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Schuld und Sühne

Gedicht zum Thema Abschied


von Isaban

Die Lider sind uns zenterschwer
das Kissen neben mir
verbeißt verbissen Gesternduft
wir können nichts dafür

ein neongrauer Kuckuck ruft
nach mir vielleicht nach dir
es zieht und zieht in unserm Haus
es kann wohl nichts dafür

in deinen Heimwehaugen sieht
das Licht vollkommen anders aus
in meinen spiegelt sich die Tür
die Tür kann nichts dafür

 
 

Kommentare zu diesem Text


fdöobsah
Kommentar von fdöobsah (19.02.2018)
Moinsen, Isaban,

am frühen Morgen tischt du hier gleich einen Downer auf, da geht man am besten wieder ins Bett.

Denn dann sind meine Lider noch ein paar Zentner schwerer und ich hoffe inständig, du hast dich einfach vertippt, denn das machte dich menschlich und erlöste mich von interpretatorischer Qual. Wobei zenterschwer auch echt nicht schlecht ist, verdammt, wenn man es dahingehend liest, dass die Personen ausschließlich auf sich selbst bedacht sind, nur ihren eigenen Schmerz sehen. Ja, doch, ich fürchte, das ist auch bewusst so gesetzt.

"verbeißt verbissen", "zieht und zieht" und keiner kann etwas dafür. Das Gedicht bietet diverse Lesarten an, ob hier eine Beziehung zerbricht, weil ein Kind gestorben ist (Kuckuck!), ob es ein Scheiden nach Fremdgehen (was dieses Verbeißen unterstriche) oder nur eine Fremdwerdung ist, das muss jede selbst entscheiden. Diese beiden (oder sind es nur zwei Seelen, ach, in der Brust) sind sich jedenfalls körperlich nahe, doch sehr fremd und beurteilen einen Sachverhalt komplett unterschiedlich (das Licht sieht vollkommen anders aus).

So kreisen die beiden umeinander und doch nur um sich, finden keinen Schuldigen und keine Sühne. Es ist wirklich sehr trostlos.

Vielleicht gefällt es mir deshalb so gut?

Depressive Grüße
fdöobsah
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Isaban meinte dazu am 19.02.2018:
Hallo fdöobsah,

nachdem ich nun sehr viel Zeit mit einem dahingeworfenen alten Knochen verbracht habe, tröstet mich dein Kommentar ein bisschen über diesen vergammelten Montag hinweg.

Mit sicherem Blick hast du das Wichtigste herausgepickt und meinem angekratzten Ego bestätigt, dass ab und zu doch einer meiner Texte so funktioniert, wie ich es mir vorgestellt hatte.

Ich danke dir dafür.

Magenknurrende Grüße

Sabine
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Isensee
Kommentar von Isensee (19.02.2018)
Nach Gesternduft aufgehört zu lesen. Dann doch bis zu den Heimwehaugen durchgehalten. Landschaft aus dem Zug betrachtend "Gesternduft". Man muss sich schon mutwillig von Literatur fernhalten, um auf die Idee zu kommen, dass Gesternduft funktioniert. So lange sich bei dieser Konstruktion keine Greisin an der Wäscheleine erdrosselt, funktioniert es nicht. Und die Sonne taucht den Morgenhimmel in rostiges Blut. Lieber aus dem Fenster starren als auf dieses fürchterliche Gedicht.
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Isaban antwortete darauf am 19.02.2018:
Hallo Isensee,

ja, es ist fürchterlich, ganz, ganz fürchterlich! Wie lieb, dass du dennoch bis zu den Heimwehaugen durchgehalten hast, Augen zu und durch - du hast gewiss genug gelitten. Fühl dich von mir durch eine virtuelle Tapferkeitsmedaille oder so beschenkt.

Ich wünsche dir alles erdenklich Gute und einen netten Ausblick.

Frisch erdrosselte Greisinnengrüße

Sabine
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fdöobsah schrieb daraufhin am 19.02.2018:
Ich kann verstehen, wenn einem die Metaphern "Gesternduft" und "Heimwehaugen" als solche nicht gefallen. Ich kann verstehen, wenn einem Dopplungen wie "verbeißt verbissen" (S1), "zieht und zieht" (S2) und "die Tür, die Tür" (S3) nicht gefallen. Ich kann verstehen, wenn einem ein dreifacher Strophenabschluss "wir können nichts dafür", "es kann wohl nichts dafür" und "die Tür kann nichts dafür" nicht gefallen. Und wenn dann kein neongrauer Funke überspringt und man zenterschwer bei den vermeintlichen Misstönen bleibt, ohne ein Gespür für die Komposition zu bekommen, die solche Stilmittel bewusst und geschickt zusammen bringt, dann bleibt einem das Gedicht fürchterlich. Das kann ich auch verstehen.

Mich fasziniert es, zumal ich ja weiß, dass die Autorin nicht für Plattheiten bekannt ist. Und wenn man sich einlässt, wird man in aller Regel belohnt. Und ohne jetzt eine durchgängige Interpretation zu haben, könnte man z.B. diesen verbeißt verbissenen Gesternduft auch in der Pathologie oder einem Aufbahrungszimmer (vulgo: Leichenhalle) eines Beerdigungsinstitutes finden, wo neben dem Geruch nach scharfen Reinigungsmitteln eben immer auch Verwesungsgeruch in der Luft liegt und schon wäre der Gesternduft vielleicht nicht mehr platt, wenngleich fürchterlich, keine Frage. In der Pathologie ist es zudem häufig zugig (es zieht und zieht) und mit Neonröhren beleuchtet. Solche sind grau, wenn sie nicht angeschaltet sind und wer sie dann dennoch einmal beachtet, wird feststellen, dass manche dennoch schwach flimmern. Das könnte der neongraue Kuckuck sein.

Und da liegen nun zwei Leichen und welche Geschichte die beiden verbindet, da dürfte man nun spekulieren. Jedenfalls liegen sie dort und in ihren geöffneten, toten Augen spiegelt sich das Licht ganz sicher anders als zu Lebzeiten und wenn ich jetzt an diesen Begriff "Heimwehaugen" denke, dann kann mir auch ganz fürchterlich werden, aber eben aus einem ganz anderen Grund.

Wie auch immer, mag ja Kokolores sein, aber ich kenne aus eigener Erfahrung, dass wenn man wie im Schnellzug an einem Gedicht vorbeifährt und nur kurz aus dem Fenster schaut, dann kann man auch mal etwas verpassen. Allerdings ist das kein Vorwurf, denn eines muss ein Gedicht auch im kurzen Vorbeifahren leisten: es muss einen Bahnhof bereit stellen. Es muss mir als Leser ein Stopp-Signal senden, damit ich eben nicht achtlos vorbei fahre. Allerdings kann man es zwingend weder dem Gedicht, noch dem Reisenden anlasten, wenn es zu keinem Aufenthalt kommt. Häufig ist einfach die Spurweite zu unterschiedlich.
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JohndeGraph
Kommentar von JohndeGraph (19.02.2018)
Schuld und Sühne ist für mich eine Art Fernsehkrimi wie er hunderttausende male produziert wurde. Das ist zumindest für mich immer das selbe. Da ist die Schuld, dafür wird einer gekillt und dann der Täter gefasst. Schuld und Sühne eben. Mal ist die Schuld schon vor dem Mord passiert und der Grund für alles. Mal ist der Mord die Tat selbst der Grund für die Schuld. Die Sühne ist das gefasst, das ermittelt werden und die Folgen daraus. Langweilig eben ...

Die Schuld kann ich in deinem Text auch finden. Obwohl du sie ja selbst am Ende jeder vierten Zeile explizit negativierst.
Die Sühne kann man sich höchstens weiter denken, in der Form, dass beide zusammen bleiben zum Beispiel, aber das geht dann über den Text von dir selbst eben schon hinaus.

Langer Rede kurzer Sinn und andere mögen das anders sehen, aber ich finde der Titel passt nicht.

Dann schreibt das Lyrich Ich von unserem Haus und dann von Heimweh. Wenn sich der Protagonist des Textes nach liebevolleren Zeiten heimsehnen würde quasi, dann ok. Das schreibst du aber anders für mich. Zumindest zündet diese Assoziation erst nach intensiven darüber Nachdenken für mich. Es kommt einem nicht automatisch in den Sinn, wie es wohl sollte.
Auch die doppelte Nennung der Tür finde ich ein wenig schade. Dafür gibt es doch so viele schöne Begriffe. Tor zum Beispiel, Eingang, Ausgang, Portal, Pforte und so weiter.

Aber ich hoffe und so kenne ich dich bisher, dass du mir das nun nicht übel nimmst. Es waren, nein es sind eben meine Gedanken zu deinem Text und nur der Versuch einer Rückmeldung. Eine Menge Leute werden den Text wohl gut finden. Ich finde ihn eben nicht so gelungen. Ein Text muss aber nicht immer allen gefallen.

Grüße J.d.G.

Kommentar geändert am 19.02.2018 um 08:37 Uhr
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Marjanna äußerte darauf am 19.02.2018:
Die Tür spiegelt sich, deshalb sieht (liest) man sie doppelt. Ein Stilmittel.
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Isaban ergänzte dazu am 19.02.2018:
@ JdG:

Hallo John,

Schuld und Sühne sind zwei Begriffe, die lt. Wörterbuch so definiert sind:

Schụld
Substantiv [die]

1.
der Umstand, dass jmd. für etwas Negatives verantwortlich ist.
"Ihn trifft keine Schuld (an dem Unfall)."
2.
ein sittliches Versagen, eine moralische Verfehlung.
"Sie hat (eine) schwere Schuld auf sich geladen."
3.
das Geld, das man jmdm. noch bezahlen muss, weil man es ausgeliehen oder etwas gekauft und noch nicht bezahlt hat.
"Er hat Schulden bei der Bank."


Sühne:
Substantiv [die]

1. eine Schuld abbüßen, für ein begangenes Unrecht eine Strafe, Buße auf sich nehmen
2. (selten) ein begangenes Unrecht bestrafen, um es den Schuldigen sühnen zu lassen



"Schuld und Sühne " lautet außerdem der Titel eines Romanes von Fjodor Dostojewski. Dieser Roman wurde 1866 in 12 Teilen in einer Monatszeitschrift rausgebracht. Inhaltlich behandelt dieser Roman die Geschichte eines armen, aber hochbegabten Jurastudenten und die Idee des erlaubten Mordes. Dieser Student erschlägt, um aus seinem eigenen Schatten zu treten und Größe zu beweisen, eine alte Geldverleiherin mit der Axt. Der zufällig aufgetauchten, etwas zurückgebliebenen Schwester der Alten (und Unschuld in Person) spaltet er mit einem Axthieb den Kopf. Nach dem Doppelmord (Moral und Unschuld) findet er keine Ruhe mehr und stellt sich, um sein Vergehen acht Jahre lang in einem sibirischen Arbeitslager zu sühnen. Was dann folgt, ist Epilog. So, das war die Sehrsehrkurzfassung. Den Rest kann sich der geneigte Leser in Romanform zu Gemüte führen oder auch nicht.


Die Interpretation eines Textes obliegt immer dem jeweiligen Leser. Wenn ich deinen oben aufgeführten Gedanken folge, kann ich durchaus nachvollziehen, dass dir mein Text nicht zusagt. Da kann man wohl nichts machen.

Danke, dass wir an deinen Gedankengängen teilhaben durften.

Grüße I.



@ Marjo:

Richtig. War als Schmankerl angedacht, scheint aber nur zu funktionieren, wenn man bereit ist, sich auf den Text einzulassen und sich mit ihm auseinanderzusetzen.

Hab herzlichen Dank für deine Rückmeldung.

Liebe Grüße

Sabine

Antwort geändert am 19.02.2018 um 16:02 Uhr
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