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Kapitel 30_"Königin?" ...InhaltsverzeichnisKapitel 32_Glück ist flüchtig...

Kapitel 31_Kilian hielt Anessas Hand...

Roman zum Thema Liebe und Sex


von Ina_Riehl

... Die fühlte sich an wie ein Säckchen voll Hühnerknochen. Unter ihren Augen lagen tiefe Schatten. Die Haare waren stumpf, die Lippen trocken. Wie sollte sie in dieser Verfassung die Behandlung überstehen?

"Ich bin so unendlich froh, dass Du mitkommst, Kilian. Ich kann ohne Dich nicht leben!" brach es aus ihr heraus.

"Das musst Du auch nicht!", erwiderte Kilian zärtlich und griff  neben sich auf den Beifahrersitz, um ihren mageren Oberschenkel zu streicheln. Ein regelrechtes Hochgefühl ergriff Besitz von ihm. Er spielte sich Anessas Bekenntnis, die Tonlage und den Ausdruck in ihrer Stimme auf die Festplatte seines Hirns, um ihn sich immer wieder abrufen zu können: Ich kann ohne Dich nicht leben! Kilian Bender konnte ohne solche Sätze nicht leben. Kilian Bender würde lieber sterben, als ohne solche Sätze zu leben. Er erwarb sie sich in unterschiedlichen Einsätzen und belastenden Situationen, die er miterleben musste und wollte. Im Gegensatz zu anderen Menschen suchte er sie förmlich, anstatt sie zu meiden.

Die Krebsstation der Universitätsklinik kannte er gut und einige der Schwestern schon vom letzten Chemotherapiezyklus. Er verabschiedete sich von Anessa, die während der Infusionen versuchen wollte, ein wenig zu schlafen und begab sich von Schwester Tine mit Kaffee und einem süßen Stückchen ausgestattet ins Wartezimmer. Es war leer bis auf eine Frau im bodenlangen roten Bademantel. Sie starrte aus dem Fenster. In der Hand hielt sie ihre Krankenakte. Kilian nickte ihr zu. Sie wandte ihm daraufhin ihr versteinertes Gesicht zu. Ihr Blick schien aus einer anderen Welt zu kommen. Das tat er wirklich. Er kam aus der Zwischenwelt, die ihre Alltagsrealität und die Realität des Todes verband. Julia Thiele hatte gerade ihre Todesnachricht erhalten: Bauchspeicheldrüsenkrebs! Kilian war weder Hellseher noch Detektiv. Das brauchte er auch nicht zu sein, um zu verstehen, was vor sich gegangen war. Er sprach die attraktive Frau im Morgenmantel nicht mit Worten an, sondern mit einer einfachen Geste. Er schob ihr das noch unberührte Gedeck hin und berührte ihren Arm. Er hätte aus dem Fenster sehen, oder eine Zeitschrift lesen können, er hätte kurz nicken oder flüchtig lächeln können, aber all das tat Kilian nicht. Warum nicht? Weil er eine Art Nudist war? Ein Seelennudist? Es gab für Kilian diese unwiderstehliche Lust daran, Menschen (ausgenommen Männer) dann zu erleben, wenn sie ihre Masken fallen ließen, wenn sie sich in einem Ausnahmezustand befanden, wenn ihre Gefühle so intensiv waren, dass sie, sie nicht mehr kontrollierten. Dann und nur dann konnte Kilian Vertrauen empfinden. Sein Vertrauen war also nicht an Personen, sondern an Situationen gebunden.

Kilian Benders Gespür für die Eiswüste in Julias Herzen. Der Kaffee verschaffte ihr wieder Zugang zum Diesseits. Zwei große Tränen tropften auf den Nussplunder. Sie sah zu Kilian auf, der ihrem Blick voller Schreien nicht auswich. Das tat ihr gut. So gut, dass die Tränen und die Worte überliefen. Kilian legte den Arm um sie. Etwas zu früh. Sie stand auf und flüchtete ans Fenster, blickte zurück, weil sie die Beichte ohne seine Nähe doch nicht fortführen wollte. Er ging zögernd zu ihr und dann war sie es, die in seine Arme stürzte. »Er kommt nicht!«, schluchzte sie. "Mein Mann hat gesagt, er kann deswegen seine Geschäftsreise nicht unterbrechen und deshalb sitze ich hier. Ich kann jetzt unmöglich aufs Zimmer zu dieser krebskranken Frau zurück und mir das Elend ansehen, das mir bevorsteht. Ich kann nicht. Ich kann nicht. Ich kann nicht..."Die Tränen hatten Kilians Shirt an der Schulter schon vollkommen durchnässt. Er zog Julia Thiele näher an sich und es geschah, was geschieht, wenn ein Mann eine schöne, kaum bekleidete Frau an seinem Körper spürt. Ihr Bewusstsein registrierte nichts. Ihr todgeweihter Körper jedoch sehr wohl. Er antwortete Kilian mit einer unwillkürlichen Bewegung ihres Beckens. Sein Penis erigierte zu voller Größe. Er verschaffte ihm etwas Raum und ließ sie seine Männlichkeit dann in voller Intensität spüren. Ihr Atem ging nun schneller und das Ungeheuerliche drang nun endlich auch in ihr Bewusstsein. Es lag auf der Hand, was nun zu tun war, was anständig gewesen wäre, aber der Ausnahmezustand, in dem sie sich befand, ermöglichte es ihr, ihre Situation klarer zu sehen, als jemals zu vor. Sechzehn Jahre sexuelle und mentale Treue waren nämlich zwecklos, wenn frau dann im Augenblick der größten Not alleine dastand. Die Ehe, ihre drei Kinder, das Haus, der Garten, das was zwischen ihr und Markus war, war nichts als Abhängigkeit. Von Liebe keine Spur! Nahe fühlte sie sich diesem Mann, der sie in dieser schlimmsten Stunde ihres Lebens im Arm hielt. Sie flüsterte ihm ins Ohr, wozu sie bereit war und überließ es ihm, einen Ort (die Wäschekammer im vierten Stockwerk der Universitätsklinik) zu finden, an dem sie ihn noch sehr viel näher spüren konnte.

Kilian vergaß dieses nur sehr kurze Ereignis schnell, denn er hatte ein paar Stunden später alle Hände voll damit zu tun, Erbrochenes wegzuwischen, Tee zu kochen, sowie asiatisches Essen aufzutreiben, das sich alsbald in der Kloschlüssel wiederfinden würde. Ums Haar hätte er sogar vergessen, die Spuren an Genital und Schenkeln abzuduschen, bevor er zu Meltem ins schlafwarme Bett kroch.

Julia Thiele aber vergaß Kilian nie. Ihr Ehemann, der, wie sich herausstellen sollte, tatsächlich vollkommen überfordert war, fasste sie bis zu ihrem Tod nicht mehr an. Sie starb in einem Hospiz, einige Tage, nachdem sie der Pfarrerin die Begegnung  mit Kilian gebeichtet hatte. In ihrer Erinnerung war das Erlebnis immer schöner und strahlender geworden. Betend dankten sie und die Seelsorgerin Gott für diesen Moment letzter Glückseligkeit.

Anmerkung von Ina_Riehl:

Soundtrack für Julia Thiele und die Pfarrerin natürlich:
https://www.youtube.com/watch?v=7Gx1Pv02w3Q


Kapitel 30_"Königin?" ...InhaltsverzeichnisKapitel 32_Glück ist flüchtig...
Ina_Riehl
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Dies ist ein Kapitel des mehrteiligen Textes Kilian Bender verschönert die Welt.
Veröffentlicht am 11.05.2018, 4 mal überarbeitet (letzte Änderung am 15.05.2018). Textlänge: 900 Wörter; dieser Text wurde bereits 114 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 16.09.2019.
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Krebs Verführung Geschenk Gott
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