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Statt des Elephanten nur der Tapir, statt des Löwen nur der Kuguar - Das politisch herrlich inkorrekte Tierreich des Arthur Schopenhauer

Liebesbrief zum Thema Spaziergang


von toltec-head

Von den Neuen Rechten wird der große Austausch immer nur einseitig auf die Flüchtlingsproblematik bezogen, was dann zu politischen Kurzschlüssen führt. In Wahrheit ist  die Flüchtlingsproblematik nur ein kleines Fitzelchen eines sich zur absoluten Mutterschaft herabschwingenden Weltbilds der einen, globalen Austauschbarkeit aller, also sämtlicher Erscheinungsformen, nicht nur des Menschen. Selbst ein durch und durch mcdonaldisierter, geballter, globaler Ameisenhaufen wäre am Ende noch zu männlich und nicht passiv genug. Endziel muss die große Horizontale aus Soja sein oder besser noch eines Lebensmittels, das wirklich zu 100% nur aus Östrogen besteht. Aber, Leben wofür? Streckt sich irgendwo ein Kopf hervor, zeigt sich irgendwo, sei es in der Geschlechterdifferenz, in der Nichtanpassung an die Bedingungen der Arbeitswelt, ganz gleich wo der auch nur kleinste aristokratische Wille zum Leben - und sei es auch nur der Kopf eines Rastafari -  so wird dieser sofort durch die Rasenmäher des Antirassismus, der Antidiskriminierung, des #me-too: Wir-sind-doch-alle-nur-Fräuleintums plattgemacht.

Ein vertikales Weltbild, wie es Jahrtausende lang von allen alten Religionen vorgegeben wurde, ist den Weltfräuleins der Jetztzeit so unerträglich wie ein Schwanz im Arsch oder Dante zu lesen. Selbst mit einem Schwanz im Arsch ist es jedoch schwer, in die Göttliche Komödie reinzukommen, die Härte unserer Erektionen reicht gerade noch für den Buddha aus Frankfurt. Aber wie wohltuend sind im Zeitalter des globalisierten Nachrichtenansagesprechertums raffinierter Feminität ein paar Polter-Sätze des letzten männlichen Denkers, also Denkers überhaupt, welchen das Abendland, also sagen wir ruhig: die Welt,  hervorgebracht hat. Auf der gegenwärtigen Oberfläche dieses Planeten, heißt es in dem Kapitel Von der Materie seines Hauptwerks, habe der Wille zur Erektion, pardon zum Leben die Skala seiner Objektivation drei Mal, ganz unabhängig von einander, in verschiedener Modulation, aber auch in sehr verschiedener Vollkommenheit und Vollständigkeit abgespielt.

Nämlich die alte Welt, Amerika und Australien haben bekanntlich Jedes seine eigenthümliche, selbstständige und von der der beiden Andern gänzlich verschiedene Thierreihe. Die Species sind auf jedem dieser großen Kontinente durchweg andere, haben aber doch, weil alle drei dem selben Planeten angehören, eine durchgängige und parallel laufende Analogie mit einander; daher die Gattungen größtenteils die selben sind. Diese Analogie läßt in Australien sich nur sehr unvollständig verfolgen; weil dessen Fauna an Säugethieren sehr arm ist und weder reißende Thiere, noch Affen hat: hingegen zwischen der alten Welt und Amerika ist sie augenfällig und zwar so, daß Amerika an Säugethieren stets das schlechtere Analogon aufweist, dagegen aber an Vögeln und Reptilien das bessere. So hat es zwar den Kondor, die Aras, die Kolibrite und die größten Batrachier und Ophidier voraus; aber z. B. statt des Elephanten nur den Tapir, statt des Löwen den Kuguar, statt des Tigers den Jaguar, statt des Kameels das Lama, und statt der eigentlichen Affen nur Meerkatzen. Schon aus diesem letzteren Mangel läßt sich schließen, daß die Natur es in Amerika nicht bis zum Menschen hat bringen können; da sogar von der nächsten Stufe unter diesem, dem Tschimpansee und dem Orangutan oder Pongo, der Schritt bis zum Menschen noch ein unmäßig großer war. Dem entsprechend finden wir die drei, sowohl aus physiologischen, als linguistischen Gründen nicht zu bezweifelnden, gleich ursprünglichen Menschenrassen, die kaukasische, mongolische und äthiopische, allein in der alten Welt zu Hause, Amerika hingegen von einem gemischten, oder klimatisch modifizirten, mongolischen Stamme bevölkert, der von Asien hinübergekommen seyn muß. Auf der der jetzigen Erdoberfläche zunächst vorhergegangenen war es stellenweise bereits zu Affen, jedoch nicht bis zum Menschen gekommen


Statt der eigentlichen Affen nur Meerkatzen lol

Das ist stark!

Rassismus der Rassen war hierzu im Vergleich auch schon Fräuleintum, weil dieser nämlich von einer überhaupt nicht gegebenen Vergleichbarkeit der Menschen ausgeht. Dagegen Schopenhauer: Die Natur des Menschen hätte es in Amerika von sich aus schon auch zur Erscheinung bringen können, dass dies nicht geschah, lag nicht am Menschen sondern an Amerika.

Oh ha! Die Kur, das Herrliche besteht (wie bei Dante) in einem Rassismus des Orts!!!


 
 

Kommentare zu diesem Text


Jack
Kommentar von Jack (12.04.2018)
Schopenhauer der letzte männliche Denker? Das hat was - sagt man nicht Weininger, muss man kein Urteil über Nietzsche abgeben. Die philosophy der Alt Right basiert auf Nietzsche, dabei ist dessen Männlichkeit kontrovers umstritten. Ein männlicher Psychologe war Nietzsche durchaus, aber zum männlichen Philosoph reicht es wohl nicht.

Der "Rassismus des Orts" basiert auf einem Gedanken, der so tief ist, dass die heutigen Fräuleins beiderlei Geschlechts darüber nur so viel sagen können, wie ein Schaf über eine gotische Kathedrale. Im Herbst 2016 fing in in meiner Kolumne mit sowas wie einem "Rassismus des Orts" an, benannte sie in Solare Mystik um; die Resonanz war so enttäuschend, dass ich letztlich für mehr als ein Jahr dem Marktplatz der Eitelkeiten hier den Rücken kehrte. Nun, es gibt den schwachen, horizontalen, und den starken, vertikalen "Rassismus des Orts". Den Ersteren zelebriert Schopenhauer in Bezug auf Länder und Kontinente, den Letzteren feiert Dante und jeder wahrhaft, nicht wahnhaft religiöse Mann.

Kommentar geändert am 12.04.2018 um 16:16 Uhr
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toltec-head meinte dazu am 12.04.2018:
Resonanz? Leser sind wie Frauen. Werden sie still, weiß man, dass man endlich tief genug in ihnen drinnen ist.

An Schopenhauer fasziniert dieses typisch männliche doch auch mal Frau sein wollen und es einfach nicht hinbekommen. Trotz Buddha-Status quillt an allen Ecken und Enden immer "ich, ich, ich" hervor. Nietzsche als auch Weininger sind schwule Prinzessinnen im Vergleich, also sie kriegen das "Ich" besser klein, aber nur um den Preis einer nervtötenden Asexualität.
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ues (34) antwortete darauf am 12.04.2018:
Diese Kommentarantwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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toltec-head schrieb daraufhin am 13.04.2018:
Wenn 2 Männer sich zu einem Glas Armagnac und einem platonischen Gespräch über Eins und das Eine zusammensetzen oder dabei ein bisschen hin und her schreiten, möchte ich dich ganz lieb bitten, die Klappe zu halten, besser noch: dich ganz zu verpissen und deine ewigen, multiplen, stinkenden, abartigen, triefenden, ungöttlichen und auch unhygienischen Löcher zu stopfen, die im Übrigen nur in deiner Vorstellung als ein bloßes Gehirnphänomen existieren und mit dem Willen, dem EINEN göttlichen Willen, der eins und alles ist, gar nichts zu tun haben. Verstehst du? Verstehst du nicht. Schönen Tag noch.
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ues (34) äußerte darauf am 13.04.2018:
Diese Kommentarantwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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toltec-head ergänzte dazu am 13.04.2018:
Jawoll und du bist der eine schon mal nicht!
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ues (34) meinte dazu am 13.04.2018:
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