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Reisen im Elfenbeinballon (9) - Herniederstürzen

Lyrischer Prosatext


von autoralexanderschwarz

I
     
Erst in jener Höhe, in der Ikarus einst wie eine Motte aufglomm
und zurück in das Meer stürzte, halten wir inne.
Dem Adler gleich blicken wir uns um
und sehen nur noch Ferne, Schatten und Beute;
andere Adler aber sucht unser Auge vergebens.
Hier gibt es längst nichts mehr, das es noch vermag uns zu spiegeln,
(wir sind viele)
- erst hier beginnt der eigentliche Poststrukturalismus:
(unsere Kräfte überstiegen von je her unsere Ambitionen)
was wollten wir eigentlich wirklich?
Längst haben wir viel zu viel erreicht
und sind darob in der dünnen Luft einsam geworden;
wir verstehen: es ist zu viel Platz für solche wie uns:
selbst ohne diese Atemnot hätten wir hier nicht bleiben können.

Wir fragen uns: was haben wir hier nur gesucht?
Woher kam dieser Wind, der uns höher und höher hinauftrug?
Wollten wir nur nach den Sternen greifen?
Wir bekennen: wir wissen es nicht mehr:
irgendetwas hat uns hinangezogen und verschwand,
bevor wir es erreichen konnten.

II

Ohne Widerhall verlieren unsere Stimmen bald ihre Farbe,
„der Hammer ist bei jedem Schlag ein anderer“,
flüstert der Steuermann zuletzt,
irgendwann summen wir nur noch so vor uns hin:
Die Einsamkeit macht aus uns beschränkte Dadaisten.
Wir kommen aus der Mode 
und während wir noch von Gondwana träumen,
illuminieren sich unter uns bereits die ersten Städte.
Alles verdichtet sich hier oben,
noch haben Worte hier das Gewicht,
um kontinentale Kerne auseinanderzureißen. 

Wir verneigen uns vor uns selbst und bekennen:

wir haben Adler und Schlange
zu lange
zu tief
ins unserer Brust getragen.

Hier oben, so dachten wir, können wir sie nun für ein Weilchen freilassen
und begreifen unseren Fehler erst
als sie schweben
und wir stürzen.

III

Aus der innersten Faser heraus zerreißen sich die Seile,
der Druck nimmt stetig zu, unser Luftschiff trudelt zur Seite,
dann hinab durch ein Wolkenchaos
und Elfenbein splittert um uns herum zu Sternenstaub,
unser Anker verfehlt knapp eine letzte Schäfchenwolke,
dann platzt alles mit einem lauten Knall:
mit blutenden Ohren stürzen wir hinab
und das einzige, das uns dabei trägt,
ist eine kleine Genugtuung:

Gemeinsam mit dem Himmel werden wir auf euch herniederstürzen.

Anmerkung von autoralexanderschwarz:

Der obenstehende Text ist Teil der Textsammlung „Reisen im Elfenbeinballon“, die im Athena-Verlag erschienen ist.  Reisen im Elfenbeinballon



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Dies ist ein Gedicht des mehrteiligen Textes Reisen im Elfenbeinballon.
Veröffentlicht am 15.12.2017, 4 mal überarbeitet (letzte Änderung am 26.08.2018). Dieser Text wurde bereits 138 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 17.09.2018.
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