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Der Tollkühne beweist keinen Mut

Fabel zum Thema Mut


von EkkehartMittelberg

Der Löwe stand auf dem Feldherrnhügel und beobachtete seine Krieger. Diese wussten, dass die Augen des Königs auf ihnen ruhten und träumten davon, sich auszuzeichnen.
Im unübersichtlichen Gelände war die Front zu einem Stellungskrieg erstarrt, und alle warteten mit Ungeduld darauf, dass etwas passierte.
Die Soldaten des Löwen bemerkten durch ein Fernrohr, dass sich einige feindliche Kämpfer aus ihren Linien gelöst hatten, um Wasser zu holen.
Da sah Leutnant Lampe seine Chance, scharte einige Hasen hinter sich und ergriff eine Fahne, um mit seiner Schnelligkeit Gefangene zu machen. Doch er hatte übersehen, dass der Feind seine Wasserholer durch Scharfschützen abgesichert hatte. Als die ersten Schüsse vor seinen Pfoten aufschlugen, warf er das Panier von sich und floh mit seiner Truppe Haken schlagend in den sicheren Schützengraben zurück.
Als das Hauptmann Stier sah, schnaubte er verächtlich, versammelte einige Jungstiere hinter sich und stürmte mit seinen Kameraden voller Wut in den feindlichen Kugelhagel.  Die Scharfschützen des Gegners hatten mit dieser Kühnheit nicht gerechnet und flohen, statt die Stiere kaltblütig abzuschießen, sodass diese stolz mit einigen Gefangenen zurückkehrten.
Der Löwe ließ Leutnant Lampe und Hauptmann Stier zu sich kommen und degradierte beide.
Der Stier wusste nicht, wie ihm geschah. Der Löwe verkündete vor dem versammelten Heer: „Du hast Glück gehabt, Hauptmann Stier, denn mit deiner Tollkühnheit hast du das Leben deiner Leute genauso gefährdet wie Leutnant Lampe mit seiner Furcht.“
12.04.2018

 
 

Kommentare zu diesem Text


TrekanBelluvitsh
Kommentar von TrekanBelluvitsh (12.04.2018)
In der englischen Wikipedia gibt es eine Liste der Victoria-Kreuz-Träger, der höchsten militärischen Auszeichnung der britischen Armee. Da lohnt es sich einen Blick in die Liste jener des Ertsen Weltkriegs zu werfen. So manche glorreiche Tat im angesicht des Feindes entdete mit dem Tod des später ausgezeichneten. Und für die, die ihre Tapferkeit (nicht zwangsläufig den Krieg) überlebt haben, reicht ein allgemeiner Blick auf den Kriegsverlauf: für Nichts und Wiedernichts, anstatt für Gott und Vaterland. Allerdings gab es von 1914-1918 allzu wenig Löwen als Kommandeure.
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EkkehartMittelberg meinte dazu am 12.04.2018:
Danke. Es ist eine schmerzhafte Erkenntnis der meisten Mutigen, die denken können, dass sie ihren Mut für Nichts und Wiedernichts aufgebracht haben.
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LottaManguetti
Kommentar von LottaManguetti (12.04.2018)
Mut ist für mich in diesem Fall, "NEIN" zum Krieg zu sagen.
Immer diese sinnlose Klopperei um Macht und Einflussbereiche ...

;-)

Lottchen
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AZU20
Kommentar von AZU20 (12.04.2018)
Das trifft den Kern. LG
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EkkehartMittelberg antwortete darauf am 12.04.2018:
Merci, Armin, Mut liegt zwischen Feigheit und Tollkühnkeit.
LG
Ekki
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Habakuk
Kommentar von Habakuk (12.04.2018)
Ich muss Leutnant Lampe in Schutz nehmen. „In diesem Fall ist der Rückzug das Richtige, und eben durch den Rückzug erlangt man Gelingen. Der Erfolg besteht darin, dass man den Rückzug richtig auszuführen vermag. Rückzug ist nicht zu verwechseln mit Flucht, die auf weiter nichts bedacht ist als Rettung unter allen Umständen. Rückzug ist ein Zeichen von Stärke“. (I Ging - Das Buch der Wandlungen)
Andererseits achte ich Leute, die ihr Leben für eine gute Sache eingesetzt haben. Dazu zählt Krieg sicherlich nicht. Also, um bei der Fabel zu bleiben, die beiden Degradierungen sind zumindest fragwürdig.
Jetzt hab ich dir deine Fabel zerpflückt, ich böser Bube. Sorry. Aber jahrelang Feldherr gewesen. Kenne mich aus. ;-)

BG
H.
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EkkehartMittelberg schrieb daraufhin am 12.04.2018:
danke Habakuk, so wie ich das Verhalten von Leutnant Lampe beschrieben habe, handelt es sich nicht um geordneten Rückzug, sondern um Rettung unter allen Umständen oder kopflose Flucht.
BG
Ekki

Antwort geändert am 12.04.2018 um 13:31 Uhr
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Habakuk äußerte darauf am 12.04.2018:
Ist schon klar. Aber eine Fabel soll mir ja was fürs Leben zeigen, sonst macht sie keinen Sinn. Im Leben ist eine kopflose Flucht ab und an nicht zu vermeiden und allemal besser als ein toter Held. Manchmal verdient auch ein toter Held, Lebensheld wohlgemerkt, Respekt, wie ichs angesprochen habe. Das verkörpert der wütende Stier auch nicht wirklich.
Das Thema ist insgesamt unglücklich gewählt für eine Fabel, finde ich. Krieg ist so eine Sache und eignet sich nicht wirklich für Lebensweisheiten. Ich hätte beiden einen Orden verliehen und der Leser hätte sich mehr Gedanken machen müssen, warum. ;-)
Egal. Sind nur meine Überlegungen. Muss nicht zur Staatsaffäre ausarten.
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EkkehartMittelberg ergänzte dazu am 12.04.2018:
Lieber Habakuk, ich versuche noch einmal zu erklären, was ich mit der Fabel sagen möchte. Die erste mir bekannte rationale Erklärung von Mut befindet sich in der Nikomachischen Ethik von Aristoteles. Dort wird Mut als eine Haltung zwischen Tollkühnheit, die die Gefahr unterschätzt (Der wütende Hauptmann Stier siehr rot und kann deshalb nicht klar denken) und Furcht, die die Gefahr überschätzt, definiert. Leutnant Lampe wirft gleich bei der ersten Gegenwehr das Panier von sich und kehrt den Scharfschützen in besinnungsloser Flucht den Rücken zu. Die Degradierung erfolgt,
weil Leutnant Lampe und Hauptmann Stier auf unterschiedliche Weise nicht mutig sind. Weil es im Krieg ums Überleben geht, finde ich, dass er sich durchaus eignet, um die Lebensweisheit darzustellen, dass der Mutige sicherer ist als der Furchtsame oder der Tollkühne.
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TassoTuwas
Kommentar von TassoTuwas (12.04.2018)
Hallo Ekki,
ich glaub, den rechten Moment für den Rückzug zu erkennen, ist der Weg zum Erfolg,
Im Krieg wie im Frieden!
Herzliche Grüße
TT
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EkkehartMittelberg meinte dazu am 12.04.2018:
Merci, Tasso, das sehe ich auch so, denn ein rechtzeitiger geordneter Rückzug verlangt Übersicht und Mut, der die Kräfteverhältnisse richtig einschätzt.
Herzliche Grüße
Ekki
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Kommentar von matwildast (37) (12.04.2018)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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Hilde meinte dazu am 12.04.2018:
Zum Stier möchte ich hier auch ... auch für mich bedeutet er nicht "die Personifizierung des Tollkühnen". Ein Stier läuft in der Regel erst dann los, wenn er ROT sieht, und dann ist er kaum mehr zu halten ... wenn er losläuft, kehrt er nicht zurück, ehe nicht alles in Schutt und Asche liegt, denn wenn er losläuft, läuft er ...
Ansonsten halte ich den Stier eher für einen guten detailgenauen Beobachter, der gern auf den Wiesen steht, mit dem Blümchen im Mund, eher also friedlich ist.

Ich korrigiere mich grad selbst: Das Bild, das du zeichnest, ist stimmig, wenn er ROT sieht, DANN rennt er los, schlägt in die Flucht. Und hier sieht er rot. Jedoch 'tollkühn' ist er dann nicht, er folgt (dann) seinem Wesen, seiner Natur ... seiner Wut, seinem Zorn. Tollkühn sein hat für mich eine andere Bedeutung.

Antwort geändert am 12.04.2018 um 20:30 Uhr
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EkkehartMittelberg meinte dazu am 12.04.2018:
@matwildast: Liebe Mati,i ch denke doch, dass der Stier in Fabeln zum Sinnbild der Aggressivität geworden ist, den Phlegmatismus und das Aussitzen würde ich dann eher dem Ochsen zusprechen.
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Hilde
Kommentar von Hilde (12.04.2018)
Lieber Ekki,

meine Ansicht zum Stier sagte ich bereits (Kommentar matwildast). Dass der Hase Haken schlug :-) das verstehe ich. Eigentlich war ja er der Tollkühne, der über sich selbst (wider besseren Wissens) hinauswuchs? Also: der plötzlich tollkühn Gewordene.
Insgesamt aber, und ich habe nun wirklich überlegt, ist mir nicht klar, was eigentlich der Löwe will. Krieg ist nun einmal eine gefährliche Angelegenheit. Ganz davon abgesehen, dass ich Krieg überhaupt für den größten Fehler halte, kann er immer nur Fehler hervorbringen, nämlich Elend und Tot für beide Seiten.
Was nun möchte der Löwe überhaupt?
Ich bin mir sicher, du wirst es mir erklären! Meine Empfehlung der Fabel, dir mir doch einiges an Nachdenken beschert hat!
Liebe Grüße von Hilde
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EkkehartMittelberg meinte dazu am 12.04.2018:
Liebe Hilde, vielen Dank fürs genaue Hinsehen.
Der Löwe will seine Soldaten zur Besonnenheit erziehen, dazu, sich nicht durch ängstliche Flucht zu gefährden, weil der Verfolger im Vorteil ist. und dazu, nicht dem Affekt der Wut oder der Überheblichkeit zu folgen, wozu der Tollkühne neigt. Er strebt eine Erziehung zum Mut zwichen den Extremen Furcht und TollkühnHeit an, Mut, der der Gefahr ins Auge sieht, die eigenen Möglichkeiten abschätzt und sie nutzt.
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Hilde meinte dazu am 14.04.2018:
Danke, Ekki. Verständlich, verstehbar, ja! Pädagogisch ^^
Liebe Grüße in dein Wochenende
Hilde
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