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Reisen im Elfenbeinballon (8) - Adler und Schlange

Lyrischer Prosatext


von autoralexanderschwarz

I

Unser Elfenbeinballon gewinnt stetig an Höhe,
ohne zurückzublicken sind wir aufgestiegen,
es war uns nie ernst: wir kokettierten nur mit den Tälern.

Seit Stunden überfliegen wir nun Dichterkarawanen,
die sich träge und stumpf in die Wüste bohren,
bucklige Lyriker,
verkrüppelte Halbgelehrte,
Literaten auf Zwergponys,
die es nie vermochten
auf eines der höheren Rösser zu steigen.
Vollblüter sucht unser Auge vergebens:
alles hier ist abgeschmackt,
alle laufen sie um die Wette, um sich im seichten, öligen Schlamm
ihren eigenen kleinen Claim abzustecken,
und doch sind sie dort unten in ihrer Bedürftigkeit alle Brüder;
alles suhlt sich dort unten ineinander.

Endlich aber vereinzeln sich die Ströme,
der Mensch dünnt sich aus und dort,
wo noch kein Fuß seine Abdrücke auf den Boden schmierte,
ergießt sich mit einem Mal ein grünes Meer,
Savannen umspülen kleine Hügel,
hier ist alles noch unberührt;
selbst wenn der Wind still steht,
wogen hier die Gräser.

Wir lenken den Elfenbeinballon immer tiefer hinein in diese Abgeschiedenheit,
hier suchen wir den Klügsten unter den Menschen.

II

Erst in den frühen Morgenstunden entdecken wir Zarathustra,
der mit Schlange und Adler vor einer Höhle sitzt
und sich auf gekreuzten Beinen mit der Sonne bespricht.

Wir sind angekommen, schweben, schweben auf der Stelle,
sodass wir vom Korb aus mit Zarathustra sprechen können:

„Also“, spricht Zarathustra nach einer Weile,
„was treibt euch so tief hinein in diese erhabene Einsamkeit und
warum dieser Ballon aus Elfenbein, der vielleicht nur hier oben strahlt, wie eine zweite Sonne? Schon aus der Ferne habe ich euch leuchten gesehen und wusste:
dieses fliegende Juwel ist mir wohl mehr als ein weiteres kryptisches Rätsel.
Gerade eben war mein Entschluss fest zu den Menschen hinabzusteigen, eben noch sagte ich zur Sonne, dass ich sie wohl für eine ganze Weile nicht mehr von hier oben grüßen werde, jetzt aber staune ich über euer Gefährt, das mir wie eine zweite Sonne entgegengestiegen ist.

Woher nur nehmt ihr den Mut, euch in solchen Sphären zu bewegen?“

„Wir sind weit herumgekommen“, antworten wir Zarathustra,
„bis in den Tartaros hat es uns hinabgezogen,
so manches Tal haben wir unterwegs durchflogen
und wir können dir berichten, dass es sich nicht lohnt dort unten nach Tiefe zu suchen.
Immer wieder kroch uns der Ekel über die Zungen.“

„Wohlan“, spricht Zarathustra, „ich brauche euren Rat nicht, aber ich fühle, dass es für euch wichtig ist ihn zu geben, also sprecht: was habt ihr gesehen, als ihr zu den Menschen hinabgestiegen seid?“

Wir beugen uns vor, über den Korbrand hinab, und flüstern Zarathustra eine kleine Weisheit ins Ohr, die wir auf dem Weg zu ihm gefunden haben.

III

„Warum diese Tiere?“, fragen wir Zarathustra zum Abschied, „wir haben gehört, dass sie Stolz und Klugheit symbolisieren."
„Es ist sehr einfach“, antwortet Zarathustra, „meine Wahl fiel auf sie, weil sie sich ergänzen, weil der Adler die Schlange tragen kann, wenn sie schläft, und wenn der Adler ruht, bewacht die Schlange seinen Horst, anderen Schlangen jedoch habe ich aber ohne zu zögern den Kopf abgebissen,
man muss wissen, was man will“, sagt Zarathustra,
„man muss zubeißen können,
man muss es nicht nur in der Not verstehen,
vom Gift seiner Feinde leben zu können.“

Anmerkung von autoralexanderschwarz:

Der obenstehende Text ist Teil der Textsammlung „Reisen im Elfenbeinballon“, die im Athena-Verlag erschienen ist.  Reisen im Elfenbeinballon



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Dies ist ein Gedicht des mehrteiligen Textes Reisen im Elfenbeinballon.
Veröffentlicht am 28.11.2017, 14 mal überarbeitet (letzte Änderung am 26.08.2018). Textlänge: 522 Wörter; dieser Text wurde bereits 237 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 20.01.2020.
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