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Der Dekalog, aktualisierte Auflage

Anordnung zum Thema Gott


von Graeculus

Hi, ich bin der Herr, dein Gott. Ich habe dich von irgendwoher nach irgendwohin geführt. Vielleicht von Ägypten nach Kanaan, vielleicht von Myanmar nach Bangla Desh, von Äthiopien nach Libyen (wo du gerade festsitzt) oder auch nur vom Rheinland in den Schwarzwald – egal, jedenfalls schuldest du mir Gehorsam dafür.
Es folgen die näheren Ausführungen:

Eins. Andere Götter außer mir sollst du auf keinen Fall verehren. Äußerstenfalls können wir uns darüber unterhalten, was Götter sind und was nicht, was Verehrung meint und was nicht.
Falls sich diese Diskussionen aber häufen sollten, werde ich das noch im Kleingedruckten festlegen.

Zwei. Du sollst dir auch kein Bild von solchen Göttern machen und sie anbeten. Das folgt schon logisch aus Eins? Stimmt, aber ich möchte auf Nummer Sicher gehen.
Selbst daß ich einst mit dem Teufel kameradschaftlich umgegangen bin und mit ihm über Hiob gewettet habe, gibt dir keinerlei Recht, ebenfalls Umgang mit ihm zu haben. Sonst gibt’s Ärger, und da kann ich sehr nachtragend sein!

Drei. Du sollst dir ein freies Wochenende nehmen und dann auf keinen Fall arbeiten. Geh ins Kino oder schau dir eine Ausstellung über die Kreuzzüge an. Von mir aus kannst du auch World of Warcraft spielen und dabei die Welt retten; aber nur spielen! Versuch das nicht im Ernst, denn das wäre eine Arbeit, und zwar eine, mit der nichtmal ich klarkomme.

Vier. Du sollst deine Eltern ehren – ganz gleich, ob es sich dabei um Vater und Mutter, zwei Väter, zwei Mütter oder solche handelt, die ihr Geschlecht wechseln.
Zu Samenspendern und Leihmüttern muß ich mir noch was einfallen lassen. Achte auf ergänzende Durchsagen!

Fünf. Du sollst nicht morden. Einschränkungen gibt es da lediglich beim Rufmord, und dann auch nur, wenn er die richtigen Leute trifft.

Sechs. Keinerlei Sex außerhalb der Ehe! Das gilt auch für die Masturbation. Das kannst du nicht durchhalten? Dein Problem! Jammere nicht!

Sieben. Auch stehlen sollst du nicht. Oder wie meine buddhistische Konkurrenz das so schön ausgedrückt hat: Nimm nichts, was dir nicht freiwillig gegeben wurde. Bei der Freiwilligkeit mittels eines Inkasso-Unternehmens ein bißchen nachhelfen, das darfst du schon.

Acht. Lügen ist ebenfalls verboten. Das macht doch jeder, und anders geht’s gar nicht in unserer Gesellschaft? Bitte, ich habe nie behauptet, daß ich nur Mögliches verlange! Jammere ... ach, das habe ich oben schon gesagt.

Neun. Was anderen Leuten gehört, ihre Frauen inklusive, das sollst du nicht begehren (Verschärfung von Sieben). Über ein bißchen Neid sehe ich hinweg, ich bin ja Gott, kein Unmensch.

Zehn. Das war’s eigentlich, was ich sagen wollte. Aber irgendwie müssen wir doch auf 10 kommen ... Moment, jetzt weiß ich’s wieder: Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!

Anmerkung von Graeculus:

für Oskar Panizza (1853-1921)



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Kommentare zu diesem Text


loslosch
Kommentar von loslosch (15.02.2018)
sapere aude - jaja.

das mit dem inkasso-unternehmen finde ich eine riesensauerei.
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Graeculus meinte dazu am 15.02.2018:
Das mit den Inkasso-Unternehmen ist kein feiner Zug von Gott. Es sei denn, er hat Sinn für Ironie. Wenn man allerdings bedenkt, wie oft er die Menschen für ihre Sünden gegeißelt hat, dann möchte man eher annehmen, daß ihm ein Sinn für Grausamkeit eigen ist.

Danke für den Hinweis auf "sapere aude"; ich wollte ihn nicht Latein sprechen lassen, aber aus dieser Unterlassung hat Habakuk unten schon einen Einwand konstruiert.
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EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (15.02.2018)
Als sich in den Gebrüdern Karamasov der Großinquisitor seines eigenen Verstandes bediente, schwieg Jesus. Das hat er bestimmt von seinem Vater gelernt.

Kommentar geändert am 15.02.2018 um 00:31 Uhr
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Graeculus antwortete darauf am 15.02.2018:
Das ist eine hochspannende Stelle in der Weltliteratur! Kann man gar nicht genug empfehlen. Danke also für Deinen Hinweis.
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Dieter Wal
Kommentar von Dieter Wal (15.02.2018)
"Hi, ich bin dein Herr. Ich habe dich von irgendwoher nach irgendwohin geführt."

Deine neue Entwicklung zum Prophet gefällt mir. Bluebird konnte ich als Proselyt gewinnen. Möge das Rote Meer sich über Trollen verschließen.

Kommentar geändert am 15.02.2018 um 09:17 Uhr
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Graeculus schrieb daraufhin am 15.02.2018:
Ob ich ein elftes Gebot zum Thema Trollen hätte aufnehmen sollen? Ich hab's mir unter Fünf dazugedacht.
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Dieter Wal äußerte darauf am 15.02.2018:
"Palästina" nachbessern? Gehen wir davon aus, dass Abraham ungefähr um 1800 v. u. Z. und Moses um 1200 v. u. Z gelebt haben dürften. Palästina als Ortsbegriff passt nicht in diese Zeit.

https://de.wikipedia.org/wiki/Pal%C3%A4stina

Ich weiß, o mein Fürst, es ist vermessen, dem neuen Moses ungebetene Ratschläge zu erteilen. Dennoch, und gerade, weil jedes Wort dieser heiligen Schrift jeglicher Beachtung wert ist, machte ich mich auf aus dem Lande Lichtenberge ...
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Graeculus ergänzte dazu am 15.02.2018:
Ich werde mal nachschauen, welcher historische Name besser paßt - Kanaan oder so, und das dann gegebenenfalls ändern.
Historisch wichtig ist ja auch, daß Gott seinen Juden ein Land geschenkt hat, das bereits jemandem gehörte, der zu diesem Zweck vertrieben werden mußte.

Der Staat Israel betreibt ja derzeit eine sehr rigide Politik gegenüber afrikanischen Migranten. Aber ich habe gedacht, daß ich mir im Text diese Anspielung verkneife.
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Graeculus meinte dazu am 15.02.2018:
Sieh an! Der Historische Atlas der antiken Welt zum Neuen Pauly hat auf S. 45 die folgende Karte: "Palästina vom 10. bis zum 6. Jh. v. Chr.". Palästina! Geht man weiter zurück bis in die von Dir genannte Zeit, finde ich unter "Der Alte Orient im 15. bis 13. Jh. v. Chr." (S. 15) die Bezeichnung "Kinahhi".
Das habe ich noch nie gehört. Welcher Leser sollte das auf den Auszug der Juden aus Ägypten beziehen? Hat das sprachlich mit Kanaan zu tun?
Das wäre jedenfalls die einzige Alternative.
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Dieter Wal meinte dazu am 15.02.2018:
Jammere nicht!

Israel?

Zu Kinahhi: https://www.dwds.de/wb/Ethnikon Befragte noch keine Bücher, o Quell unausschöpflicher Weisheit!

Antwort geändert am 15.02.2018 um 18:00 Uhr
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Dieter Wal meinte dazu am 15.02.2018:
Nach Bücherlektüre empfehle ich gerade im Zusammenhang mit dem Dekalog die Bezeichnung Israel. Die erste außerbiblische Erwähnung des Namens Israel auf einem ägptischen Gedenkstein des Pharao Merenptah um 1220 v. u. Z..

Der unvergleichliche Prophet Bobby Henderson brachte den Dekalog auf "Die Acht Am Liebsten Wäre Mirs", S. 112. Er geht dabei überaus frei mit dem Wortlaut der Tora um. Um nicht zu tippen, er orientiert sich praktisch nicht an ihm. Dennoch oder auch gerade deshalb lesenswert!
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Graeculus meinte dazu am 15.02.2018:
Ich ziehe Israel in Betracht. Aber ich muß nochmal in der Thora nachschauen, denn irgendwo wird da ja wohl stehen, welches Land Jahwe seinem Volk verheißen hat.
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Dieter Wal meinte dazu am 16.02.2018:
Oh Ungehörnter (http://www.fix-interkulturell.de/uebersetzungsfehler-wer-hat-dem-moses-hoerner-aufgesetzt/), fast könnte man meinen, ich hätte die Namen deiner dir rechtmäßig(?) gesetzten Trolle genannt, doch wahrlich, dies tat ich nicht, denn nicht rief ich dich Gehörnter, sondern Ungehörnter, bin ich weit entfernt, dir Hörner aufzusetzen, Es ist wie immer kompliziert 5. Mose 4,21f. spricht vom Land jenseits des Jordans, nicht von Israel, was beim Stand der Geschichte über unter anderem einen nationalen Mythos in der Entstehung ja auch noch nicht viel Sinn ergeben würde. 5. Mose 5,31,32 spricht vom Land, das sie (Israeliten) einnehmen werden. Das in 5. Mose 6,4 berühmte Schma Jisrael ist die kollektive Anrede für Israeliten. "von Ägypten nach Kanaan" könnte der Sache näher kommen.
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Graeculus meinte dazu am 16.02.2018:
Ich fasse meine Eindrücke zusammen:
- Der Pauly, das maßgebliche Lexikon zur Antike, nennt das Land, wie gesagt, "Palästina". Das hat auch den Vorzug, für die Leser verständlich zu sein.
- "Israel" paßt nicht gut, auch wenn im Buch Exodus das Volk, um das es geht, "Israeliten" genannt wird. Aber es soll ja das Land bezeichnet werden, das ihnen noch nicht gehört und in das sie geführt werden sollen. Später war zudem Israel nur eines der beiden von Juden bevölkerten Reiche, neben Judäa.
- In Exodus 13,5 beispielsweise wird das verheißene Land das der "Kanaaniter" genannt. Das ist gut. Zu meiner Überraschung scheint Gott allerdings in größeren Dimensionen zu denken, denn er fügt hinzu/verheißt auch das Land der Hethiter, Amoriter, Hiwwiter und Jebusiter. Ein Großautrag also.

Nun, ich ändere in "Kanaan" und hoffe, damit das Rechte getroffen zu haben.
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Habakuk
Kommentar von Habakuk (15.02.2018)
Endlich! Endlich ist es wieder soweit! Ich dachte schon, wir wären auf ewig deiner tiefgründigen Religionstraktate verlustig gegangen. Nicht auszudenken.
Und falls du den Verstand verloren hast, bediene dich der Vernunft, rate ich.
Der Schriftsteller Brudzinski würde vermutlich hinzugefügt haben: „Der Verstand sieht jeden Unsinn, die Vernunft rät, manches davon zu übersehen. Die Gefahr, dass auch Idioten eine Vernunftehe eingehen, besteht immer. Unsinn von oben gesehen wirkt kleiner. Rede nicht in den Wind, wenn du dessen Richtung nicht kennst. Intelligenz, behauptet die Intelligenz, sei die Fähigkeit, sich der Situation anzupassen. Wenn du ein Buch verkehrt in die Hand genommen hast, lerne, es verkehrt zu lesen.“

Ich Elender. Hätte ich doch nur auf meine Vernunft gehört und nicht kommentiert. Jetzt sind wir schon zu viert. Wir kriegen den Text noch über 100. Sei ohne Sorge. ;-)
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Graeculus meinte dazu am 15.02.2018:
"Verstand", das ist nur der Übersetzung geschuldet. Das originale "sapere aude", auf das schon loslosch hingewiesen hat, läßt deine Unterscheidung nicht zu: sapientia.
Hätte ich Gott Latein sprechen lassen, hättest du mir Bildungsdünkel vorgeworfen. An deinen Vorwürfen komme ich halt nicht vorbei.
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GastIltis
Kommentar von GastIltis (15.02.2018)
Hallo Graecu, jetzt warte ich nur noch auf die zeitgemäße Interprätation der Bibelstelle vom Gleichnis „Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt.“
Am besten natürlich mit repräsentativen Beispielen, in denen du zweifelsfrei ermittelst, dass das Gegenteil nicht nur gelegentlich geschehen ist, sondern wie mit einem bestimmten Maßstab der durch Spendenaktivitäten erlangten Steuerfreiheit der Nachweis des individuellen Reichtums zu gewährleisten und damit der zwanglose Zugang zeitlos gegeben ist.
Viele Grüße von Gil.
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Graeculus meinte dazu am 15.02.2018:
Hast Du zufällig mal etwas von dem Schriftsteller Oskar Panizza gelesen, dem ich diesen Text gewidmet habe?
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GastIltis meinte dazu am 16.02.2018:
Leider nein. Habe jetzt erst einmal die Biographie gelesen. Sie ist ja sehr umfangreich und aussagestark.
Kommt wohl für mich in diesem Leben zu spät. Obwohl meine Sympathie (antklerikal, antiwilhelminisch) ihm voll und ganz gehört. Danke + LG von Gil.
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Graeculus meinte dazu am 16.02.2018:
Er war wohl (bis heute) der letzte deutsche Schriftsteller, der wegen Gotteslästerung ins Gefängnis mußte.
Herzlichen Gruß von Graeculus
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