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Sachlage, nüchtern.

Sonett zum Thema Vergeblichkeit


von Walther

Sachlage, nüchtern.

Was dort am Himmel stand, war unerfindlich:
Die Narrenzeit, die uns für solche hielt,
Mit schlechtem Witz und Spitzen, schlecht gezielt,
Verballhornt, tiefgeschlagen, unverbindlich.

Das Leben hatte sich recht schlecht gespielt:
Die Lola war das Gegenteil von kindlich,
Das laut Gesagte war viel zu befindlich,
Das Ende schon am Anfang eingestielt.

Da blieb uns bloß ein müdes Augenreiben,
Um so die bösen Geister auszutreiben,
Und schon zu Frühstück nichts als Whisky pur.

Vom Himmel und der Hölle abzuschreiben,
War unser Mantra, um im Bild zu bleiben:
Da war nichts heldisch, da war Sterben nur.

Anmerkung von Walther:

Sonett in der Tradition des Memento Mori.


 
 

Kommentare zu diesem Text


Lala
Kommentar von Lala (14.01.2018)
Also wenn ich das auf die fünfte Jahreszeit münzen darf: so empfinde ich diese auch als Schrecklich. Im Gegensatz zu Deinem Sonett.

Kommentar geändert am 14.01.2018 um 15:21 Uhr
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Walther meinte dazu am 14.01.2018:
hi lala, kann man so deuten. lyrik ist immer etwas, das im leser erst "ganz" wird. danke fürs reinlesen, kommentieren und empfehlen. lg W.
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TrekanBelluvitsh
Kommentar von TrekanBelluvitsh (14.01.2018)
Man kann die Narrenzeit auch für ein genaues Abbild des Lebens halten... Aber das ist natürlich eine übermelancholische Deutung.
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Walther antwortete darauf am 14.01.2018:
Hi Trekan, danke fürs reinschauen und deinen eindruck dalassen. in der tat kann man das - narren und narreteien kennen keine jahreszeiten. lg W.
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juttavon
Kommentar von juttavon (15.01.2018)
Der Rausch der anderen ist für den 'Nüchternen' oft ein niederschmetternder Eindruck, der eigene im Rückblick wohl auch... ; dennoch beides zutiefst menschlich, auch wenn Dionysisches ab und zu etwas mehr Geistesblitze hat als unsere "Narrenzeit"

Gern gelesen (nur die drei dicht gedrängten "schlecht" überzeugen mich nicht.)

HG Jutta
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Walther schrieb daraufhin am 16.01.2018:
Hi Jutta,
danke fürs reinlesen und empfehlen. ja, der Dionysos ...
die narrenzeit kann man zwangsweise mit dem 11.11. beginnen lassen - man kann aber auch mit den evangelischen schwaben sagen: i bee evel narret. was soviel heißt wie: dådafir brauch i koin häs. oder auch: ein narr ist ein narr ist ein narr.
daß dir das mit dem schlecht nicht munden mag, ist natürlich schlecht. eigentlich ist das als rhetorische figur gemeint, scheint aber nicht ganz geklappt zu haben. danke dafür. da gehe ich beim nächsten überarbeitungsanfall nochmal ran.
lg W.
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