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Gute Erziehung

Gedankengedicht zum Thema Ansichtssache


von Isaban

Im Kirchenschiff steht der Geruch
nach Sonntagshut und Heiligkeit,
nach immergrünem Pflichtbesuch,

nach Psalmen aus dem altem Buch,
nach Taufe, Hochzeit, Herzeleid,
nach Weihrauch und nach Grabestuch.

Die Fenster zeigen steif und starr
die Heiligen, die niemals lachen,
das Deckengold stellt strahlend klar:
Der Himmel wird dich selig machen!

Verheißen wird ein spätes Glück.
Die Krypta birgt ein Splitterstück,
vielleicht vom Kreuz, vielleicht auch nicht;

auf allem liegt diffuses Licht
und Glanz um das, was man nicht sieht.
Fest steht, dass es im Kirchgang zieht.

 
 

Kommentare zu diesem Text


sandfarben
Kommentar von sandfarben (27.03.2018)
Ein ganz nüchtern betrachtetes Bild mit einem Ende , dem ich voll zustimme.
lg christa
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Isaban meinte dazu am 28.03.2018:
Das freut mich!
Danke für die Rückmeldung.

Liebe Grüße

Sabine
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Kommentar von matwildast (37) (27.03.2018)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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Isaban antwortete darauf am 28.03.2018:
Hm, es ist eine Auseinandersetzung mit dem Glauben und der Kirche, die sich bereits über viele Jahre erstreckt und mehr oder minder unregelmäßig immer wieder Thema für mich wird - es ist definitiv noch Entwicklung drin. Vielleicht verpacke ich irgendwann mal alles zusammen, wenn ich dieses Thema für mich abgeschlossen habe.
Vielen dank für Interesse und Rückmeldung.

Liebe Grüße

Sabine
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matwildast (37) schrieb daraufhin am 28.03.2018:
Diese Kommentarantwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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monalisa
Kommentar von monalisa (27.03.2018)
Wie gut, dass man die 'gute Erziehung' auch auf den 'Durchzug' im Kirchengang münzen kann, liebe Sabine. Diese Doppeldeutigkeit mag ich sehr. Schön auch, wie sich das statische Stehen des Geruchs in der ersten Strophe dem 'Feststehen' (der Feststellung), dass es zieht am Ende ergeben muss.
Ja, da gerät einiges in Bewegung. Wir haben uns entfernt vom sonntäglichen Pflichtbesuch, auch sind wichtige Stationen im Menschenleben nicht alleiniger 'Herrschaftsbereich' der Kirche. Die Menschen suchen zwar nach Ritualen, um etwa einen neuen Erdenbürger willkommen zu heißen ... bis hin zur Verabschiedung aus diesem Leben und allem was da Wesentliches dazwischenliegt. Aber die Heiligen, die niemals lachen, haben heute an Attraktivität eingebüßt, das Steife, Starre der Kirchenfenster (als pars pro toto) wirkt wenig anziehend. Und die 'Klarstellung' des Deckengolds ist nicht so klar, wie sie vorgibt, was durch den unreinen Reim von 'starr - und - klar' sehr gut ausgedrückt wird, ohne dass es extra benannt werden muss.
Hoffen wir, dass im Durchzug des Kirchenganges einige Ankerpunkte für Menschen in ihren Nöten bleiben, dass neue Formen hineingeblasen werden, dass Menschen sich in diesem Räumen bewegen dürfen, lachen dürfen und sie ihren Bedürfnissen anpassen.

Liebe Grüße
mona
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Isaban äußerte darauf am 28.03.2018:
Liebe Mona,

besser hätte ich es auch nicht ausdrücken können.
Du hast beinahe alles erfasst, was ich in den Text legen wollte und ich finde deine Rückmeldung hervorragend - wie eigentlich immer und freue mich auf jeden Fall wie immer, dass du dich so zwischen meine Verse begeben mochtest. Herzlichen Dank dafür!

Liebe Grüße

Sabine
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AZU20
Kommentar von AZU20 (27.03.2018)
Daraus spricht viel Ablehnung, deutlich in Worte gefasst. LG
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Isaban ergänzte dazu am 28.03.2018:
Hm, spricht da wirklich Ablehnung, lieber Armin, nicht viellleicht ganz schlicht Auseinandersetzung mit Kirche und Glauben?
Setzt man sich mit einem Thema so auseinander, wenn man es von vorneherein ablehnt, hinterfragt man das, was man kennt und sieht sieht so, wenn man bereits eine feste Meinung hat?
Es geht ja um Glauben, nicht um Wissen, da muss hadern, hinterfragen und zweifeln erlaubt sein - finde ich zumindest.

Liebe Grüße

Sabine
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Echo meinte dazu am 29.03.2018:
Auch ich spüre eine deutliche Ablehnung. Insbesondere, was das Gebäude betrifft. Gerade die alten zugigen mit Buntglasfenstern und anderen Kunstwerken ausgestatteten Kirchen und Kathedralen, die mit dicken Mauern gebauten scchmucklosen Wehrkirchen sind wertvolles Kulturgut. Die Ablehnung des Glaubens sollte nicht auf eine Ablehnung der Gebäude hinauslaufen.
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Isaban meinte dazu am 29.03.2018:
Eine Ablehung des Gebäudes?
Auch eine ziemlich interessante Interpretation.
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LottaManguetti
Kommentar von LottaManguetti (28.03.2018)
Liebe Isaban, ich bin (bekanntlich oder nicht?) fast in einer Kirche aufgewachsen. Unser Haus grenzte an einen alten Friedhof mit romantischer Kirche. Heimlich klimperte ich manchmal auf der Orgel, das faszinierte mich sehr! Und gerade deshalb, weil ich diese (eine) Kirche sehr gut kenne, mag ich die Bilder, die du wiedergibst, sehr! Auch war ich ein Kind, das extrem beobachtete, Bilder speicherte wie auch Gerüche. All das finde ich hier wieder.
Du hast mit deinen Worten ein Stück meiner Kindheit beschrieben.
Wo bist du aufgewachsen? :-)

Grüßle

Lotta

Kommentar geändert am 28.03.2018 um 21:29 Uhr
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Isaban meinte dazu am 29.03.2018:
Ich bin viel umgezogen, Lotta.
Geboren bin ich in Bochum-Werne, in einer kleinen Zechensiedlung. Da die eine Hälfte meiner Familie jüdisch, die andere protestantisch ist, haben Kirchen schon immer eine gewisse Faszination auf mich ausgeübt - man wusste eben von klein auf nicht, wo man hingehört und wollte ausreichend informiert sein. Die Gebäude finde ich wundervoll, die Institution Kirche hingegen fragwürdig. Aber was wäre Glauben ohne Zweifel und Hinterfragen?

Liebe Grüße

Sabine

Antwort geändert am 29.03.2018 um 22:43 Uhr
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Nimbus
Kommentar von Nimbus (28.03.2018)
Tja, jeder Mensch zieht ja seine Werte aus der Erfahrung. Jetzt stehe ich hier und klatsche schon aufgrund der Überschrift recht eifrig.
Wo hier und da die Erziehung geblieben frage ich mich sicherlich, doch die Kirche ist so von zügiger Kälte geprägt, dass sie so und so gut daran täte zu renovieren.
LG
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Isaban meinte dazu am 29.03.2018:
Ja, die Institution Kirche sollte dringend renoviert werden, immer weniger Menschen fühlen sich dort zuhause.

Herzlichen Dank für deine Rückmeldung.

LG Isaban
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Cathleen
Kommentar von Cathleen (31.03.2018)
Glanz um das, was man nicht sieht - das ist schön. Immerhin ein Hauch. Die Schlusszeile ist nicht so ganz meins, aber nach dem Lesen deiner zusätzlichen Ausführungen verständlich. Ja, Reliquien lassen mich auch immer skeptisch zurück. Wenn man sie alle sammelt, reicht es für zehn Petrusse oder Kreuze oder Skelette. ;)
Liebe Ostergrüße von Cathleen
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Isaban meinte dazu am 31.03.2018:
Wenn wir damit hinkommen, ja.

Und es geht ja beim Glauben immer um das, was man nicht sieht, was man nicht weiß, was man nicht beweisen kann und um ein sehr spätes Glück, um einen Lohn, den wir erhalten sollen, wenn alles vorbei ist - und keiner kann uns versprechen, dass da wirklich noch was kommt, das besser ist als das, was wir dann gerade hinter uns haben. Wir wollen glauben und manchmal bleibt uns auch gar nichts anderes übrig. Alles ist immer mindestens eine zweischneidige Angelegenheit.

Vielen Dank für deine Rückmeldung.

Liebe Grüße in deinen Karsamstag und die besten Wünsche für frohe Osterfeiertage

Sabine
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