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Spiegelungen

Text


von Viriditas

01

Unendliche Stille umfing mich. Ich wagte nicht, die Augen zu öffnen, geschweige denn, mich zu bewegen. Meine Ohren konnte ich nicht verschließen, und so lauschte ich in dieses stille Nichts. Darauf wartend, auch nur ein winziges Geräusch zu vernehmen. Nichts. Ich hörte nur dieses lautlose Nichts. Ich hätte nicht sagen können, ob es sich hell oder dunkel anfühlte.

Meine Augen hielt ich fest geschlossen. Ich lag auf etwas, zusammengerollt. Weich und irgendwie leicht fühlte es sich an. Ich spürte, dass ich etwas in meiner linken Hand hielt. Es passte ziemlich genau hinein, war hart, und doch fühlte sich die Oberfläche auf eine gewisse Art weich an.Die Stille dröhnte mir in den Ohren.

Versuch dich zu erinnern, schien eine Stimme in mir zu sagen. Diese innere, fremde Stimme in diesem lautlosen, stillen Nichts. Bevor ich mich an etwas erinnern würde, wollte ich erst einmal herausfinden, wo ich war. Mit geschlossenen Augen bewegte ich mich auf dem weichen, luftigen Etwas, streckte mich und legte mich auf den Rücken. Den Gegenstand in meiner linken Hand hielt ich dabei fest. Ausgestreckt auf dem Rücken liegend, hörte ich etwas. Nichts, was von außen gekommen wäre. Ich hörte meinen eigenen Atem. Ein-aus, ein-aus, ein-aus. Ich lauschte. Zuvor hatte ich diesen in der Stille gar nicht wahrgenommen. Es war, als hätte ich die ganze Zeit über gar nicht geatmet. Was schließlich nicht sein konnte. Oder etwa doch?

Einfach weiteratmen. Ein-aus, ein-aus, ein-aus. Lauschen, den eigenen Atem hören, die totale Stille darum herum. Meine Hände öffneten sich, der harte Gegenstand mit der sich weich anfühlenden Oberfläche lag in meiner Handfläche. Ich strich mit den Fingern darüber, darum. Eine ovale Form, ein Stein, etwas Geschnitztes. Eine Figur, vom Anfühlen wie ein Amulett. Damit hatte das alles zu tun. Blitzartig kam diese Erkenntnis. Mein Herzschlag beschleunigte sich. Und wurde wie der Atem wahrnehmbar für mich. Ich wusste, dass ich nicht ewig hier liegen bleiben konnte, die Augen geschlossen, von äußerer Lautlosigkeit umgeben mit einem Gegenstand in der Hand, der offenbar die Ursache für die mir unbekannten Ereignisse war.

Aber ich lag da wie in einer sanften Lähmung, wusste, dass ich da war mit meinem Atem, mit meinem Herzschlag, der sich wieder ein wenig verlangsamt hatte. Und dann kamen die ersten wirklichen Gedanken, die sich in Form von Fragen in meinem Kopf formierten: Wie war ich hierher gekommen? Wo war ich jetzt? Und – was am beunruhigendsten war – wo kam ich her? Dieses Woher erschien genau wie diese absolute, fast bizarre Stille wie ein schwarzes Loch oder noch besser: ein Nichts. Das Nichts könnte auch hell sein, schoß es mir durch den Kopf. Warum war ich, wo ich war? Was war geschehen?

Der Gegenstand in meiner linken Hand, den ich wieder leicht umschlossen hielt, fühlte sich warm an. Wärmer. Noch wärmer. Vielleicht bildete ich es mir auch nur ein. Der Gegenstand blieb hart und weich zugleich, bewegte sich nicht, aber er wurde tatsächlich wärmer. Es war jetzt deutlich zu fühlen. Regungslos lag ich da und fühlte die immer weiter ansteigende Temperatur in dem „Steinblatt“, wie ich es, ohne dass ich es angeschaut hatte, nennen wollte. Ich durfte es nicht loslassen, es war der Schlüssel zu den Ereignissen. Es begann sich langsam heiß anzufühlen. Ich musste etwas tun, jetzt. Die Hitze begann sich in meiner Hand auszubreiten, und jedes weitere ansteigende Grad würde meine Haut verbrennen. Wegwerfen kam unter keinen Umständen in Frage. Ich fasste das Steinblatt sogar noch ein wenig fester.

Und öffnete die Augen. Die Hitze des Steinblattes war auf einen Schlag verschwunden, es lag wie vorher in meiner Hand. Bewegung kam langsam in mich, ich fühlte mit der Rechten meine Jeans, die mir sehr bekannt vorkam. Und steckte mit der Linken den Gegenstand in meine Hosentasche. Als ob ich ihn so nicht verlieren könnte. Ich hatte ihn noch nicht angeschaut. Später.

Es war hell. Über mir sah ich den Himmel und Bäume, die in ihn hineinragten und sich im Wind bewegten. Ich spürte, dass ich mich dennoch nicht unter freiem Himmel befand. Ohne nach links oder rechts zu schauen, war ich mir auf meinem luftweichen Lager bewusst, dass sich ein Raum um mich herum befand. Der Ausschnitt des Himmels, den ich sah, war groß, fast, als wäre man im Freien. Etwas wie eine Kuppel war zwischen mir und dem Himmel da draußen. Die Geräusche des Windes, das daraus entstehende Wogen und Rauschen der Baumwipfel, nichts davon war hier zu hören.

Nicht der Hauch eines Lautes. Alles wirkte offen und durchlässig, aber es war kein einziger Ton zu vernehmen. Ich blieb mit offenen Augen liegen, beobachtete, wie dunkle Wolken lautlos heranzogen, getrieben von einem stillen Wind. Sie brauten sich scheinbar direkt über der Kuppel zusammen. Binnen Sekunden wurde es dunkel. Da, ein Blitz. Unwillkürlich schob ich meine Hand in die Hosentasche und umfasste den Gegenstand. Ich sah den Regen auf mich zukommen, rasend aus den schwarzen Wolken, aber auf geheimnisvolle Weise schluckte ihn die unsichtbare Kuppel über mir. Nichts zu hören, kein Donner, der zweifellos folgen musste. Das Unwetter tobte lautlos über mir und konnte mir in diesem Raum wohl nichts anhaben. Ich rollte mich von meiner Unterlage und stellte mich endlich hin.

Nichts schien eckig in diesem Raum, in dem ich mich befand. Die Wände sahen aus, als wären sie direkt aus einem hellen, rotbraunen Terracotta gemacht. Es gab etwas, was wie größere Öffnungen in der Wand aussah, durch die ich jedoch nicht hindurchschauen konnte. Es wirkte, als lägen Schleier über diesen zwei Öffnungen. Etwas, das einer Tür hätte ähnlich sein können, war nicht zu sehen. Auf einem Gegenstand, der so etwas wie ein Tisch sein könnte, stand ein Glas und ein Korb.

Der Inhalt des Korbes bestand aus Früchten, die ich noch nie gesehen hatte. Vor allem schienen sie überproportional groß. Ich wagte nicht, etwas davon zu nehmen. Größer war mein Durst, und so berührte ich das Glas. Oder das, was ich dafür hielt. Es war nicht aus Glas, sondern aus einem anderen, undefinierbaren Material. Bevor ich überhaupt darüber nachdenken konnte, woher ich etwas zu trinken bekommen sollte, war das Glas mit Wasser gefüllt.

Ich atmete spontan laut aus, und es war, als würde dieses eine Geräusch die ohrenbetäubende Stille endgültig durchbrechen. Ein ganzes Blitzgeflecht erhellte den schwarzen Himmel für den Bruchteil einer Sekunde, als ich das Glas an den Mund hob. Es schmeckte, wie ich bisher kein Wasser getrunken hatte. Vor allem schmeckte es frisch wie aus einer Bergquelle.

Wasser, das unermüdlich aus einer kleinen Quelle sprudelt, sich in einem kleinen Becken sammelnd die ersten Berührungen mit dem Licht genießt und dann beginnt, sich in einem kleinen Bächlein den Weg ins Tal zu suchen. Als ich trank, hatte ich das Gefühl, als stünde ich selbst, jetzt und hier an dieser Quelle. Beim Trinken hatte ich die Augen geschlossen. Als ich sie wieder öffnete, fiel mir fast das Glas aus der Hand und die Augen aus dem Kopf. Ich stand an genau dieser Bergquelle, rundum grün und Felsen, über mir ein blauer Himmel, über den Schäfchenwölkchen langsam vor sich hinzogen. Ich sah das Wasser aus der Quelle heraustanzen, sah das Becken, wo sich das Wasser sammelte und …

Offensichtlich war ich so etwas wie „draußen“. Ich hörte das Plätschern der Quelle, Vögel, die zwischen den Bäumen umherturnten und zwitscherten, Geraschel überall, eine Eidechse auf einem Stein in der Sonne. Geräusche.

Das Glas stellte ich hin und trank aus der Quelle. Das tanzende Wasser hüpfte mir von der Hand regelrecht in den Mund. Es schmeckte wie das Wasser aus dem Glas, nur war es im wahrsten Sinne des Wortes quicklebendig. Ich lehnte mich an einen der warmen Felsen neben der Quelle. Es war fast heiß, ich schaute in den klaren Himmel, aber die Sonne war nirgends zu sehen. Ich wollte mich für einen Moment nicht weiter wundern und blinzelte in die sonnenlose Helligkeit.

 
 

Kommentare zu diesem Text


Dieter_Rotmund
Kommentar von Dieter_Rotmund (09.10.2017)
Handwerklich piccobello, aber inhaltlich gähnende Langeweile, wenn ich das mal so harsch, aber ehrlich ausdrücken darf.
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Viriditas meinte dazu am 21.04.2018:
Kein Problem. Lieber ehrlich als Rumgeschleime ;)
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Dies ist ein Kapitel des mehrteiligen Textes Spiegelungen.
Veröffentlicht am 23.09.2017. Textlänge: 1.299 Wörter; dieser Text wurde bereits 315 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 11.05.2021.
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