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Eine nötige Anmerkung

Ansprache zum Thema Leben


von TrekanBelluvitsh

Was die besorgten Mitmenschen nicht verstehen wollen, ist die Tatsache, dass eine Depression kein Zustand ist. Es ist ein Kampf. Es ist ein immerwährender Kampf. Es ist ein Kampf, den man nicht gewinnen kann. Mehr als ein Unentschieden ist nicht drin. Und am nächsten Tag sind diese Mächte wieder auf ihre Ausgangsposition zurückgekehrt, besitzen dieselbe Kraft wie zuvor und der Kampf beginnt von neuem, unabhängig davon, ob man selbst am vorangegangenem Tag Verluste erlitten hat. Allerdings ist dieser Kampf nicht nur ermüdend. Er kann ebenfalls langweilig werden, was die Widerstandskraft ohne Zweifel schwächt.

Und dass eine Depression immer nur, unabhängig von ihrer Mächtigkeit, ein Symptom ist, geht in der öffentlichen Wahrnehmung regelmäßig unter.

Anmerkung von TrekanBelluvitsh:

Manchmal hilft  Schokolade...


 
 

Kommentare zu diesem Text


EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (24.04.2018)
Ich begreife nicht, warum besorgte Mitmenschen deinen Befund nicht verstehen wollen. Er liegt doch auf der Hand.
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AZU20 meinte dazu am 24.04.2018:
Stimmt. LG
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TrekanBelluvitsh antwortete darauf am 24.04.2018:
Weiter unten wird deutlich warum das nötig ist.
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Kommentar von Graeculus (69) (24.04.2018)
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TrekanBelluvitsh schrieb daraufhin am 24.04.2018:
Erst neulich offenbarten eine nicht unerheblicher Teil von Befragten, dass gegen Depressionen ihrer Meinung nach "Zusammenreißen" hilft.
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Graeculus (69) äußerte darauf am 24.04.2018:
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jennyfalk78
Kommentar von jennyfalk78 (24.04.2018)
Ich habe in irgendeinem Märchenbuch gelesen, das man Kämpfe gewinnen kann. Ich halte so fest daran, das alles andere keinen Platz mehr haben darf. Und dann weint man, aber die Erfahrung zeigt, das es noch beschissener wird.
Vielleicht auch besser, keine Ahnung!
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TrekanBelluvitsh ergänzte dazu am 24.04.2018:
Klar kann es noch beschissner werden. Man z.B. in einem Land, sagen wir mal in Afrika, Hunger leiden. Aber hey, man könnte auch Hunger leiden und es könnte Bürgerkrieg herrschen. Das wäre dann schlimmer.
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Kommentar von GigaFuchs (39) (24.04.2018)
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TrekanBelluvitsh meinte dazu am 24.04.2018:
Aber wer weiß das alles schon. Ich glaube du wolltest hier nicht unbedingt Anspruch erheben auf eine wahre Aussage sondern eher zum Nachdenken anregen.



Allerdings: Auch Kämpfe kann man verlieren. Und wenn ein Mnesch auf sein bisheriges Leben zurückschaut: Hat er/sie dann mehr Kämpfe gewonnen oder verloren?
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Kommentar von ues (34) (24.04.2018)
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TrekanBelluvitsh meinte dazu am 24.04.2018:
Ehrlich gesagt lese ich in deinem "Kommentar" nichts, was auch nur eine kleine Grundlage für einen sinnvolle Erwiderung bietet. Darum:

Kazusch!
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ues (34) meinte dazu am 24.04.2018:
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Kommentar von Marjanna (68) (24.04.2018)
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TrekanBelluvitsh meinte dazu am 24.04.2018:
Allerdings kann man ihn, bis zu einem gewissen Grad, gewinnen. Das frisst enorm viel Energie und zu viel anderem ist man nicht mehr fähig.
Eigentlich ja. Allerdings zeigt dein zweiter Satz auf, dass ein solcher Sieg sich doch von vielen anderen unterscheidet. Für Siegesfeiern ist z.B. kein Platz.
Ich würde keinem Menschen zu so einer Eigentherapie raten. Ganz sicher nicht, das ist ja nicht ungefährlich und jeder Arzt würde davon abraten. Aber ich habs geschafft. Und ein bisschen stolz bin ich schon darauf.
Das kannst du auch. Allerdings unterscheidet die Depression sich eben sehr stark von andern Krankheiten, weil sie eben bei jedem Patienten anders ist. Natürlich ist eine Grippe bei Patient A nicht so wie bei Patient B, doch hier sind die Ähnlichkeiten größer, so das die gleichen Medikamente eben in der Regel zu gleichen Erkenntnissen führen.
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Marjanna (68) meinte dazu am 25.04.2018:
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Kommentar von matwildast (37) (24.04.2018)
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LotharAtzert meinte dazu am 24.04.2018:
Ach matwildast ... dazu braucht man doch bloß zu wissen, daß der Herr T.B. Skorpion ist))
Denk man an Martin Luther, wie er den Nagel in die arme Kirchtür donnert, oder diesen Herrn, der ausrief: "Wollt ihr den totalen Krieg?"
Oder, um nicht nur negative Beispiele zu bringen: Jim riders-in-the-storm Morrison von the Doors ...

Antwort geändert am 24.04.2018 um 09:57 Uhr
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ues (34) meinte dazu am 24.04.2018:
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TrekanBelluvitsh meinte dazu am 24.04.2018:
Warum legst du soviel Bedrohlichkeit und (sorry!) Pathos in deine Erzählstimme?
Ja, du hast vollkommen recht: Ich bin total bedrohlich. Darum ist z.B. das bayrische Psychische-Kranken-Hilfe Gesetz bitter nötig...

@ matwildast: *facepalm*
@LoloSchwätzert: *facepalm*
@use: *facepalm*
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LotharAtzert meinte dazu am 24.04.2018:
Den Charles Manson wollte ich mir eigentlich verkneifen, Aber gut, dafür kriegste noch den Loriot, dem es gelang, mit einer einfachen Suppennudel Generationen zum gequälten Lachen zu nötigen.
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ues (34) meinte dazu am 24.04.2018:
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LotharAtzert meinte dazu am 24.04.2018:
@ ues

da wünsch' ich dir mal alles Gute, was die Balz angeht)
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ues (34) meinte dazu am 24.04.2018:
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MichaelBerger (44) meinte dazu am 24.04.2018:
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princess meinte dazu am 24.04.2018:
Aller guten Anmerkungen ist die zweite.

Antwort geändert am 24.04.2018 um 19:38 Uhr
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matwildast (37) meinte dazu am 24.04.2018:
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TrekanBelluvitsh meinte dazu am 25.04.2018:
Die ursprüngliche Antwort wurde am 25.04.2018 um 03:46 Uhr wieder zurückgezogen.
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matwildast (37) meinte dazu am 25.04.2018:
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Kommentar von Tilda (50) (24.04.2018)
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TrekanBelluvitsh meinte dazu am 24.04.2018:
Ein sehr ausgewogener Kommentar, dem ich nur zustimmen kann.

Was meine Anklage angeht, hier ein kurzer Ausflug in die Terminologie: Vor gar nicht allzu langer Zeit war der Begriff "Burn Out" in aller Munde und wurde heiß diskutiert. Das Entscheidende daran war, dass diskutiert wurde.

Nun fällt ja schnell auf, dass "Burn Out" ein englischer Begriff ist. Und das ist kein Zufall. Psychologen und Psychiater haben diesen Begriff mit Absicht platziert und bekannt gemacht. Warum? Damit die Leute, die darunter leiden, sich dem stellen. Denn es ist nicht so, dass es keinen deutschen Begriff dafür gibt. Der lautet jedoch Erschöpfungsdepression. Also steckt das böse "D-Wort" drin. Du beschreibst das als
»Ich kann nicht«, ist heute fast schon gleichbedeutend mit »Ich will nicht«. Dass viele depressive Menschen tatsächlich nicht können können, ist oft unvorstellbar.
Denn ein nicht unwesentlicher Teil des Diskurses über die Depression ist immer noch durch Stigmatisierung gekennzeichnet, deren Antrieb sicherlich auch Angst ist. Durch die Verwendung des englischen Begriffes "Burn-Out" wurde das D-Wort vermieden und schon ist ein breite Öffentlichkeit bereit, das Thema als Thema zu akzeptieren
(...) anstatt den Ankläger zu geben. Niemand wird gerne mit Vorwürfen konfrontiert, wenn es darum geht, Mauern abzubauen.
Aber Dummheit muss man ohne Zweifel weiterhin Dummheit nennen dürfen (s.u.).
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Dieter_Rotmund
Kommentar von Dieter_Rotmund (24.04.2018)
Symptom oder nicht, das Thema Depression hängt mir so zu Hals heraus, ich-kann-es-nicht-mehr-hören!

Bitte nicht persönlich nehmen, ist nur meine subjektive, private Wahrnehmung.

P.S.: Gestern aben mit Kumpels in der Altstadt unterwegs gewesen. Wir wollten Depris-Klatschen machen. Aber diese Arschgeigen gehen ja nie nach draußen!
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keinB meinte dazu am 24.04.2018:
Ich bin ja fast gewillt, meinen Keller zu verlassen und nach draußen zu gehen, um dir für „diese Arschgeigen“ eine zu klatschen, Dieter. Aber nur fast.^^

Antwort geändert am 24.04.2018 um 18:56 Uhr
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Marjanna (68) meinte dazu am 24.04.2018:
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Dieter_Rotmund meinte dazu am 24.04.2018:
Krass!!!! Isch komm' mit meine Kulturpessimismus-Homies und dann machen wir aufn bolzplatz ne challenge wo die gewinnen tun die wo mehr depri sind!!!!
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keinB meinte dazu am 24.04.2018:
Ab drei Satzzeichen wird der Satz depressiv.
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Kommentar von Hilde (62) (24.04.2018)
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TrekanBelluvitsh meinte dazu am 24.04.2018:
Die Ansprache würde sich besser mit dem Gebrauch des "ich" machen anstelle mit der Nutzung des pauschalisierenden "man", Trekan.
Dazu bitte berücksichtigen, dass dieser Text in einer Reihe von Texten unter der Überschrift "Der elfte Blick" erscheint - außerdem hilft ein wenig Zahlenmystik

Was das Thema "Burn-Out" angeht, kopiere ich mal einfach - denn ich bin faul ;) - das hierhin, was ich zu diesem Thema bereits TILDA schrieb:

"Nun fällt ja schnell auf, dass "Burn Out" ein englischer Begriff ist. Und das ist kein Zufall. Psychologen und Psychiater haben diesen Begriff mit Absicht platziert und bekannt gemacht. Warum? Damit die Leute, die darunter leiden, sich dem stellen. Denn es ist nicht so, dass es keinen deutschen Begriff dafür gibt. Der lautet jedoch Erschöpfungsdepression. Also steckt das böse "D-Wort" drin. Du beschreibst das als
»Ich kann nicht«, ist heute fast schon gleichbedeutend mit »Ich will nicht«. Dass viele depressive Menschen tatsächlich nicht können können, ist oft unvorstellbar.

Denn ein nicht unwesentlicher Teil des Diskurses über die Depression ist immer noch durch Stigmatisierung gekennzeichnet, deren Antrieb sicherlich auch Angst ist. Durch die Verwendung des englischen Begriffes "Burn-Out" wurde das D-Wort vermieden und schon ist ein breite Öffentlichkeit bereit, das Thema als Thema zu akzeptieren"

Antwort geändert am 24.04.2018 um 21:34 Uhr
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Hilde (62) meinte dazu am 24.04.2018:
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TrekanBelluvitsh meinte dazu am 25.04.2018:
Litaretur kann ich nicht bieten. Allerdings stammt die These - ich würde sie nicht als solche bezeichnen- nicht von mir. In der Sendung scobel äußerte das ein klinischer Psychologe, als das Thema "Burn-Out" lautete.

Da es jedoch um den öffentlichen Umgang mit jenem Phänomen geht, ist eine genau klinische Definition - du erwähnst völlig zurecht, dass es hunderte Abarten gibt - nicht notwendig. Es ging/geht lediglich darum, das gesellschaftliche Stigma aufzulösen. meiner Beobachtung nach ist das sogar gelungen. Das das Thema "Depression" immer noch Ängst hervorruft und zu skurrilen Ansichten führt, zeigen nicht zuletzt einige Kommentare unter diesem Text.


Und die Auflösung zur Zahlenmystik:
12 ist die Zahl der Perfektion.
11 ist die Zahl der Unvollkommenheit.
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Hilde (62) meinte dazu am 26.04.2018:
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idioma
Kommentar von idioma (24.04.2018)
Mich macht just diese schrille Schokolade depressiv,
die mich so unsanft aus meinen Japanträumen weckt... idi
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TrekanBelluvitsh meinte dazu am 25.04.2018:
a) Ich nehme an, du wolltest sagen: "Das gefällt mir nicht."
b) Wenn du Japanträume hast, wundert mich, dass dich diese Musik unsaft aus ihnen weckt, denn solche, in westlichen Augen/Ohren zunächst skurril wirkende "Auswüchse", sind dort ja keine Seltenheit.

P.S.: Noch ein "Japantraum": Die drei Mädels, mittlerweile ist die älteste von ihnen immerhin 21, bekommen jetzt ihren eigenen Manga. Aber das ist ja, wie gesagt, nicht ungewöhnlich für Japan.
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Kommentar von Jack (36) (25.04.2018)
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keinB meinte dazu am 25.04.2018:
„Depris, die ihren Arsch nicht hochkriegen, und alle nur runterziehen, sind eine furchtbare psychosoziale Last.“

Selten etwas menschenverachtenderes gelesen.
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Graeculus (69) meinte dazu am 25.04.2018:
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Echo (34) meinte dazu am 25.04.2018:
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Marjanna (68) meinte dazu am 25.04.2018:
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TrekanBelluvitsh meinte dazu am 25.04.2018:
@ Marjolaine:
Und ob... leider...

Ein Teil des Problems ist, dass von einigen Leuten hier klinische und umgangssprachliche Begriffe durcheinander geworfen werden. Auf der Ebene ist keine Verständigung möglich.

Des weiteren implizieren Formulierungen wie
Depris, die ihren Arsch nicht hochkriegen
, dass es sich bei einer Depression um eine Art von erfundenen, neuzeitlichen Diagnose handelt. Tatsächlich ist die Depression aber schon lange belegt. Früher firmierte sie u.a. unter dem Namen "Melancholie". Natürlich wurde die nur den höheren Schichten zugesprochen. Bauern z.B., die ähnliche Symptome zeigten, waren einfach nur faul. Hört sich durchaus bekannt an. Hier hat sich lediglich die soziale Verfasstheit der Gesellschaft geändert, die Gruppen, denen man entweder eine Krankheit oder bloß Faulheit unterstellt.
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Jack (36) meinte dazu am 25.04.2018:
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Echo (34) meinte dazu am 25.04.2018:
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TrekanBelluvitsh meinte dazu am 25.04.2018:
@ Jack:

Natürlich darfst du zuspitzen. Wenn andere zuspitzen, dass dann als schlechten Charakter zu brandmarken, zeigt jedoch, dass du selbst ein wenig anfällig bist, wenn andere es dir gleich tun.

In früheren Jahrhundert war Melancholie die Bezeichnung für das, was heute als klinische Depression bezeichnet wird. Nichts anderes habe ich behauptet.

In meinem ganzen Text geht es um die klinische Depression - und NICHT um depressive Episoden. Mal abgesehen davon, dass die Diagnose Depression eine unglaublich weite Spannbreite von Verstimmungen abdecken - man denke nur an postnatale Depressionen im Gegensatz zu Depressionen, die von Traumata ausgelöst werden - krankt dein Beitrag, wie der von einigen hier, unter der inhaltlichen Vermischung von Umgangssprachlichem und Klinischem.

Das ist bei solchen Themen nichts Neues. Vor vielen Jahren tobte hier in einem Thread eine verquere Diskussion über das Wort "Fremdschämen". Sie wurde letztlich so abstrus, dass ich mich zum Eingreifen genötigt sah. "Fremdschämen" ist nämlich kein cooler Begriff, den die Netzgemeinde erfunden hat, er stammt aus der Psychologie, ist klinisch und klar definiert. Das ist nicht tragisch, entgegen der - 'tschuldigung - "verdummbeutelten" Benutzung des Begriffs im umgangssprachlichen Sprachgebrauch.

Es ist ein Beispiel dafür, wie mit psychologischen Phänomenen in unserer Gesellschaft umgegangen wird: unsensibel - freundlich ausgedrückt. Dieters Beitrag ist dafür ein Beleg. Deiner ebenfalls. Selbst unser Gesundheitssystem geht so damit um. Bei einem Beinbruch oder einer Grippe hat man ohne Einschränkung ein Anrecht auf ärztliche Betreuung, bis die Krankheit/der Schaden ausgeheilt ist. Ein Gutachten, ob die Grippe ausgeheilt ist, ist nicht nötig. Da wird den Aussagen des Patienten Vorbehaltlos geglaubt. Selbst wenn der Arzt anderer Meinung ist und z.B. die vom Patienten gewünschten Medikamente nicht mehr verschreibt, kann dieser einfach den Arzt so lange wechseln, bis er jemanden findet, von dem er seinen "Stoff" bekommt. Hinterfragt wird das in den seltensten Fällen.

Bei psychologischen Erkrankungen ist das nicht der Fall. Allein ohne Gutachten gilt die Aussage eines psychisch Erkrankten nicht. Und wenn ein Betroffener nicht sich selbst oder jemand anderes umbringt (Achtung: Überspitzung!), ist die Anzahl der regelmäßigen Behandlungen begrenzt. So werden viele Betroffene im wahrsten Sinne des Wortes allein gelassen.

Gerade bei leichten Fällen - du weißt schon, die Arschnichthochkrieger - ist das kurzsichtig, weil jene mit nur wenig mehr Aufwand echte Verbesserungen erreicht werden können. So könnten diese Menschen zufriedener Leben und sogar im Sinne der Gesellschaft wieder produktiv funktionieren. Statt dessen dürfen sie sich von KV-Usern und Bundesgesundheitsministern vorhalten lassen, das sie ja nur faule Säcke sind.
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Jack (36) meinte dazu am 25.04.2018:
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Ralf_Renkking
Kommentar von Ralf_Renkking (13.09.2020)
Eine Depression ist in erster Linie eine Schutzfunktion, die allerdings, besonders von den Betroffenen selbst, in den meisten Fällen als störend empfunden wird, da sie nicht nur in Bezug auf das vorangegangene Trauma handlungs-, lösungs-, und verarbeitungsunfähig macht, sondern leider eben auf alles den Deckel packt. Sie durch Medikamente oder äußere Reize beenden zu wollen ist meist ebenso zum Scheitern verurteilt wie der Versuch, von innen dagegen anzukämpfen, meiner Meinung nach dauert sie solange an, bis der Betroffene bereit ist, sich dem eigentlichen Problem stellen zu können. Um Suizidversuche zu vermeiden, besteht nicht nur die Notwendigkeit, dass das Umfeld des Depressiven Verständnis für seine Situation entwickelt, sondern auch er selbst, damit die Krankheit nicht auch noch durch komorbide Faktoren unnötig verkompliziert wird.
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TrekanBelluvitsh meinte dazu am 14.09.2020:
Es ist eigentlich ganz einfach: Die Depression ist ein Symptom. Allerdings ist es ein derart mächtiges Symptom, dass sie zuweilen mit der Krankheit selbst verwechselt wird.

Dieses Missverständnis ist dann der Ansatzpunkt für Scharlatane und selbsternannte Philosophen.
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Ralf_Renkking meinte dazu am 15.09.2020:
Na, ganz so einfach ist das nicht, denn die daraus folgende Frage lautet doch: Ein Symptom für was und da wird meine Feststellung schon etwas eingrenzender, denn die Depression ist die Symptomatik für eine (meist nicht näher klassifizierte) psychische Erkrankung, Körper, Geist und Seele sind der Belastung z. B. durch ein Vergewaltigungstrauma nicht mehr gewachsen und dann greift die Depression als Schutzfunktion ein. Mittlerweile wird die Depression selbst als psychische Krankheit anerkannt, was eigentlich gar nicht verkehrt ist, da die tatsächlich dahinter steckende Krankheit meist nur schwer, wenn überhaupt, diagnostizierbar ist, so dass dem Betroffenen wenigstens bei Diagnose der Depression psychiatrische Hilfe zuteil wird.
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Eine FrageInhaltsverzeichnisWeißer Ritter
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Dies ist ein Teil des mehrteiligen Textes Der elfte Blick.
Veröffentlicht am 24.04.2018, 4 mal überarbeitet (letzte Änderung am 24.04.2018). Textlänge: 113 Wörter; dieser Text wurde bereits 607 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 24.07.2021.
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