausstoßen, hätte sie nicht klugerweise vorher das Weite des Meeres gesucht...
Immerhin war sie es zufrieden, diesen Fanatikern entkommen zu sein.
...wenngleich sich deren Ideen weiterhin bis hierher verfolgten; die Mutter auch bei denen Mitglied war...
Die Erde ist rund; alles kommt zurück und der Mond steht senkrecht zu dir, wo immer du bist.

copyright werner pentz

 
 

Kommentare zu diesem Text


Dieter_Rotmund
Kommentar von Dieter_Rotmund (14.09.2017)
Adjektivkatastrophe.
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pentz meinte dazu am 14.09.2017:
um mit theodor adorno zu sprechen DOPPELPUNKT die sprache ist der inhalt
oder anders
beschreib mal so etwas schönes mit nomen, verben, präpositionen etc.pp...
biba
diese Antwort melden
pentz antwortete darauf am 15.09.2017:
an andere auch die frage,

der satz lautet,

Und sie empfand auch einen Impuls, dem sie sofort nachgab und folgte: sie schlug ihm seine Hand von ihrer nackten Schulter, der dort auf sie geruht hatte.

heißt der Nebensatz richtig

die auf ihr geruht hatte

nicht

die auf sie geruht hatte

danke für antwort
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Dieter_Rotmund schrieb daraufhin am 16.09.2017:
"die auf ihr geruht hatte" ist korrekt.
diese Antwort melden
pentz äußerte darauf am 24.09.2017:
ich hab den Text ein bißchen verbessert, nicht verschlimmbessert...
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Veröffentlicht am 14.09.2017, 9 mal überarbeitet (letzte Änderung am 26.04.2020). Textlänge: 703 Wörter; dieser Text wurde bereits 323 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 18.10.2021.
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