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Ambivalenz von Sprüchen

Erörterung zum Thema Sucht


von loslosch

Potes ... vendere nec vanos circa Palatia fumos (Martial, 40 n. Chr. bis ~103 n. Chr.; Epigrammata). ... noch kannst du blauen Dunst über das Kaiserhaus verkaufen. Oder: Du kannst keine Gerüchte über das Kaiserhaus versilbern. 

Im Mittelalter verselbständigte sich das Bild: Fumo periit, qui fumum vendidit. (nach H. Walther, Lateinische Sprichwörter und Sentenzen des Mittelalters, Göttingen 1963-1967). Im Rauch ging unter, wer Rauch verkauft hat. Oder: Der Hochstapler ging an seinen leeren Versprechungen zugrunde. Ein anderer Typus des Wandkalenderspruchs. Kann stimmen, muss nicht stimmen. Betrachten wir die berüchtigten Schneeballsysteme. Sie funktionieren, bis die Blase platzt. Manche sind sogar legal. Wer an der Börse auf Hausse setzt und bei gestiegenen Kursen seine Papiere beleiht, um ein noch größeres Rad zu drehen, hat Erfolg, solange die Kurse steigen. Und sie steigen, solange die große, wachsende Spekulantenschar daran glaubt, darauf setzt.

So ein Hochstapler geht längst nicht immer an seinen leeren Versprechungen zugrunde, vor allem dann nicht, wenn er als Drahtzieher im Hintergrund operiert oder sein Vorgehen keine Strafbarkeitsmerkmale erfüllt (nach dem Muster des begnadet fabulierenden Karl May, der es faustdick hinter den Ohren hatte). Mancher Hochstapler geht erst am Erfolg seiner Masche zugrunde. Er dreht, in der Manier des Soziopathen, immer größere Räder.

 
 

Kommentare zu diesem Text


Arbait_Müller
Kommentar von Arbait_Müller (13.10.2017)
(nach dem Muster des begnadet fabulierenden Karl May, der es faustdick hinter den Ohren hatte). Mancher Hochstapler geht erst am Erfolg seiner Masche zugrunde. Er dreht, in der Manier des Soziopathen, immer größere Räder.

Dabei lebte Karlchen selbst in einer soziopathischen Gesellschaft und hatte after death noch das fragwürdige Glück, in Hitler einen Superfan zu finden.
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loslosch meinte dazu am 13.10.2017:
es gibt noch eine bemerkenswerte parallele: KW II war stark beeindruckt vom hauptmann von köpenick, im zivilleben als friedrich wilhelm voigt zuvor schon ein schwerer junge. so drängte er die justiz, den gelernten schuhmacher vorzeitig zu entlassen.
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Arbait_Müller antwortete darauf am 13.10.2017:
Unvergessen die Verfilmung mit Heinz Rühmann, die mich schon in der Kindheit packte.

Letztendlich erkennen sich die Trickser immer gegenseitig und jubeln sich gegenseitig hoch.
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loslosch schrieb daraufhin am 13.10.2017:
den film von 1956 sah ich auch. man bangte mit dem falschen hauptmann und genoss die dummheit der staatsdiener. herrlich.
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Arbait_Müller äußerte darauf am 13.10.2017:
Bei der zweiten mit Champagner-Harald fühlte ich eher Mitleid mit der realen Person des Protagonisten.
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Graeculus ergänzte dazu am 13.10.2017:
Die erste Verfilmung war nicht die von Rühmann, sondern die gab es schon 1931 unter der Regie von Oswald. Sehr gut, übrigens.
Juhnkes war mithin die dritte.
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Arbait_Müller meinte dazu am 13.10.2017:
1931 war ich erst zwei, das konnte ich nicht sehen.
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loslosch meinte dazu am 13.10.2017:
und ich erst minus 11. die allererste verfilmung stammt aus 1906. mein vater war da erst minus 1.

die verfilmung mit dem versoffenen loch war die zehnte.
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Graeculus meinte dazu am 13.10.2017:
Das ist richtig und falsch. Es gab zwar vor 1931 Verfilmungen des Stoffes, aber nicht des Dramas von Carl Zuckmayer, das erst 1931 erschienen ist und auf das sich die Verfilmungen seitdem beziehen, insbesondere die von Euch genannten mit Rühmann und Juhnke. Man muß Stoff und literarische Vorlage unterscheiden.
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Arbait_Müller meinte dazu am 15.10.2017:
Ach so, das können wir Bildungsbanausen ja nicht wissen, Grace.
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