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Erzählung zum Thema Sinnlichkeit


von Sätzer

Heute Nacht liegt seine Traumfrau neben ihm auf einem grün/pink- und seidebespannten Kuschelbett. In einer Höhe von wenigen Zentimetern gleiten seine Augen sanft über ihr blondes seidiges Haar, ihre edel geformte Nase, den betörenden Mund und den atemberaubend sinnlichen Hals. Seine Augen fahren jetzt, so als wären es seine feingliedrigen, fast femininen Hände, weiter die überwältigend schöne Landschaft hinunter und gleiten weich und sanft über zartes Härchengestrüpp. Halten inne auf der inneren Haut ihres rechten abgespreizten Schenkels. Der ist so zart und durchsichtig, dass nicht einmal mehr ein Haarflaum gedeiht. Das Einsinken seiner Blicke in diese Unschuld raubt ihm den Verstand, der ansonsten selbst im Traum nicht stillsteht. Unendlich lange bleibt er an ihren absurd schönen Knien hängen, streichelt diese zart mit seinen wasserblauen Augen und beendet die Blickmassage an ihren Füssen mit den lila douglasierten Fußnägeln.
Da liegt nun seine schöne Traumgestaltung. Der erahnte Duft eines bekannt teuren Parfums pulsiert um und über dieser einzigartigen Landschaft, wie sich sanft hebender Frühnebel an einem sonnigen Spätsommermorgen. Die sichtbare Intensität ihrer Haut lässt das seidige Bett zu einem Zaubergarten erblühen. Er versucht ihre süßen Knospen mit den Lippen zu berühren und leicht zu massieren.
Wie lange dauert Glückseligkeit? Welche Uhr kann sie messen?

Der Wecker klingelt. Er schreckt hoch. Doch dann fällt ihm ein, dass Montag ist, sein freier Tag. Den Morgen verbringt er mit Meditation und einem Bad, bis in den Mittag hinüberzeitend. Er beschließt dann, heute mal ins Schotthorst, eine Eimsbüttler Edelkneipe, zum Essen zu gehen. Es ist der 29. Februar, eines dieser selteneren Schaltjahre. Was gibt es zu schalten?, denkt er gelassen und macht sich auf den Weg.

Seit sechs Wochen hat er keine Zeitung mehr gelesen, um seinen Kopf wieder frei zu bekommen. Beim Gang zum Schotthorst sieht er zufällig, obwohl er weiß, Zufälle gibt es nicht, eine Schlagzeile am Kiosk, die ihn innehalten lässt: Empire-State-Fahrstuhl fällt 40 Stockwerke tief.
Er kauft spontan die Zeitung und liest sie beim Warten auf das bestellte Essen. Ein Reporter der New York Post hat die zwei Männer, die im Fahrstuhl standen, befragt. Der eine, Jo Mascara, stellte lapidar fest, dass er es wie einen Bungee-Sprung empfunden hatte, als der Fahrstuhl etwa 120 Meter in die Tiefe fiel und dann das Sicherheitssystem die Kabine im vierten Stock sanftherb zum Stehen brachte. Fallen lassen, ohne etwas dafür tun zu müssen und dann weich landen wie die zwei Männer im Fahrstuhl!? sinniert er vor sich hin.
Plötzlich beim Hauptgang des Menüs, als er ein filetiertes Stück Lamm in den Mund schiebt, kommt ein Scheibchen Erleuchtung: Extensiver leben, etwas Verrücktes machen! Das braucht Mut und Ideen. Unzählige Male ist er gesprungen, hat neue Grenzen getestet, ist freier geworden. Zufrieden schlürft er den Nachtisch und hat das entspannte Gefühl von Erleuchtung in Hirn und Körper. Er hatte lange darauf hingearbeitet, doch diese gemeine Erleuchtung hatte nie auf ihn gewartet. Sie schlug ihm immer wieder ein Schnippchen. Doch nun steht an, etwas für seine körperlichen Genüsse zu tun, Neues zu wagen. Nicht nur sich bezahlte Massagen geben zu lassen, sondern zu testen, ob aktives Massieren seine Sinne anregen kann, denn sein Traum deutet dahin. Kurzentschlossen meldet er sich zu einem Kurs in der Holsteinischen Schweiz an.

Es funkt, als er seine Hände mit sanftem Druck den Rücken hinab und dann die Hüften hinauf gleiten lässt. Dem Rotschopf aus der Gruppe, entweichen zarte Lustseufzer. Da er inzwischen das Sonnenlicht auf einem Blatt, die Anmut des Windes und den Faltenwurf eines Vorhangs zu schätzen weiß, wird es möglich, dass er den Garten der Liebe in diesem Moment betritt. Er erinnert sich an das tibetische Sprichwort “Besser ein Tag Tiger sein als tausend Jahre Schaf“ und weiß, was zu tun ist: Spaziergang am See, Verführung, Glückseligkeit. Wenn ein Mann verliebt ist, sieht das Blatt noch schöner aus, sind Schultern noch lieblicher, Hüften noch sinnlicher.
Abends im Bett liebkosen seine Hände und sein Mund ihren sinnlichen Körper. Seine Zunge ertastet nach und nach alle Regionen. Es ist als taucht das Gesicht in eine Schale reifer Sommerfrüchte und atmet deren Düfte. Pfirsiche, Äpfel, Birnen. Alles an ihr ist frisch und er beginnt zu fühlen, ohne sich mit der Bildung von Sätzen oder der Wahrnehmung von Bildern aufzuhalten. Er erlebt, dass seine Empfindungen sich steigern, wenn sie taktil bleiben und nicht in Worte oder Bilder gefasst werden. Seine Gefühle konzentrieren sich nicht mehr einzig auf seine Lendengegend. Vielmehr errötet seine Haut, die Augen strahlen intensiver blau, die Eingeweide lösen sich auf und fangen an zu fließen. Und er ist weder gespalten noch eins, ist nichts und alles, hier und überall zugleich. Ein Traum ist endlich wahr geworden.

Übrigens waren ihre Fußnägel nicht lila, sondern rot douglasiert. Und das Parfum war wirklich teuer.

 
 

Kommentare zu diesem Text


Dieter_Rotmund
Kommentar von Dieter_Rotmund (19.11.2017)
Wirkt wie ein gut gemachter Kurzfilm.
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Sätzer meinte dazu am 19.11.2017:
Was will ich mehr, und das ohne Filmkamera
Danke dir auch für deine Empfehlung. LG Uwe
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AZU20
Kommentar von AZU20 (19.11.2017)
Was soll ich noch sagen außer "Gern gelesen"? LG in den Sonntag
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Sätzer antwortete darauf am 19.11.2017:
Da fühlt man sich wieder etwas jünger - gell
Danke für deine Empfehlung und LG Uwe
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Kommentar von Sinshenatty (53) (19.11.2017)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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Sätzer schrieb daraufhin am 20.11.2017:
Ach, ich schaffe Erleuchtung in touch inzwischen ohne Bier
Das Schotthorst gibts immer noch? Im Meisenfrei war ich nie. Der Stadtteil ist doch inzwischen sicher weiter schickimickisiert - oder?
War lange nicht mehr durch Hamburg gestromert.
Merci für deine Empfehlung und LG Uwe
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Sinshenatty (53) äußerte darauf am 20.11.2017:
Diese Kommentarantwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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Dies ist ein Text des mehrteiligen Textes Liebe - Lust - Leidenschaft (Erzählungen).
Veröffentlicht am 19.11.2017, 5 mal überarbeitet (letzte Änderung am 01.02.2019). Textlänge: 784 Wörter; dieser Text wurde bereits 512 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 30.03.2020.
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