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HEIMAT. Ein Triptychon

Legende zum Thema Flucht/ Vertreibung


von rochusthal

1
bin ich denn nicht geschickt vom wind
vom alten weisen könig salomo
von meiner mutter weinend um ihr kind:
geh übers meer wir werden hier nicht froh

das rote meer gibt nichts mehr her
nur tränen salz und satt satt not
die luft ist leicht das leben schwer
kommt zeit und rat und rot der tod

der weg war halb so weit die zeit
verdoppelt und verdreifacht sich
nichts ist zu wild und nichts zu weit

am ende seid ihr alt und neu bin ich
und fischte aus dem meer mir heiterkeit
und euer dank beschämte mich

2
im meer sind nicht nur leichen
auch leichte weite heiterkeit
und leuchttürme als zeichen
von ferne und verlassenheit

entfernt von kahlen küsten
ist nichts als blau und breit
wir wissen was wir wüssten
ein ziel scheint doppelt weit

uns hilft es nicht zu schwimmen
das bleibt zu fern verstreut
und alle häfen dimmen
sich aus verbliebner zeit

was können wir erreichen
mit karten aus makulatur
das leben ist nichts als weichen
in rinne und schleimige spur


3
radios die gequälte töne treiben
und dein land das hinter dir versinkt
ich kann hier und du kannst dort nicht bleiben
zwischen uns ein meer das in ertrinkenden ertrinkt

ich kann deine last nicht wissen und beschreiben
alles was du weißt ist tod- und traumbedingt
leben will sich wohl an neuen utopien reiben
wie es ohne zaun und zaum gelingt

sobald du sprichst will ich dich weitersprechen lassen
denn jedes wort ist als versprechen ein versuch
die jacke die du trägst trägt tränengasgeruch

trägt kindertränen und den wirren fluch
freiheit schenkt dir keiner auf gesuch
sie ist das gegenteil von hassen

Anmerkung von rochusthal:

die Gedichte waren schon einmal einzeln eingestellt



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Kommentare zu diesem Text


AZU20
Kommentar von AZU20 (11.02.2018)
Haben nichts von ihrem Reiz verloren. LG
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