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Reisen ohne Elfenbeinballon (4) - Häfen

Lyrischer Prosatext


von autoralexanderschwarz

I

Im Hafen tummeln sich Stichlinge und Hinterhofschönheiten,
doch wir sind zu abgelenkt um stehenzubleiben:
wir halten uns einen Spiegel schräg vor das Gesicht
und betrachten den wolkenlosen Himmel,
während wir durch die engen Gassen schweben,
gerade so hoch,
dass unsere Fußsohlen
nur über Stolpersteine streifen,
die gelegentlich wie Zähne aus dem Boden ragen.
Wir können einfach nicht vergessen,
riechen: süßlichen Rauch, abgehangenes Fleisch, Kariesfäule.
Wir betrachten den wolkenlosen Himmel;
so wie Nietzsche suchen wir
das nächste Klavier.

„Meiden Sie bloß die allzu breiten Gassen“,
raunt uns ein vorbeihastender Briefzusteller zu,
„auch wenn hier alles so seicht ist,
gibt es doch auch gefährliche Strömungen.
Manch einer hat da schon seine Schneidezähne verloren.“

Wir folgen seinem Rat und einer kleinen Seitengasse,
passieren eine Demonstration
wütender junger Literaten,
die Parolen skandieren
und mit bleichen Fingern Steine aus dem Pflaster reißen,
über das einst zahme Pferdchen trabten
und zerbrechliche Phaëtons holperten;
wir zertrümmern den Spiegel
und bewaffnen uns mit Scherben:
jeden Ellenbogen
wollen wir
mit einem tiefen Stich vergelten,
doch der Pulk schiebt sich an uns vorbei,
kleinwüchsige Literaten marschieren im Stechschritt,
Schmierfinken in Uniform,
wie ein böser Traum.
Alles ist im Fluss.
Immer noch.

II

Wir rekapitulieren:
Die mangelnde Kohärenz unserer Prosa erschöpft
sich nicht nur in belanglosen Dissonanzen.
Zwischen Leuchtfeuern und Symbolen suchen wir die Hybris,
die wir während unserer Reisen im Elfenbeinballon verloren haben:
wir können noch immer schweben aber
wir reüssieren nur noch mit Erinnerungen,
wir schöpfen aus längst vergangenen Kräften
und all das in einem schwachen Abglanz,
dessen Quelle wir noch immer suchen.
Wir formen unentwegt neue Gedanken,
folgen einer Uferstraße,
während sie am Hafenbecken
derweil die alten Bücher verbrennen.
„Es ist eine Ausnahmesituation“, beruhigt uns ein herbeieilender Polizist,
der seinen Schlagstock nur prophylaktisch gezogen hat,
„morgen ist wieder alles ruhig und wen interessieren schon diese alten Schinken?“


III

In einem Café auf der Promenade denken wir uns neue Geschichten aus,
in denen die Sonne aufgeht und die Wandervögel mit dem Frühling zurückkehren.
Wir machen uns eine Weile über uns selbst lustig,
bis das Meer unsere Blicke in die Tiefe lenkt.
Es ist so alt, dass es uns schließlich traurig macht.

Anmerkung von autoralexanderschwarz:

Der obenstehende Text ist Teil der Textsammlung „Reisen im Elfenbeinballon“, die im Athena-Verlag erschienen ist.  Reisen im Elfenbeinballon



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Dies ist ein Gesang des mehrteiligen Textes Reisen ohne Elfenbeinballon.
Veröffentlicht am 02.03.2018, 11 mal überarbeitet (letzte Änderung am 26.08.2018). Textlänge: 353 Wörter; dieser Text wurde bereits 137 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 30.12.2019.
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