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Schicksalsinsel

Szene zum Thema Umwelt/Ökologie


von Sätzer

Die Sonne setzt ihr Spiel mit dem immer näher kommenden Meer fort. Die Hütten auf der kleinen Insel schämen sich, so hässlich zu sein. Den letzten, meist alten Bewohnern, geht es ähnlich. Sie wollen nicht schon wieder umgesiedelt werden. Die meisten Jungen haben die Insel längst verlassen. Ein paar klapperdürre Ziegen streunen zwischen den Menschen, ihren kargen Behausungen, den Drachenblutbüschen und Palmen umher. Das Meer umschließt all diese Trostlosigkeit mit einem tiefen Blau. Bei Sturm lassen die Wellen ihre Wut an den ungeordnet ins Meer verstreuten Felsen aus und rücken den Hütten immer näher. Manchmal blinkt das Segel eines Schiffes in der Ferne.
Es wird Nacht. Der kleine Pfad, der wie eine Wunde in das Fleisch der Büsche geschnitten ist, verschwindet im Schatten des Lichtes der orangefarbenen Mondscheibe. Eine mit dem Zirkel gezeichnete Szenerie. Dieses nächtliche Licht leuchtet fast so grell wie das des Tages. Es ist von einer merkwürdigen Künstlichkeit und verleiht der Natur ein unheilverkündendes Aussehen. Vom Wasser her scheinen überall Bedrohungen zu lauern.
Das aufgerissene Maul der Nacht schnappt nach der alten Frau. Sie sitzt allein vor ihrer Hütte auf einem rudimentären Holzhocker, reglos und schicksalsergeben, einem Felsen gleich, der sich in den Wellen des Ozeans verliert.

Anmerkung von Sätzer:

Inspiriert von einem aktuellen Fernsehbericht über das Bikini-Atoll, das in den 1940er und 1950er Jahren als Kernwaffentestgebiet von den USA genutzt wurde. Die Bewohner wurden mehrmals umgesiedelt, wobei viele Menschen schließlich auf entlegenen Inseln ihr Dasein fristen mussten und noch heute müssen.
Mit dem steigenden Meeresspiegel sind inzwischen einige Pazifikinseln gefährdet.


 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von Aron Manfeld (48) (17.03.2018)
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jennyfalk78 meinte dazu am 17.03.2018:
Der Meeresspiegel zeigt, das wir irgendwann untergehen.
Herzlichst die Jenny
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Sätzer antwortete darauf am 17.03.2018:
@ Aron
Klar Aron, deshalb hab ich Hamburg verlassen und bin in die Berge gezogen
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Sätzer schrieb daraufhin am 17.03.2018:
@ Jenny
Ach Jenny, irgendwas wird bleiben und sich ständig transformieren. Bis die Sonne in 5 Mrd Jahren die Erde verschluckt hat.
Die Leidensgeschichte der ehemaligen Bikini-Atoll-Bewohner, wenn sie noch nicht, bedingt durch die Radioaktivität, gestorben sind, geht weiter. LG Uwe
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EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (17.03.2018)
Diese Inseln erschienen einmal als Paradiese. Für ihre letzten Bewohner ist allein noch Schicksalsergebenheit geblieben.
LG
Ekki
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Sätzer äußerte darauf am 18.03.2018:
Genau. Merci für deine Empfehlung und LG Uwe
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AZU20
Kommentar von AZU20 (21.03.2018)
Auf das, was unaufhaltsam passieren wird, kann man nicht oft genug hinweisen. Ob es hilft? LG
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Sätzer ergänzte dazu am 21.03.2018:
Vermutlich nicht. Die Meere werden weiter ansteigen. Fragt sich nur wie schnell das gehen wird. Die Weltgemeinschaft interessiert sich nicht für die Ureinwohner des Bikini-Atolls.
Erst, wenn die Deiche in Hamburg, sowie in den vielen anderen am Wasser gebauten Großstädte der Welt, mal wieder erhöht werden müssen, dann wird über die hohen Kosten gejammert.
Dank dir für deine Empfehlung und LG Uwe
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Dies ist ein Text des mehrteiligen Textes Politik - Gesellschaft (Kurze Prosa).
Veröffentlicht am 17.03.2018, 6 mal überarbeitet (letzte Änderung am 19.08.2018). Textlänge: 200 Wörter; dieser Text wurde bereits 452 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 16.01.2020.
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