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Reisen ohne Elfenbeinballon (9) - GemetzelInhaltsverzeichnis

Reisen ohne Elfenbeinballon (10) - Neue Ufer

Lyrischer Prosatext


von autoralexanderschwarz

I

Aus den Trümmern der Vergangenheit
haben wir uns ein neues Luftgefährt gezimmert,
alles an ihm ist notdürftig, krumm und schief geraten,
wir sind schon immer schlechte Handwerker gewesen, 
aber wir haben einen Elfenbeinsplitter an den Korb geheftet
und unser Luftgefährt ist auch nur eine Hülle;
unsere Hybris durchströmt wieder unseren Körper,
wird uns schon bald in gewohnten Höhen schweben lassen.

Wir kappen die verbliebenen Leinen, spüren den sanften Auftrieb,
wir erheben uns aus der Asche des großen Organs
und je höher wir steigen, desto klarer sehen wir:
erst von hier oben aus erkennt man all den Nebel,
durch den wir ohne es zu wissen stapften,
in konzentrischen Kreisen sind wir einem Irrlicht gefolgt
und immer dann, wenn wir am überzeugtesten waren,
in die falsche Richtung abgebogen;
wir waren nicht so schlau, wie all die Anderen,
haben Ratschläge in den Wind und uns selbst ins Gesicht geschlagen,
Dinge gesehen, die nicht da waren,
alles Andere ausgeblendet oder
mit unseren eigenen Vorstellungen
übermalt,
wir haben uns durch den großen Nebel gehungert,
sind durch den tiefen Treibsand gewatet,
wir haben so viel gehofft, gewünscht, gesehen
und sind dabei doch nur durch die Manege gestolpert,
waren so betäubt, dass uns selbst das johlende Publikum entgangen ist;
nun erst sehen wir wieder klarer, nun erst können wir über uns selbst
lachen.

II

Mit Blick auf die Gegenwartsliteratur
fühlen wir uns schon wieder erhaben,
wir sind wie der Pawlowsche Hund,
die meisten Bücher regen lediglich unseren Speichelfluss an
und von hier oben aus kann man im großen Bogen
in alle Richtungen spucken:
unsere Prosa hat sich noch nicht verbraucht,
wir schweben wieder,
unsere Metaphern sind schöner
als die der meisten Anderen,
wir brauchen uns nicht zu verstecken,
wir brauchen Bordkanonen,
damit wir wieder zum Spaß
auf Spatzen schießen können.

III

Wir überlassen dem Steuermann für eine Weile das Höhenruder,
über die Schulter schauen wir zurück,
unsere Reise ohne Elfenbeinballon nähert sich ihrem Ende,
hinter dem Horizont beginnt wohl schon bald eine neue Welt.
„Es war wirklich eine traurig-schöne Reise“,
sagt der Steuermann wie zum Abschied,
„aber es ist auch gut, dass sie nun vorbei ist.“


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