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Gipfelklima

Gedicht zum Thema Allzu Menschliches


von millefiori

Am Fuß des Berges traf sich eine Gruppe,
den Gipfel zu ersteigen war ihr Ziel.
Sie wähnten sich als eine starke Truppe,
denn einer hielt vom andern wirklich viel.

Vergessenes das wurde gern geliehen,
so unter Freunden half man gerne aus,
man wollte ja an einem Strange ziehen,
und dieses setzte Teamwork ja voraus.

So stiegen fröhlich, alle guter Dinge,
den steilen Weg mit ihrer Last bergauf,
froh hoffend, was dies Abenteuer bringe.
Schon bald ward aus Gesang nur noch Geschnauf.

Der halbe Weg geschafft, begann ein Jammern:
Ob der da vorn uns wohl für Gemsen hält,
die mühelos am Felsenhange klammern?
Das hätte man sich anders vorgestellt.

Das Tempo viel zu schnell für mancher einen,
(dem Vordesten jedoch dauerts zu lang,
davonzulaufen spürt er schon den Drang)
ein Dritter hält sich kaum noch auf den Beinen.

Die gute Laune ist schon lang vergangen,
der Mut vorbei, der Gipfel zwar in Sicht,
fällt auch der kleinste Fehler ins Gewicht
und man versteht sich jetzt nicht mehr so gut.

Kurz vor dem Ziel auch noch den Fuß verteten,
bricht ein Gewitter über sie herein
und Schuld daran kann nur der Andre sein,
sie suchen Schutz und fluchen oder beten.

Noch ehe sie am Gipfel angekommen,
hat Freundschaft sich in Skepsis aufgelöst,
weil jeder sich an Eigenschaften stößt,
die er am Fuß des Bergs nie wahrgenommen.

Und übrig blieb nur was von vornherein
sich gut ergänzte und mit Herz und Hand
immer gemeinsam eine Lösung fand,
den so, so sollten wahre Freunde sein.

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