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Inhaltsverzeichnis

Das aetherische Dramafraeulein und die nimmermüden Lakaien

Text zum Thema Schein und Sein


von Tilda

~~~~

- Eine auszugsweise Persönlichkeitsdarstellung -



Umschwirrt von den nimmermüden Lakaien flaniert das aetherische Dramafraeulein über die Bühnen dieser Welt. Wohlweislich unversehens lässt sie in strategisch günstigen Augenblicken ihr parfümiertes Seidentüchlein zu Boden flattern. Schon stürzen sich die nimmermüden Lakaien samt und sonders und alle gleichzeitig darauf. Dabei geraten sie sich, wie nicht anders zu erwarten, ins Gehege. Das Gerumpel ihrer aneinander stoßenden Köpfe ist weit zu hören und sorgt für großes Aufsehen bei den Umstehenden. Das aetherische Dramafraeulein aber stolziert ungerührt über dies Getümmel hinweg. Sie wähnt sich erhaben. Verfügt sie doch über ein schier unerschöpfliches Arsenal an sinnesvernebelnden Tüchern aller Couleur.

Das aetherische Dramafraeulein liebt es, die nimmermüden Lakaien mit virtuos inszenierten Schauspielen für sich einzunehmen. Unnötig zu erwähnen ist sie niemals die Initiatorin. Für allein verantwortlich befindet sie jenes ihr naturgemäß niemals wohlgesonnene Schicksal in Verbindung mit den widrigen Umständen eines strapaziösen Lebens. Kämpft sie doch notgedrungen stets gegen Menschen, die ihr etwa überirdische Schönheit, hohe Geistesgaben sowie eine grandiose künstlerische Ader neiden. Sie bedarf des elegischen Grames, der Melancholia, eines gesammelten Repertoires pathetischen Gestus samt Habitus. Und ihres Publikums. Geradeso wie andere Menschen der Luft zum Atmen bedürfen. Gelingt es ihr nicht, sich die allumfassende, ja bedingungslose Aufmerksamkeit der nimmermüden Lakaien zu sichern, welkt sie dahin wie ein sträflich vernachlässigtes Zierpflänzchen.

Ein jeder der nimmermüden Lakaien würde das aetherische Dramafraeulein zu gerne in seine Sänfte lotsen, um so zu ihrem alleinigen zu avancieren. Jedoch – das aetherische Dramafraeulein hat‘s nicht so mit der Persönlichkeit. Weder im Allgemeinen. Und schon gar nicht im Besonderen.
Nähe treibt die von ihr ach so hoch gepriesene Bewegungsfreiheit in die Enge – Distanz schürt die Furcht über den ihrer schillernden Persönlichkeit drohenden Verlust in die Weite.
Besagte nimmermüde Gesellschaft genügt freilich nie der exaltierten Mindestforderung an die Huldigung ihrer Person. Das Alleinsein fordert die maßlosen Abgründe ihrer Kleinmütigkeit erheblich heraus. Auf ihrer mimosenhaften Seele lastet eine finstere Schwere. Der vom Impuls erweckte Wunsch nach leidenschaftlichem Leben wechselt übergangslos in eine zügellose Sehnsucht nach dem Tod. Ebenjene ureigenste innere Zerrissenheit lässt die nimmermüden Lakaien zur Höchstform auflaufen. In ihrem rastlosen Bemühen sie mit Aufmerksamkeiten zu füttern, übertreffen sie einander in einem fort.

So leidenschaftlich das aetherische Dramafraeulein mit dem von ihr verkörperten Martyrium ihrer trügerischen Zerbrechlichkeit kokettiert, so flugs verwandelt sie sich in eine furiose Eiskönigin, sollten die nimmermüden Lakaien es wagen, mit Erwartungen an sie heranzutreten. Forderungen an ihre Person gleichen vergeblicher Liebesmüh, schließlich geht sie an nicht weniger als der Welt zugrunde. Der schwarz-weißen Gemütsfärbung des aetherischen Dramafraeuleins genügt als Anhaltspunkt für ihr Agieren die simple Formel: »Wer nicht für mich ist, muss gegen mich sein.«. Schlagartig sehen die nimmermüden Lakaien einer Megäre ins übellaunige Antlitz – einer Megäre, welche wüste Schmähreden, Tritte unter die Gürtellinie und affektive Peitschenhiebe in übertriebener Maßlosigkeit über sie ergießt. Jegliches durchaus mit garstiger Kälte garniert.
Zwar blüht das aetherische Dramafraeulein unter der Belebung ihrer inneren Einödnis durch die geballten Lavaströme kurz auf – nur dummerweise gibt es da diesen prekären Wermutstropfen. Nämlich: die für den genannten Effekt unumgängliche Anwesenheit der nimmermüden Lakaien. Diesen Dorn der Bedürftigkeit weist die emotionale Ohnmacht ihrer fragmentarischen Kindlichkeit weit von sich.
«… und die nimmermüden Lakaien – die sind ohnehin nicht vonnöten!», denkt’s entschieden und flaniert stets von ihnen umschwirrt weiter über die Bühnen dieser Welt.

~~~~

Anmerkung von Tilda:

2011


 
 

Kommentare zu diesem Text


Augustus
Kommentar von Augustus (31.03.2018)
Hallo Tilda,

beim näherem Betrachten des Textes, wie man ein Haar mit der Lupe betrachtet, offenbart sich meinem Geist ein histrionischer Persönlichkeitsmakel. Der Wunsch mit dem Text Aufmerksamkeit zu erwecken, schwingt neben dem Wunsch nach Zuwendung mit.
Die innere Leere als Gegenpol, wenn die Person in die Einsamkeit verfällt, trägt zu dieser Auffassung bei.
Die oftmalige Benutzung der Lakaien wird hier zwar abschätzig bewertet, jedoch geben diese Lakaien der Person trotz allem die Bestätigung, die Anerkennung ihrer Person, die sie im Innersten braucht. Die Person kann weder mit noch ohne den Lakaien, ihr Selbstwertgefühl hängt an anderen, sie definiert sich durch andere, sie kann allein durch sich selbst nicht aus ihrem Innersten das Leben schöpfen. Es bedarf dafür immer eines Publikums.
Der Text ist geschönt, aufgetakelt, die Person spricht durch die Blumen; der Text tritt wie eine Ballerina in einem Theater, vollführt Kunststücke und Sprünge, um zu Gefallen und bewundert zu werden. Es ist keine schonungslose Selbstanalyse, die der Text vermitteln möchte, denn dafür ist er, wie gesagt, mit Blumen ausgestattet.
Hinzu kommt eine in der Entwicklung stagnierende sadistische Ader. Denn trotz des bedürftigen Wechselspiels mit den Lakaien, übertreffen diese sich, um der Person zu gefallen, ohne zu wissen, dass die Person bloß ein Spiel mit Ihnen treibt, die Entdeckung des Spiels zerstört die Hoffnungen der Lakaien, welche die Nähe der Person suchen. Diese nicht wahrgenommene sadistische Ader erfreut sich an den Bemühungen der Lakaien, die der Person näher kommen wollen, die keine Aussicht aber von vornherein auf Erfolg haben; sehr eng gefasst, provoziert die Person quasi im Tausch von Zuwendung und Aufmerksamkeit und Gefallen, die Enttäuschung anderer, um der teilweise narzisstischen sowie sadistischen Ader, die gleichfalls zusammen pulsieren, nachzukommen. Das überschwängliche Gefühl der Anerkennung übertüncht das in ihr beinhaltete sadistische Gefühl, das wie in einem Orchester, der Klang der Flöte von Trompeten und Violinen übertönt wird, die fast unscheinbar wahrzunehmen ist, selbst wenn die Flöte fortwährend im Dickicht der Musikinstrumente flötet.

Ave

Kommentar geändert am 31.03.2018 um 08:32 Uhr


Kommentar geändert am 31.03.2018 um 08:33 Uhr
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Tilda meinte dazu am 01.04.2018:
Hallo Augustus,

die Psychoanalytik scheint mir dein Steckenpferd zu sein. Meines ist es nicht.
Deine Leseart ist durchaus interessant für mich, streift sie doch einige meiner Intentionen aus deinem Blickwinkel.
Der Text ist nicht aus der Sicht meiner Protagonistin geschrieben, sondern von jemandem, der dieses Verhalten von außen wahrnimmt. Eine Betrachtungsweise von mir, der Autorin.
Keine Selbstanalyse, denn ich bin die Autorin und nicht die Protagonistin. Bitte nicht verwechseln.
Zudem geht es hier nicht um eine konkrete Person, sondern um die Verhaltensweisen mehrerer Personen, die ich zu dem Dramafraeulein werden ließ.
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Augustus antwortete darauf am 01.04.2018:
Hallo Tilda,

Der Text ist nicht aus der Sicht meiner Protagonistin geschrieben, sondern von jemandem, der dieses Verhalten von außen wahrnimmt. Eine Betrachtungsweise von mir, der Autorin.


nur über einen längeren Zeitaum ist diese eindringliche Betrachtung dann also möglich. Die Autorin kennt also die Protagonistin.
Wenn es der Neid wäre, so wäre hier die Protagonistin die Vorsgesetzte, die beschrieben wird.
Üblicherweise werden Vorgesetzte mit unschönen Worten betitelt.
Da es sich um schillernde Worte handelt, so möchte die Autorin unbedingt einen Schleier über die Protagonistin legen, sie quasi auch schützen, aber gleichzeitig ihr Wesen offenbaren, aber nicht mit einer unbarmherzigen Härte. Sie zeigt Verständnis für die Protagonistin. Möglicherweise handelt es sich um eine Freundin?
Es könnte sich demnach aber auch um eine Schauspielerin handeln, wie etwa ein Typus wie Jennifer Lawrence; oder wie schon im Vorfeld gesagt, um die Autorin selbst, die nur mit ihrem Kommentar den cleveren Schachzug gespielt hat, den Leser mit einer falsch gelegten Spur von sich selbst abzulenken.
Wie dem es auch sei, ich bin neugierig auf den nächten Text.

Ave
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Tilda schrieb daraufhin am 02.04.2018:
Hallo Augustus,

ich empfinde deine Interpretationen als zunehmend distanzlos und absurd. Und da ich bisher auch nicht den Eindruck gewinnen konnte, dass sich hier noch eine gemeinsame Gesprächsebene ergeben könnte, bin ich an dieser Stelle raus.
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Augustus äußerte darauf am 02.04.2018:
Ich weiß jetzt genau, was ich wissen wollte. Danke.
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Dies ist ein Text des mehrteiligen Textes Misanthropical Mouse In Da House.
Veröffentlicht am 31.03.2018, 1 mal überarbeitet (letzte Änderung am 31.03.2018). Dieser Text wurde bereits 202 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 21.04.2018.
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