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Kurzgedicht


von Marjolaine

Er sieht verändert aus, dein Rosengarten.
Nur eine hat den Abschied überlebt.
Ein Duft, den ich vergessen glaubte, schwebt
vorbei, erinnert mich an mein Erwarten,
von dir geliebt zu werden wie die Rosen,
die du so sorgsam hegtest Jahr um Jahr.
Sie waren dir die kostbarsten Preziosen;
ich sah dich ihre Blütenpracht liebkosen.
Mir bliebst du fremd und unnahbar.

 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von niemand (12.02.2018)
Das ist ein sehr schönes und leises Gedicht, das zwar nicht "anklagt", aber der betreffenden Person doch seine Enttäuschung kund tut. Eine Enttäuschung über mangelnde Liebe. Könnte ein Kind [ein inzwischen erwachsenes] sein, welches indirekt zu seiner verstorbenen Mutter [Vater] spricht,
oder eine andere Person, welche über eine Verbindung spricht,
die scheinbar eher einseitig war und somit ziemlich unbefriedigend. Liebe lässt sich nicht einfordern, spricht das Gedicht, obwohl man im ersten Moment denkt: Wie kann man Gewächse [hier Rosen] einem anderen Lebewesen vorziehen?
Doch, das geht und die betreffende Person konnte wohl nicht anders. Aus welchen Gründen auch immer, sie scheint einen größeren Bezug zum Gewächs/Rosen entwickelt zu haben als zu einem ihr nahen Menschen. Man kommt beim Lesen ins Spekulieren und es öffnet sich eine ganze Reihe Möglichkeiten,
mit den Fragen wieso/weshalb etc. und mit den Antworten die man sich darauf, je nach Fantasie, geben kann. Gefällt mir sehr gut, liebe Marjolaine. Mit lieben Grüßen, Irene

Kommentar geändert am 12.02.2018 um 14:11 Uhr
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Marjolaine meinte dazu am 12.02.2018:
Liebe Irene, du hast mal wieder sehr schön interpretiert. Ja, es gibt solche Menschen, die anderen, nahe stehenden Personen ihre Gefühle nicht zeigen können. Wenn dann auch noch ersichtlich ist, dass sie sehr wohl liebevoll mit etwas umgehen können, kann das sehr schmerzhaft sein für die betreffenden Personen, denen so etwas vorenthalten wurde. Vielen Dank für den Kommentar und liebe Grüße

Marjo
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eiskimo
Kommentar von eiskimo (12.02.2018)
Absolut gelungen, diese schrittweise und schmerzliche Einsicht, dass der "Rosenkavalier" dich nicht (wahr-) haben wollte. Vergiss ihn!
lG Eiskimo
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Marjolaine antwortete darauf am 12.02.2018:
Lieber eiskimo, das LyrDu in diesem Gedicht könnte auch ein Rosenkavalier sein, das ist eine Interpretation, die sich bestens belegen lässt. Mir fällt erst nach deinem Kommentar auf, dass "Rosenkavalier" eine Schlussfolgerung ist, die fast zwangsläufig aus dem Gedicht erwachsen kann. Vielen Dank und liebe Grüße

Marjo

Antwort geändert am 12.02.2018 um 22:32 Uhr
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Isaban
Kommentar von Isaban (12.02.2018)
Hallo Marjo,

handwerklich gut gemacht, dieses fünfhebige Gedicht, zudem gut bebildert und - insbesondere durch die Kürzung auf vier Hebungen im letzten Vers - sehr spürbar. Ich mag es, wie dieses "schwebt" hinter dem Komma von V3 schwebt.


Liebe Grüße

Sabine
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TassoTuwas
Kommentar von TassoTuwas (12.02.2018)
Feine stille Verse, die Erinnerungen wach rufen!

LG TT
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Kommentar von Omnahmashivaya (17.02.2018)
Wehmütig, aber schön geschrieben. LG Sabine
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Marjolaine
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Veröffentlicht am 12.02.2018. Dieser Text wurde bereits 99 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 21.02.2018.
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