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How not to be idle

Kurzprosa zum Thema Psychologische Phänomene


von MagunSimurgh

„Hey Siri, was steht heute an?“ „Siri ist nicht verfügbar, es besteht keine Verbindung mit dem Internet.“ Er presste die Lippen zusammen und schnaubte vor Ärger. Beschissenes, innenliegendes Bad - kein WLAN, kein Handynetz, nicht mal entspannt Scheißen war hier möglich, doch eine Wohnung mit Tageslichtbad lag außerhalb seines Budgets. Na ja, was soll‘s, Arsch abputzen, weiter machen.

Er hatte den ganzen Dezember Urlaub genommen, um den Trubel zum Jahreswechsel zu reduzieren. Inzwischen hatte sich allerdings herausgestellt, dass so viel liegen geblieben war, dass sein Tagesplan sich zwar in den aufgelisteten Tätigkeiten von einem Arbeitstag unterschied, jedoch nicht im Umfang. Es galt, Geschenke zu besorgen, Weihnachtsmarktbesuche zu Zeiten einzutakten, zu denen man nicht mit Fremden kuscheln muss, mal wieder die Toilette zu putzen, neue Gitarrensaiten aufzuziehen oder mal wieder zu kochen, ohne den Abwasch vier Tage stehen zu lassen. Ironischerweise war der letzte Punkt auf seiner Liste: How to be idle von Tom Hodgkinson lesen. Das Buch hatte ihm seine Schwester vor zwei Jahren zu Weihnachten geschenkt. Dieses Jahr würde er ihren anklagenden Fragen mit Zitaten von seinen Lieblingsstellen begegnen können!

Er tröstete sich damit, dass Erholung - nach Ansicht einiger Wissenschaftler - nicht im Nichtstun liegt, sondern in Tätigkeiten mit anderen Anforderungen als den alltäglichen und Abwaschen erforderte schließlich ganz andere Kompetenzen von ihm als beispielsweise Programmieren. Dieser Gedanke war es auch, der ihn davon abhielt, einen Abwaschroboter zu bauen, na ja, neben der Tatsache, dass genau dafür die Geschirrspülmaschinen erfunden wurden.

Er stellte eine Kaffeetasse auf das dafür vorgesehene Podest an der Kaffeemaschine, Kapsel rein. Im Hintergrund lief Musik, Empfehlungen des Computers auf Basis seines Musikgeschmacks. Guten Tag, Guten Tag, ich will mein Leben… Stille. Der Stream war unterbrochen. Sein linkes Augenlid zuckte unkontrollierbar und in seinem Magen regte sich etwas, von dem er sich nicht sicher war, ob es etwas Lebendiges war oder ein Magengeschwür. Er drückte den Knopf und die Kaffeemaschine röhrte, als ob die Qualität des Kaffees proportional zur Lautstärke des Brühvorgangs wäre. In der Zwischenzeit versuchte er, herauszufinden, ob nur der Stream ausgesetzt hatte oder das ganze Internet, mal wieder.

Er atmete tief durch und versuchte, mit einem Finger sein Augenlid zu beruhigen. Ohne Erfolg. Und das Internet war auch tot - keine Netzwerkverbindung. Fluchend kroch er unter den Schreibtisch, um den WLAN-Router neuzustarten. Eine Beule und die Erkenntnis, dass Staubsaugen auf die To-do-Liste gehört, später, ging noch immer nichts. Netzwerk war da, aber kein Internet. In seinem Kopf hatte er sich bereits eine Beschwerdemail an den Provider ausgedacht, einen deftiger 4-Zeiler, doch als er bemerkte, dass die Kirchturmuhr gegenüber bereits 10:30 Uhr zeigte, verfiel er in Hektik. Um 11:00 Uhr war er in der Stadt mit Amelie verabredet, wie sollte er das noch schaffen? Er pfiff auf die Musik und sich den viel zu heißen Kaffee rein. Sein Mund und Rachen brannten vor Schmerz. Wie dumm von ihm, wenn der Kapselkaffee eines schon immer gewesen war, dann heiß.

Er ärgerte sich so sehr über sich selbst, dass seine Zähne knirschten und er Kopfschmerzen bekam. Plötzlich fiel ihm auf, dass die Zeiger der Kirchturmuhr sich seit Minuten nicht bewegt hatten, die Uhr war offenbar stehen geblieben. Er schaute auf sein Handy: 09:03 Uhr. Jede Menge Zeit, sich zu beruhigen. Er legte eine neue Kaffeekapsel ein und begann, sich ein Brötchen zu schmieren. Als das Unfassbare passierte, war er darauf nicht mehr vorbereitet, und erschrak sich fast zu Tode: Aus dem Lautsprecher schallte es zurück.

 
 

Kommentare zu diesem Text


sundown
Kommentar von sundown (26.12.2017)
Wie schön, etwas von dir zu lesen. Gut, dass es diese Mailbenachrichtigung gibt. Anlass sich mal wieder hier einzuloggen. Guter Text, nur irgendwie .. also ich hatte gehofft, dass es noch weitergeht. Lg Perdita
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MagunSimurgh meinte dazu am 26.12.2017:
Es ist auch schön, etwas von dir zu lesen. :) Ich kann den Wunsch mehr zu lesen, nachvollziehen, das dachte ich mir auch, als ich ihn „fertig“ hatte. Aber genau das hat mich damit so zufrieden gemacht, diesen Protagonisten treibt ja genau das, dieses Gefühl, dass nie etwas fertig ist, dass es immer etwas zu tun gibt. Er hat ein paar Lösungsansätze, aber keine Lösungen und er ist, denke ich, auch noch nicht an dem Punkt, sich seinen Problemen konstruktiv zu stellen, deswegen war es mir wichtig, nicht zu tief reinzugehen, die oberflächliche Auseinandersetzung innerhalb des Textes spiegelt wider, wie es dem Protagonisten geht.
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Dieter_Rotmund
Kommentar von Dieter_Rotmund (26.12.2017)
Ich finde manche Sätze sehr holprig, insgesamt jedoch gerne gelesen: Der Morgen eines leicht exzentrischen Protagonisten, ein leicht soziopathischer IT-ler mit Hang zu einer fäkalen Ausdrucksweise, bzw. Hang zu fäkalen Themen. Schönes, doppeldeutiges Ende.
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MagunSimurgh antwortete darauf am 26.12.2017:
Danke Dieter, freut mich, wenn du es gern gelesen hast. Wenn du ein zwei, konkrete Vorschläge hast, welche Sätze dich stören, bin ich dafür sehr offen. Wahrscheinlich lese ich es momentan noch mit zu viel von dem guten Willen desjenigen, der es sich ausgedacht hat ;)
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Dieter_Rotmund schrieb daraufhin am 27.12.2017:
Ja, manchmal ist es eben der Gesamteindruck, da gibt es dann keine konkreten Angaben für präszise chirugische Eingriffe. Ein holpriger Satz in 99 klaren ist ja viel besser zu verkraften als umgekehrt.

Aber bei nochmaliger Durchsicht ist mir aufgefallen:

"Inzwischen hatte sich allerdings herausgestellt, dass so viel liegen geblieben war, dass sein Tagesplan sich zwar in den aufgelisteten Tätigkeiten von einem Arbeitstag unterschied jedoch nicht im Umfang. Geschenke besorgen, Weihnachtsmarktbesuche zu Zeiten eintakten, zu denen man nicht mit Fremden kuscheln muss, mal wieder die Toilette putzen, neue Gitarrensaiten aufziehen, mal wieder Kochen und den Abwasch nicht vier Tage stehen lassen, ..."

Da fehlt nicht nur ein Komma an wichtigster Stelle, was das Lesen erschwert. der Satz ist auch einfach viel zu lang und hat kein richtiges Ende, nur so eine Komma-3Punkte-Konstruktion.
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MagunSimurgh äußerte darauf am 28.12.2017:
Danke, Dieter, du hast natürlich Recht, ich habe versucht, das zu entschärfen und die Aufzählung lesbarer zu gestalten.
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Kommentar von ues (34) (30.12.2017)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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MagunSimurgh ergänzte dazu am 30.12.2017:
Danke! (Auch Telegrammstil ;))

Viele Grüße.
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MagunSimurgh
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Veröffentlicht am 25.12.2017, 1 mal überarbeitet (letzte Änderung am 28.12.2017). Dieser Text wurde bereits 140 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 11.11.2018.
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